Elektronische Patientenakte (ePA)

Die ePA ist ein freiwilliger und kostenfreier Service für den Patienten, der ab dem 01. Januar 2021 von den gesetzlichen Krankenkassen angeboten werden muss.

Die ePA bietet einen Überblick über die Gesundheitsdaten des Patienten. Sie soll Transparenz über Behandlungsabläufe bieten, um z.B. Doppeluntersuchungen zu vermeiden. Die Dokumente können sektorenübergreifend und lebenslang verfügbar sein. Alle Dokumente in der ePA sind Ende-zu-Ende verschlüsselt. So wird ein schneller und sicherer Datenaustausch unter den Behandlern ermöglicht.

Die ePA ist verfügbar. Patienten können diese bei Ihrer Krankenkassen beantragen.

Ja, für Vertragsarzt-Praxen ist die Nutzung der ePA verpflichtend nach §291a SGB V.

Ab dem 01. Juli 2021 müssen Vertragsarzt-Praxen die ePA Anwendung verfügbar haben, ansonsten drohen Honorarkürzungen von einem Prozent.

Es genügt, dass lediglich ein Arzt/Psychotherapeut je Praxis den eHBA / ePtA bis zum 30. Juni 2021 bestellt. Gemäß § 339 Abs. 5 SGB V kann auch ein Leistungserbringer ohne eHBA durch einen anderen Leistungserbringer mit eHBA für den ePA-Zugriff autorisiert werden.

Der Ausbau der ePA und weitere Funktionen
(gematik)

2021

Quelle: gematik GmbH

2022

Quelle: gematik GmbH

2023

Quelle: gematik GmbH


Quelle: gematik GmbH

Update ePA-Konnektoreinmalig 400 Euro
PVS-Anpassung ePAeinmalig 150 Euro
Zuschlag Betriebskosten für ePA4,50 Euro je Quartal
  • Der Antrag auf Erstattung der Pauschalen für das PTV4+ Konnektorupdate und der PVS Anpassungen für die ePA kann nach der Installation der Komponenten gestellt werden.

Quelle: gematik GmbH

Beispielhafte Darstellung möglicher ePA-Nutzeroberflächen

Arztansicht

Quelle: gematik GmbH



Patientenansicht

Quelle: gematik GmbH

Quelle: gematik GmbH

  • Hinweis es muss mindestens ein eHBA pro BSNR vorliegen (§339 Absatz 3, Satz 1 SGB V und Änderung des §397 (neu) Absatz 1 Nr. 3 SGB V gemäß DVPGM)
  • Das ePA-Update (PTV4) für den Konnektor und das ePA-Modul ist zwingend erforderlich

Quelle: gematik GmbH

Seit dem 01. Juli 2021 sind alle Praxen verpflichtet, die technischen Voraussetzungen zur Nutzung der elektronischen Patientenakte (ePA) vorzuhalten.

Dazu zählen zum einen die Version des eingesetzten Konnektor sowie das Vorhandensein eines ePA-Moduls Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, ist nach der aktuellen Gesetzeslage die KVNO verpflichtet, den jeweiligen Praxen das Honorar um 1 % zu kürzen.

Um diesem Honorarabzug zu entgehen, hat die KBV eine Möglichkeit für Praxen geschaffen, selbst zu überprüfen, ob die Voraussetzungen erfüllt sind. Das KBV-Prüfmodul, welches bei Erzeugung der Quartalsabrechnung über die Praxissoftware genutzt wird, wurde für das 3. Quartal 2021 um einen Hinweistext im Protokoll ergänzt. Mit diesem Hinweistext wird für die in der Quartalsabrechnung übermittelten Leistungsorte angezeigt, ob die Voraussetzungen erfüllt sind.

  • Dieser Hinweistext erscheint jedoch nicht bei Einreichung einer Testabrechnung in der KVNO, da bei der KVNO ein anderes Prüfmodul zum Einsatz kommt.

Beispiel ePA-Voraussetzung erfüllt:


Beispiel ePA-Voraussetzung nicht erfüllt:

  • Sollten Sie die Voraussetzungen nicht erfüllen, wenden Sie sich bitte an Ihr Systemhaus.
  • Binden Sie sich an die Telematikinfrastruktur an
  • Updaten Sie Ihren Konnektor – nach vorheriger Absprache mit Ihrem Softwarehaus – auf den ePA-Konnektor (PTV4)
  • Bestellen das ePA-Modul bei Ihrem Praxisverwaltungssystem-Anbieter
  • Bestellen Sie den eHBA G2, ein eHBA je BSNR muss aus juristischen Gründen zwingend vorliegen. Müssen eAU´s, eArztbriefe oder eRezepte signiert werden, wird je Arzt ein eHBA G2 benötigt.
  • Beantragen Sie die Pauschalen über das KVNO-Portal unter dem Punkt „Service“ -> „Förderantrag Telematik“
  • Prüfen Sie bei der nächsten Abrechnung im Prüfmodul Ihrer Praxissoftware, ob Sie ePA-ready sind (siehe Punkt „Wie kann ich prüfen, ob ich ePA-ready bin“)

Hinweis zur FAQ ePA (gematik): Die Bereitstellung des FAQ-Katalogs kann im Einzelfall natürlich keine Rechtsberatung ersetzen. Dies sollte bei der Weiterverwendung des Katalogs beachtet und entsprechend kommuniziert werden. Bei den Antworten auf den FAQ-Katalog handelt es sich um einen Leitfaden für Leistungserbringer, der juristisch nachvollziehbar von dem Rechtsanwalt Herrn Dr. Ziegler hergeleitet wurde. Es kann jedoch im Einzelfall nicht ausgeschlossen werden, dass eine richterliche Überprüfung zu einem anderen Ergebnis kommt.

Diese Klarstellung erscheint uns wichtig, da es bisher zu diesen Themen keine weiterführende Literatur oder gar richterliche Entscheidungen gibt. Trotzdem gehen wir aufgrund der fundierten juristischen Herleitung der Antworten im FAQ-Katalog davon aus, dass dieser eine gute Grundlage für den praktischen Umgang mit der elektronischen Patientenakte bietet.