Fragen und Antworten

Allgemeines

Das im Januar 2016 verabschiedete E-Health-Gesetz sieht vor, dass eine Telematikinfrastruktur (TI) geschaffen wird, welche alle Beteiligten im Gesundheitswesen sektorenübergreifend vernetzen soll, damit diese sicher und schnell miteinander kommunizieren können. Die TI ist ein geschlossenes Netz, zu dem nur registrierte Nutzer mit einem elektronischen Ausweis Zugang erhalten.

Mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) und dem Aufbau einer sicheren, einrichtungsübergreifenden Kommunikationsinfrastruktur im Gesundheitswesen soll die Grundlage für einen sicheren Austausch wichtiger medizinischer Daten geschaffen werden. Außerdem steht der Nutzen für die Patienten im Fokus. Sie sollen beispielsweise in die Lage versetzt werden, ihren Ärzten und Psychotherapeuten wichtige Gesundheitsdaten verfügbar zu machen. Da es sich im Gesundheitswesen um sehr sensible und vertrauenswürdige Daten handelt, hat der Datenschutz oberste Priorität.

Betreiber der TI ist die gematik GmbH mit Sitz in Berlin.

Die TI soll alle Beteiligten im Gesundheitswesen, etwa Ärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser, Kassenärztliche Vereinigungen, Apotheken und Krankenkassen, miteinander vernetzen und den Datenaustausch auch über Sektorengrenzen hinweg erleichtern. Den Aufbau der TI regelt das Sozialgesetzbuch V und hier vor allem der § 291a.

Die Einführung der TI beginnt mit dem Basisrollout und der Umsetzung des Versichertenstammdatenmanagements (VSDM). Das VSDM ist für Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten, die an der Versorgung gesetzlich Versicherter teilnehmen, verpflichtend.
Im nächsten Schritt werden ab dem zweiten Halbjahr 2020 die medizinischen Anwendungen eingeführt. Dazu gehören unter anderem:

  • Notfalldatenmanagement (NFDM)
  • elektronischer Medikationsplan (eMP)
  • elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU)
  • elektronische Patientenakte (ePA)

Diese Anwendungen sind für Versicherte freiwillig. Nur mit ihrer Zustimmung können beispielsweise Notfalldaten auf der Karte hinterlegt oder eine versichertenbezogene Arzneimitteldokumentation angelegt werden.

Ärzte, Psychotherapeuten, Zahnärzte, Krankenhäuser und Apotheken zu unterschiedlichen Terminen bis Anfang 2021 verpflichtend, Pflegeeinrichtungen freiwillig.

Ihr Softwarehaus ist Ihr erster Ansprechpartner für die Bestellung der Komponenten sowie bei Fragen zur Installation. Klären Sie vor Vertragsunterschrift und Vereinbarung des Installationstermins, ob alle notwendigen Komponenten wie Konnektor, VPN-Zugangsdienst, stationärer Kartenterminal und Praxisausweis (SMC-B) lieferbar sind.

Wir empfehlen allen Praxen, vor dem Kauf von Komponenten und Diensten das Preis-Leistungs-Verhältnis und die vertraglichen Bedingungen ihres Anbieters genau zu prüfen. Es wird nicht der tatsächliche Rechnungsbetrag erstattet, sondern ausschließlich die auf Basis der TI-Finanzierungsvereinbarung festgelegten Pauschalen (siehe FAQs zur Finanzierung).

Laut E-Health-Gesetz musste die verpflichtende Umstellung bereits zum 01. Januar 2019 erfolgen. Bei Praxisneugründungen und -übernahmen muss die Anbindung der TI im Laufe des ersten Quartals der Niederlassung durchgeführt werden.

Praxen, die nicht an die TI angeschlossen sind, erhalten nach jetzigem Stand Honorarkürzungen in Höhe von 2,5 Prozent. Darüber hinaus können Praxen die medizinischen Anwendungen, die ab dem zweiten Halbjahr 2020 eingeführt werden, nicht umsetzen.

Des Weiteren ist zukünftig geplant, die Daten auf der eGK außerdem vom unverschlüsselten Bereich in den verschlüsselten Bereich zu ziehen. Mit dem heutigen stationären Kartenlesegerät sind die Daten dann nicht mehr auslesbar. Ob es zukünftig beim Thema PVS-Updates etc. noch etwas zu beachten gibt, sollte mit dem Softwarehaus geklärt werden.

