Der Leistungserbringer darf nicht von einer Aktualität der bei der Einsichtnahme erhaltenen Ergebnisse ausgehen, da die ePA versichertengeführt ist. So darf der Versicherte Inhalte der ePA löschen. Deshalb kann der Leistungserbringer auch nicht von der Vollständigkeit der ePA ausgehen. Auch kann der Versicherte Inhalte der ePA „verbergen“, indem er dem Leistungserbringer nur eine eingeschränkte Zugriffsberechtigung erteilt.

Hingegen darf der Leistungserbringer von der Integrität der in der ePA vorhandenen Daten ausgehen, weil es dem Versicherten technisch nicht möglich ist, Inhalte einzelner Daten oder Datensätze zu verändern. Die im Zuge einer Metadatensuche angezeigten Daten und Datensätze sind daher für sich betrachtet valide.

Der im Arzthaftungsrecht entwickelte sog. Vertrauensgrundsatz bezieht sich auf ein mögliches Vertrauen auf die inhaltliche Richtigkeit anderer ärztlicher Behandlungsmaßnahmen bei arbeitsteiligem Handeln. Damit ist Bezugspunkt von Vertrauen in diesem Sinn nicht der Vorgang der Befüllung, sondern der Inhalt eines in die ePA eingestellten Datensatzes. Es ist für die Anwendung des sog. Vertrauensgrundsatzes daher unerheblich, wer die Speicherung/Befüllung der ePA vorgenommen hat.

Entscheidend ist vielmehr, ob es um einen Datensatz geht, der von einem ärztlichen Leistungserbringer stammt, der eine andere Fachrichtung als der einsichtnehmende Leistungserbringer hat:

Soweit der Leistungserbringer Inhalte wahrnimmt, die von einem anderen ärztlichen Leistungserbringer einer anderen Fachrichtung stammen, darf er auf deren inhaltliche Richtigkeit vertrauen. Soweit es um Inhalte geht, die von einem fachgleichen ärztlichen Leistungserbringer stammt, gilt der Vertrauensgrundsatz nicht uneingeschränkt, sondern es bedarf einer fachlichen Prüfung und ggf. Wiederholung zuvor bereits erfolgter ärztlicher Behandlungsmaßnahmen.

Im Übrigen gilt:
Inhalte dürfen – unabhängig von der Person des Befüllenden/Speichernden – nicht von vornherein bei einer Suche über die Metadaten außer Acht gelassen werden. Der Leistungserbringer darf aber bei der, in einem zweiten Schritt vorzunehmenden Bewertung der erhaltenen Suchergebnisse diejenigen von Versicherten oder Krankenkassen eingestellten Informationen unberücksichtigt lassen, die aus der (fach-)ärztlichen Sicht ex ante keine Bedeutung für den aktuellen Behandlungskontext haben.

Hinweis der gematik