Ein Weiterbildungsassistent wird für einen von vornherein befristeten Zeitraum unter der Leitung und Aufsicht eines zur Weiterbildung befugten Arztes des Krankenhauses tätig. Dementsprechend darf er im Rahmen von dessen Zugriffsberechtigung Daten im Zusammenhang mit der ePA verarbeiten. Insbesondere muss der Zugriff zum einen im Rahmen einer vom Weiterbildungsassistent zulässigerweise zu erledigenden Tätigkeit erfolgen, zum anderen erforderlich sein und unter Aufsicht des weiterbildungsbefugten Arztes erfolgen. Daraus leiten sich im Wesentlichen drei Anforderungen ab, welche von Weiterbildungsassistenten zu beachten sind:

Einem Weiterbildungsassistenten dürfen nur diejenigen Aufgaben übertragen werden, denen er von seinen praktischen Fähigkeiten und den dafür notwendigen Kenntnissen gewachsen ist. Daher wird ein Weiterbildungsassistent im Falle einer „Beauftragung“ mit Datenverarbeitungsvorgängen der ePA zu prüfen haben, ob er nach seinen, insbesondere im Rahmen der Weiterbildung bislang erworbenen Kenntnisse in der Lage ist, diese Aufgaben selbständig zu erledigen. Ist der Weiterbildungsassis-tent nach seiner Einschätzung von vornherein nicht zur Ausführung einer ihm gestellten Aufgabe in der Lage, muss er die selbständige Ausführung ablehnen und zumindest auf einer Aufsicht seitens des weiterbildungsbefugten Arztes bestehen. Beispielsweise kann es sein, dass ein Weiterbildungsassistent im Rahmen von Befunderhebung und -bewertung Rücksprache mit einem Facharzt nehmen muss, bevor er die ePA in Gestalt einer Metadatensuche ausliest und/oder erhaltene Sucher-gebnisse medizinisch bewertet.

Eine Pflicht zur Rücksprache kann auch im Zusammenhang mit Fragen der Befüllung der ePA in Be-tracht kommen. Denn diese erfordert eine ärztliche Einschätzung der Versorgungsrelevanz der angefallenen Behandlungsdaten, um die für eine Befüllung der ePA überhaupt in Betracht kommenden Daten zu identifizieren. Diese Beurteilung kann ebenso wie die Auswertung der ePA im Rahmen von Befunderhebung nicht ganz trivial sein, sondern kann je nach aktuellem Behandlungskontext dazu führen, dass deren selbständige Ausführung auch von einem fortgeschrittenen Weiterbildungsassistenten nicht zu leisten ist. Dies hängt auch vom Stand der Weiterbildung und dem bis dahin erworbenen Kenntnisstand des Weiterbildungsassistenten. Ggf. muss der Weiterbildungsassistent im Zusammenhang mit einer Befüllung der ePA zumindest Rücksprache mit einem Facharzt nehmen.

Hingegen können die mit einer Löschung einhergehenden Aufgaben ohne Weiteres von einem Weiterbildungsassistenten erledigt werden, da der Leistungserbringer jedem Löschungsbegehren eines Versicherten ohne Prüfung der Versorgungsrelevanz nachkommen muss. Die Pflicht des Leistungserbringers zum Hinweis darauf, dass eine Löschung Folgen für die aktuelle und/oder zukünftige medizinische Versorgung des Versicherten haben kann, kann ohne Weiteres vom Weiterbildungsassistenten erfüllt werden.

Ein Zugriff auf die ePA durch einen Weiterbildungsassistenten muss unter Aufsicht des weiterbildungsbefugten Arztes oder eines Facharztes erfolgen. Dies bedeutet aber nicht, dass jeder Handgriff eines Weiterbildungsassistenten kontrolliert zu werden braucht. Vielmehr muss es dem Weiterbildungsassistenten ermöglicht werden, mit einem Facharzt im Zusammenhang mit Fragen der Befüllung und/oder Auswertung der ePA Rücksprache zu nehmen.

Hinweis der gematik