Derzeit gibt es keine Ausnahmeregelungen für solche Fälle. Entweder nehmen die Praxen die 2,5 Prozent Honorarkürzung für die Quartale in Kauf, in denen sie noch tätig sind. Oder sie richten die TI in der Praxis ein und versuchen, mit dem Softwarehaus einen verkürzten Vertrag zu schließen, der es ermöglicht, diesen Vertrag gegebenenfalls zu übernehmen, sollte doch ein Nachfolger gefunden werden.

Keine, denn Sie sind nach § 291 Absatz 2b SGB V gesetzlich dazu verpflichtet, diese umzusetzen. Schließen Sie Ihre Praxis nicht an die TI an und führen keinen Versichertenstammdatenabgleich durch, wird Ihr Honorar seit 30. März 2020 solange um 2,5 Prozent gekürzt, bis Sie Ihre Praxis an die TI angeschlossen haben und den Versichertenstammdatenabgleich durchführen.

Die KV Nordrhein informiert regelmäßig auf diversen Kommunikationskanälen über den aktuellen Stand der Einführung der TI. In unserer Mitgliederzeitschrift KVNO aktuell finden Sie entsprechende Artikel. Aktuelle Informationen gibt es zudem hier und auf kvno.de.

Darüber hinaus können Sie sich an unsere IT-Hotline wenden sowie an die IT-Beraterinnen und IT-Berater der KV Nordrhein.

Der Zeitpunkt des Einstieges hängt davon ab, welche Anwendungen für Sie verpflichtend sind und ab wann der Anbieter Ihres Praxisverwaltungssystems (PVS) Ihnen diese Anwendungen zur Verfügung stellen kann. Der eMP und der Notfalldatensatz (NFD) sind für Vertragsarztpraxen verpflichtend, sobald dies technisch möglich ist – und der Patient möchte, dass diese Datensätze auf die elektronische Gesundheitskarte (eGK) geschrieben werden. KIM wird erst mit der Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung (eAU) zur Pflicht. Wenn Sie jetzt bereits Arztbriefe über KV-Connect versenden, können Sie dies noch bis Ende März 2021 weiter durchführen. Ab dem 1. April 2021 werden nur noch qualifiziert signierte eArztbriefe vergütet, die über KIM versendet werden. Für den Zugriff auf die neuen Anwendungen und die Signatur z.B. des eArztbrief oder des NFD wird der eHBA G2 benötigt.

Falls ein Patient, auf dessen eGK sich ein NFD oder eMP befindet, von seiner Krankenkasse eine neue Gesundheitskarte bekommt (z. B. bei einem Wechsel der Krankenkasse oder bei Kartenverlust), enthält die neue Karte grundsätzlich keinen NFD oder eMP, denn NFD oder eMP werden nicht bei der Krankenkasse, sondern ausschließlich auf der jeweiligen eGK sowie in Kopie beim behandelnden Arzt / Krankenhaus gespeichert. Eine Speicherung der Daten bei der Krankenkasse ist weder rechtlich zulässig noch technisch möglich. In diesem Fall sollte der Arzt, der zuletzt Notfalldaten auf der eGK des Patienten gespeichert bzw. aktualisiert hatte, die Daten von seinem PVS / KIS beim nächsten Besuch des Patienten auf dessen neue Karte übertragen.

Sollte der Patient seine PIN vergessen haben, muss er sich an seine Krankenkasse wenden.

Muss mit der jeweiligen Krankenkasse geklärt werden.

Allgemeine Erklärvideos zu den neuen TI-Anwendungen finden Sie in unserer Mediathek https://onlinerollout.de/mediathek/. Erklärvideos für das Anlegen der Datensätze in Ihrer Praxissoftware werden in der Regel auf der Webseite Ihres Praxisverwaltungssystem-Anbieters angeboten.

Infomaterial von der KV, der gematik und der KBV finden Sie anwendungsspezifisch auf www.onlinerollout.de

Versichertenstammdatenmanagement (VSDM)

Die Einführung der TI beginnt mit der Umsetzung der ersten Anwendung, dem VSDM. Die Anwendung ist für Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten, die an der Versorgung gesetzlich Versicherter teilnehmen, verpflichtend.

