Die in einer elektronischen Patientenakte vorhandenen Daten können den Leistungserbringer bei Anamnese und Befunderhebung unterstützen. Angesichts dessen kann ein Leistungserbringer verpflichtet sein, den Versicherten zu fragen, ob eine elektronische Patientenakte vorhanden ist. Mit Beantwortung dieser Frage durch den Versicherten wird dem Leistungserbringer offenbart, ob mit der ePA eine weitere Erkenntnisquelle existiert, auf welcher der Leistungserbringer im Rahmen von Anamnese und Befunderhebung zurückgreifen kann. Die Frage nach der Existenz einer elektronischen Patientenakte braucht weder anlasslos noch bei jedem Arzt-Patienten-Kontakt gestellt zu werden. Ergibt aber das anamnestische Gespräch mit dem Versicherten die Notwendigkeit einer weiteren Befunderhebung, sei es, dass der Versicherte ein Beschwerdebild schildert, welches Anlass für weitere Befunderhebungsmaßnahmen gibt, sei es, dass der Versicherte auf eine womöglich relevante vorherige Behandlung durch zeitlich vorher tätige Leistungserbringer verweist, sollte der Leistungserbringer den Versicherten nach der Existenz einer elektronischen Patientenakte fragen.

Hinweis der gematik