Beim VSDM überprüfen Ärzte und Psychotherapeuten in Echtzeit („online“), ob die auf der eGK gespeicherten Versichertenstammdaten aktuell sind bzw. ob überhaupt ein gültiges Versicherungsverhältnis besteht. Zu den Stammdaten gehören Daten des Versicherten wie Name, Geburtsdatum, Anschrift und Versichertenstatus sowie ergänzende Informationen, zum Beispiel zum Zuzahlungsstatus. Sie dienen als Nachweis, dass der Patient versichert ist, und als Grundlage für die Abrechnung der Leistungen. Diese Online-Überprüfung ist bei jedem ersten Patientenkontakt im Quartal verpflichtend.

Grundsätzlich besteht für alle an der ambulanten Versorgung teilnehmenden Ärzte, Psychotherapeuten und Einrichtungen mit direktem Arzt-Patienten-Kontakt eine VSDM-Pflicht. Dies beinhaltet zugelassene bzw. ermächtigte Ärzte, Psychotherapeuten und Einrichtungen wie zum Beispiel MVZ.

Gibt es keinen Arzt-Patienten-Kontakt, beispielsweise bei Laboren und Pathologen, oder erfolgt der Arzt-Patienten-Kontakt nicht in den eigenen Praxisräumen, zum Beispiel bei ausschließlich reisenden Anästhesisten, ist das VSDM nicht möglich.

Im Falle einer Behandlung, in der ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt (etwa bei Laborüberweisung) nicht erfolgt, ergeben sich Ausnahmen aus Anlage 4a zum BMV-Ä, die die KBV und die Krankenkassen bezüglich der Regelungen zum VSDM angepasst haben. In diesem Falle muss der Arzt kein VSDM durchführen. Sofern eine solche Ausnahme gegeben ist, werden die Versichertenstammdaten auf der Grundlage der Patientendatei übernommen.

Anästhesisten suchen häufig Patienten in der Praxis eines anderen Arztes auf. In diesem Versorgungskontext verwendet ein Anästhesist ein mobiles Kartenterminal, mit dem kein Versichertenstammdatenabgleich vorgenommen werden kann.

Laborärzte und Anästhesisten werden dennoch für den Anschluss an die TI ausgestattet und erhalten die entsprechende Förderung, damit sie weitere geplante Anwendungen in der TI nutzen können.

Hinweis: Trotzdem müssen sich alle erwähnten Fachgruppen zum 01. Juli 2020 an die TI anschließen.

Ja. Der Bundestag hat am 07. November 2019 das Gesetz für mehr Digitalisierung im Gesundheitswesen beschlossen, das sogenannte Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG). Das DVG sieht eine Reihe von Maßnahmen vor, welche unter anderem Auswirkungen auf die verpflichtende Anbindung an die TI für Fachgruppen mitbringen. Diese waren bisher von der gesetzlichen Anbindung befreit.

Betroffen sind Fachgruppen ohne persönliche Arzt-Patienten-Kontakte, etwa Pathologen, Laborärzte sowie Transfusionsmediziner. Auch Anästhesisten, die ihre Patienten ausschließlich in der Praxis eines anderen Mediziners aufsuchen, waren bisher nicht verpflichtet, sich an die TI anzubinden.

Das DVG verpflichtet nun auch diese Fachgruppen. Sie müssen sich bis spätestens 30. Juni 2020 anschließen und sich mit der benötigten Technik ausstatten. Hintergrund sind vor allem die medizinischen Anwendungen. Nach der ersten Phase, bei der es ausschließlich um das VSDM ging, sollten sie bereits 2020 an den Start gehen, wie zum Beispiel das Notfalldaten-Management.

Bei dieser Vorgabe gibt es keine Unterscheidung, ob der Arzt-Patienten-Kontakt in der Hauptbetriebsstätte oder in einer Nebenbetriebsstätte stattfindet.

Auch in den Nebenbetriebsstätten oder Zweigpraxen sind die technischen Voraussetzungen zu schaffen, um bei jedem ersten Arzt-Patienten-Kontakt den Versichertenstammdatenabgleich durchführen zu können.

Durch eine geschützte direkte Online-Verbindung der Praxis mit dem jeweiligen Versichertenstammdatendienst der Krankenkasse wird in Echtzeit geprüft, ob die auf der eGK eines Patienten gespeicherten Versichertenstammdaten aktuell sind bzw. ob überhaupt ein gültiges Versicherungsverhältnis besteht. Mit dieser Anwendung kann eine eGK gegebenenfalls auch aktualisiert oder gesperrt werden. Ein Austausch der eGK – zum Beispiel bei Adress- oder Statusänderungen – ist dann nicht mehr notwendig.

Beispiel: Der Patient legt seine eGK am Empfangstresen vor. Die eGK wird in das E-Health-Kartenterminal gesteckt. Sobald die eGK eingesteckt ist, beginnt automatisiert der Datenabgleich: Der Konnektor fragt über die TI beim Versichertenstammdatendienst der Krankenkasse an, ob die eGK gültig ist und ob die auf der eGK gespeicherten Daten aktuell sind. Ist die eGK gültig und sind neue Daten vorhanden, werden die Daten auf der eGK aktualisiert. Der Prüfnachweis wird auf der eGK gespeichert, auch dann, wenn die Versichertenstammdaten noch aktuell waren. Nach dem Datenabgleich übernimmt das PVS den Prüfnachweis der eGK und zeigt eine der folgenden Meldungen an: „Die eGK und die Daten sind aktuell.“ oder „Aktualisierte Daten liegen vor.“

Per Knopfdruck können die auf der eGK aktualisierten Daten auch in die Patientendatei der Praxis übernommen werden. Ist die eGK ungültig, zeigt das PVS eine entsprechende Meldung an. Es werden dann weder Daten noch Prüfungsnachweis auf die eGK geschrieben oder an das PVS übermittelt. Die eGK wird wie gewohnt aus dem Kartenterminal genommen.

Bei Tests in Praxen hat sich gezeigt, dass die Online-Prüfung ohne Aktualisierung in der Regel nicht länger dauert als das Einlesen der eGK. Etwas mehr Zeit benötigt das System, wenn Angaben aktualisiert werden. Dafür müssen Praxismitarbeiter die neuen Versichertendaten nicht mehr händisch einpflegen, denn sie können automatisch in das PVS übernommen werden.

Vorgaben an die Hersteller der Technik sehen vor, dass die Online-Prüfung nicht länger als fünf Sekunden dauern soll, mit Aktualisierung maximal 13 Sekunden.

Bitte beachten Sie, dass der VSDM-Nachweis in der Abrechnung nur berücksichtigt werden kann, wenn der Patient zu der eingelesenen eGK auch behandelt und die Behandlung entsprechend abgerechnet wird.

Das Ersatzverfahren kann angewendet werden, wenn

  • eine für das Einlesen der eGK erforderliche Komponente defekt ist,
  • die eGK defekt ist,
  • die eGK nicht benutzt werden kann, da für Haus- und Heimbesuche kein entsprechendes Gerät zur Verfügung steht und keine bereits in der Arztpraxis mit den Daten der eGK vorgefertigten Formulare verwendet werden können,
  • der Arzt noch nicht am VSDM teilnimmt und der Versicherte darauf hinweist, dass sich die zuständige Krankenkasse, die Versichertenart oder die Besondere Personengruppe geändert hat, die eGK dies aber noch nicht berücksichtigt.  

Bei technischen Störungen mit dem VSDM wenden Sie sich als Erstes an Ihren Systembetreuer.

Ja. Nach dem Gesetz muss bei jedem persönlichen Patientenkontakt die eGK eingelesen werden. Auch Flüchtlinge oder Asylbewerber besitzen in der Regel eine eGK, die eingelesen werden kann. Bitte beachten Sie, dass Sie für die Beantragung der Pauschalen den TI-Antrag einreichen müssen.

In der Zeit der Vertretung muss sich der Arzt nicht an die TI binden. Dies ist erst notwendig, wenn er für diesen Sitz die Zulassung erhält.

Laut BMV-Ä § 19 und Anlage 4a muss die eGK vorgelegt werden. Beim ersten Besuch wird die eGK eingelesen, auch wenn zusätzlich eine Überweisung vorliegt. Dann muss auch das VSDM durchgeführt werden.

Auch für die Zeit der Elternzeitvertretung muss die TI in der Praxis installiert werden. Die Praxis ist in Betrieb und eGKs werden eingelesen, auch wenn sie durch einen Vertreter weitergeführt wird. Das bedeutet, dass entweder die TI bestellt und eingerichtet wird oder die 2,5-prozentige Honorarkürzung erfolgt.

Ja. Nur ausgelagerte Praxisstätten, OP-Zentren und Gerätegemeinschaften müssen nicht angebunden werden.

Da die PT-Ausbildungsinstitute nicht vertragspsychotherapeutisch tätig sind und wir als KVNO für die Abrechnung lediglich als Dienstleister fungieren, unterliegen diese nicht der Pflicht zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur. Ein Anspruch auf Kosten-Erstattung besteht ebenfalls nicht. Deshalb erfolgt auch keine Honorarkürzung.

Wie bei den PT-Ausbildungsinstituten ist auch hier die KVNO lediglich als Dienstleister tätig. SAPV-Teams unterliegen daher nicht der Pflicht zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur und haben auch keinen Anspruch auf Erstattung etwaiger Kosten. Aus diesen Gründen wird auch keine Honorarkürzung erfolgen.

Die Beantragung der Pauschalen für Chirurgen mit zusätzlicher zahnärztlicher Zulassung erfolgt über die Kassenzahnärztliche Vereinigung (KZV).

Ausnahmen aufgrund von befristeten Ermächtigungen sind nicht möglich. Auch Ärzte,
Psychotherapeuten und Einrichtungen mit befristeten Ermächtigungen sind zum VSDM
verpflichtet.

Ab 1. Januar 2021 müssen ermächtigte Ärzte/Psychotherapeuten/Einrichtungen
an die TI angeschlossen sein und als erste Anwendung das VSDM durchführen. Tun sie das
nicht, ist ihnen die Vergütung vertragsärztlicher Leistungen pauschal um 2,5 Prozent so lange zu kürzen, bis sie die VSDM-Prüfung durchführen.

Alle Ermächtigten sind verpflichtet sich bis zum 31. Dezember 2020 an die TI anzubinden. Diese Frist gilt auch für Ermächtigte ohne persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt.

Bei ermächtigten Laborärzten, Pathologen und Transfusionsmedizinern ohne persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt ist die Durchführung des VSDM nicht möglich. Daher besteht in diesen Fällen keine Pflicht zum VSDM aber dennoch die Pflicht zur Anbindung an die TI.

Für die Tätigkeit als Belegarzt im Krankenhaus kann weiterhin das mobile Kartenlesegerät
verwendet werden. In diesem Versorgungskontext ist kein VSDM-Abgleich durchzuführen und es ist keine Ausstattung mit den Komponenten erforderlich.

Poolärzte sind Nicht-Vertragsärzte am organisierten Ärztlichen Bereitschaftsdienst und
müssen kein VSDM durchführen. Eine freiwillige Anbindung an die TI ist nicht zu empfehlen,
da die Finanzierungsvereinbarung derzeit keine Erstattung von TI-Pauschalen für Poolärzte
vorsieht. Die mobilen Kartenlesegeräte können erst einmal weiter verwendet werden.
Die Bereitschaftspraxen werden mit den erforderlichen Komponenten zur Durchführung des
VSDM-Abgleich ausgestattet, d.h. in den Praxen kann das VSDM durchgeführt werden.

Notärzte müssen kein VSDM durchführen und müssen sich daher nicht an die TI anbinden.

Technische Ausstattung

Neben einem regulären Internetanschluss (einfacher DSL-Anschluss ist ausreichend) benötigen Sie einen für die TI zugelassenen sogenannten Konnektor, ein für die TI zugelassenes stationäres Kartenlesegerät (sogenannter E-Health-Kartenterminal) und eine SMC-B-Karte.

Sofern Sie ein mobiles Kartenlesegerät im Einsatz haben, ist auch dieses durch ein für die TI zugelassenes mobiles Kartenlesegerät auszutauschen. Zudem benötigen Sie für das neue mobile Kartenlesegerät eine weitere SMC-B-Karte oder einen eHBA ab der Version G2.

Zudem gibt es weitere technische Komponenten, die von Ihrem Techniker bzw. Ihrem PVS-Anbieter zur Verfügung gestellt werden. Hierzu zählen beispielsweise Gerätekarten, welche mit dem Konnektor und den E-Health-Kartenterminals ausgeliefert werden, sowie der VPN-Zugangsdienst. Auch das PVS muss durch Ihren Anbieter angepasst werden, damit das Auslesen und gegebenenfalls Aktualisieren der Versichertenstammdaten möglich sind.

Nein. Weder der Konnektor noch der VPN-Zugangsdienst benötigen ein definiertes Betriebssystem in der Praxis. Sofern das PVS (auch heute schon) ein bestimmtes Betriebssystem voraussetzt, kann dieses weiterverwendet werden.

Die Komponenten müssen den Spezifikationen der gematik sowie den Sicherheitsvorgaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) entsprechen.  

Ihr Softwarehaus ist Ihr erster Ansprechpartner für die Bestellung aller Komponenten bis auf die SMC-B-Karte.

Die Bestellung der SMC-B erfolgt über das Webportal des jeweiligen Kartenherstellers. Danach gibt die zuständige KV (als sogenannte attributbestätigende Stelle) die vom Arzt gemachten Angaben bezüglich seiner Zulassung für die Bestellung der SMC-B frei. Bisher zugelassene Kartenhersteller sind die Bundesdruckerei, T-Systems und medisign. Das Prozedere der Bestellung und der Versendung sowie die Preisgestaltung der Karte obliegen dem jeweiligen Kartenhersteller.

a) Wenden Sie sich für die Bestellung aller Komponenten (Ausnahme SMC-B-Karte) an Ihr Softwarehaus und kaufen Sie bei diesem das Gesamtpaket (TI-Bundel).

Darüber hinaus kann der Konnektor nur mit einem PVS „zusammenarbeiten“, das bereits die notwendigen Anpassungen an die TI erhalten hat. Ob dieses auf das in der Praxis verwendete PVS zutrifft, sollten Sie vor dem Kauf sicherstellen. Ärzte und Psychotherapeuten sollten sich dazu an ihr Softwarehaus wenden.

b) Bestellen Sie alle Komponenten in zeitlichem Zusammenhang.

Die Höhe der Finanzierungspauschale richtet sich nicht nach dem Zeitpunkt der Bestellung, sondern nach der Inbetriebnahme. Sämtliche Pauschalen und Zuschläge, welche die Krankenkassen Ihnen für den Anschluss und den Betrieb der TI zahlen, erhalten Sie erst ab dem ersten VSDM – also erst dann, wenn Sie die erste eGK mit Ihrem neuen Kartenterminal eingelesen haben, dabei die Versichertendaten des Patienten auf der Chipkarte automatisch online geprüft wurden und Sie einen Behandlungsfall angelegt haben.

Seit Verfügbarkeit der TI sind alle Anwendungen im sicheren Netz der KVen (SNK) direkt über die TI erreichbar. Dadurch kann bzw. soll der KV-SafeNet-Anschluss mit Installation der TI in jeder Arzt- und Psychotherapeutenpraxis entfallen.

Bitte testen Sie bei der TI-Installation mit dem Techniker vor Ort, ob dieser SNK-Zugang funktioniert. Erst, wenn sichergestellt wurde, dass die KV-Anwendungen auch wirklich direkt über die TI erreichbar sind, kann der KV-SafeNet-Vertrag gekündigt werden.

Laut KV-SafeNet-Richtlinie V 3.2 kann der Vertrag zum Ende der Laufzeit des derzeit gültigen Zertifikates gekündigt werden. Sprechen Sie bezüglich der Kündigung Ihren zuständigen KV-SafeNet-Anbieter an.

Die Kosten für die Einrichtung und den Betrieb eines Internetanschlusses zählen zu den allgemeinen Praxiskosten einer Vertragsarzt- bzw. Vertragspsychotherapeutenpraxis.

Eine gesonderte Vergütung des Internetanschlusses sieht die Finanzierungsvereinbarung der TI nicht vor. Diese Vergütung ist auch kein Bestandteil der vereinbarten Pauschalen für die Erstausstattung und die Betriebskosten.

Ein einfacher DSL-Anschluss (mindestens 1 Mbit) reicht aus.

Wichtig: Achten Sie darauf, dass der DSL-Router IPsec-fähig ist! Fragen Sie hierzu gegebenenfalls Ihren Internet-Provider.

Theoretisch ja, dies wurde bei der Erprobung erfolgreich getestet. Jedoch kann es bei LTE- und UMTS-Verbindungen zu Verbindungsfehlern kommen. Aus diesem Grund wird ein einfacher DSL-Anschluss empfohlen.

Der Secure Internet Service (SIS) baut einen sicheren Tunnel (Virtual Private Network, VPN) zum Internet auf. Dieser arbeitet dabei als Firewall, die zusätzlich Viren entfernen und den Zugriff auf unsichere Webseiten blockieren kann. Das erhöht den Schutz der Praxissysteme.

Der Zugang zur Telematikinfrastruktur ist gänzlich unabhängig vom SIS. Praxen können dieses Angebot nutzen, müssen es aber nicht.

Bitte beachten Sie: Auch die Nutzung von SIS schützt nicht vor den Gefahren des Internets.

Der SIS ist mit einer geringen Bandbreite je nach Anbieter zwischen ein und fünf GB kostenlos vorhanden. Mit dieser Bandbreite kommen Sie bei Updates, Fernwartungen oder Nutzung des Internets aber schnell an Ihre Grenze.

Wenn Sie das Internet ohne Einschränkungen nutzen möchten, müssen Sie ein kostenpflichtiges Erweiterungspaket hinzubuchen. Sprechen Sie Ihr Softwarehaus an. 

Hier sind durch die Arztpraxis auch alternative Anschlusswege zu DSL zu prüfen, etwa UMTS, LTE, Modem. Wenn diese Wege auch nicht funktionieren, sollte dies der KVNO nachgewiesen werden (Bestätigung eines Internetanbieters).

Sie benötigen für jede Hauptbetriebsstätte und jede Nebenbetriebsstätte ein eigenes stationäres Kartenlesegerät sowie für jede Betriebsstättennummer eine eigene SMC-B-Karte. Das heißt, dass sowohl für die Hauptbetriebsstätte als auch die Nebenbetriebsstätte jeweils ein stationäres Kartenlesegerät mit jeweils einer eigenen SMC-B-Karte je Betriebsstättennummer erforderlich ist.

Ja. E-Health-Kartenterminal bedeutet lediglich, dass es sich um ein Kartenterminal handelt, welches für das Auslesen von eGKn zertifiziert ist. eGKn werden seit dem Jahr 2011 von den Krankenkassen an ihre Mitglieder ausgegeben. Ein Austausch derartiger Kartenterminals beim Übergang auf die TI gemäß § 291a SGB V ist notwendig, da die Geräte nicht migrationsfähig sind.

Nach uns vorliegenden Informationen können an einen Konnektor bis zu 20 stationäre Kartenlesegeräte angeschlossen werden. Besprechen Sie diese Frage bitte auch mit Ihrem Softwarehaus.

Mittlerweile gibt es auch zugelassene mobile Kartenlesegeräte. Für den Betrieb der neuen mobilen Kartenlesegeräte benötigten Sie entweder eine SMC-B-Karte oder einen eHBA ab der Version G2.

Dies ist notwendig, um später Daten von den eGKn lesen zu können, die dort verschlüsselt abgelegt sind. Eine Verschlüsselung schützenswerter Versichertenstammdaten (zum Beispiel DMP-Kennzeichen) ist durch den Bundesdatenschutzbeauftragten gefordert und soll erfolgen, sobald eine flächendeckende Ausstattung mit (neuen) mobilen Kartenlesegeräten sowie Praxisanbindungen an die TI vorhanden sind.

Bis dahin können Sie Ihre Bestandsgeräte vorerst weiterverwenden. Mit einem mobilen Kartenlesegerät ist grundsätzlich kein Versichertenstammdatenabgleich möglich, diese Geräte arbeiten im Offline-Betrieb. Wie bisher wird die eGK in das mobile Kartenlesegerät eingelesen und die gespeicherten Daten werden später in das PVS übertragen. Auch mit den neuen mobilen Kartenlesegeräten wird kein Versichertenstammdatenabgleich möglich sein.

Nein die aktuellen Kartenlesegeräte haben keine NFC Schnittstelle. Die NFC-Fähigkeit der eGK´s kann aktuell nur über Smartphones genutzt werden. Eine spätere Anwendung wäre die Nutzung der ePA.

Die neuen eHealth-Kartenterminal können ab der Anbindung an die TI genutzt werden. Die alten Kartenterminals können für die TI-Anwendungen (VSDM/eMP/NFDM und KIM) nicht verwendet werden. Die alten Kartenterminals können aber als Notfallösung bei einer technischen Störung für das Einlesen der eGK genutzt werden.

Es ist empfehlenswert je Arbeitsplatz ein stationäres Kartenterminal einrichten zu lassen. Die genaue Anzahl ist abhängig von Ihren Praxisräumlichkeiten und Ihrer Praxisorganisation. Halten Sie ggf. Rücksprache mit Ihrem PVS-Anbieter.

Eine Empfehlung kann von unserer Seite nicht ausgesprochen werden. Sie können alle zertifizierten eHealth-Kartenterminals verwenden. Welches für Sie das richtige ist hängt von Ihrer Praxisorganisation ab. Lassen Sie sich von Ihrem Systembetreuer beraten.

Konnektor

Der Konnektor ist eine Art Router, ähnlich einem DSL-Router, allerdings auf einem deutlich höheren Sicherheitsniveau. Er ist mit den Kartenterminals und dem PVS verbunden und schafft den Zugang zur TI-Plattform. Der Konnektor stellt ein sogenanntes virtuelles privates Netzwerk (VPN) her, das es ermöglicht, elektronische Anwendungen unter Einsatz moderner Verschlüsselungstechnologien völlig abgeschirmt vom sonstigen Internet zu nutzen. Daneben erfüllt der Konnektor noch andere Sicherheitsaufgaben, beispielsweise die Verschlüsselung und die qualifizierte elektronische Signatur von Dokumenten.

Ja. Um mehrere Betriebsstätten an den Konnektor anbinden zu können, müssen Sie die TI-Zusatzpakete für Betriebsstätten bestellen. Ihr Systembetreuer kann Ihnen sagen, ob für Ihre Praxiskonstellation ein Konnektor ausreicht (beispielsweise eine Haupt- und mehrere Nebenbetriebsstätten oder auch eine Praxisgemeinschaft), oder ob pro Betriebsstätte jeweils ein Konnektor erforderlich ist.

Die Anforderungen an die Einsatzumgebung des Konnektors ergeben sich aus dessen Sicherheitszertifizierung. Das Handbuch des jeweiligen Konnektors enthält entsprechende Sicherheitshinweise.

Ja. Eine Fernwartung des PVS ist grundsätzlich weiterhin möglich, wenn Sie parallel angebunden sind oder die Reihenschaltung mit SIS verwenden.

Die Übernahme des Konnektors bei einem Inhaberwechsel der Praxis ist grundsätzlich möglich. Hierzu sind vier Schritte erforderlich:

  • Es muss ein Übergabe-Vertrag für den Konnektor geschlossen werden, in dem bestätigt wird, dass der Konnektor im laufenden Praxisbetrieb weiter genutzt und an den Nachfolger übergeben wird.
  • Der Pflege- und Wartungsvertrag muss auf den Nachfolger überschrieben werden.
  • Es muss eine neue SMC-B-Karte bestellt werden, wenn sich die BSNR geändert hat. Die alte SMC-B-Karte kann nicht an den Nachfolger übergeben werden.
  • Der Konnektor muss zurückgesetzt und neu installiert werden.

Sprechen Sie bitte vor der Übernahme frühzeitig mit Ihrem PVS-Anbieter. Für den Konnektor ist durch den Verkäufer (oder seinen IT-Dienstleister) eine De-Registrierung des Konnektors notwendig, wie durch die gematik gefordert. Der Käufer muss vor einer erneuten Inbetriebnahme die Unversehrtheit des Konnektors prüfen (Gehäuse-Siegel).

Nach der Spezifikation ergeben sich folgende Zeiten: Nach spätestens sieben Tagen nimmt der Konnektor den Zustand CRL_Out_Of_Date an. Bei dem Boot-up des Konnektors mit Internetzugang wird die CRL automatisch heruntergeladen, sodass keine Administratoraktion notwendig ist.

Nach 30 bis 60 Tagen läuft die Grace-Periode der TSL ab. In diesem Zustand muss die TSL über die Administrationsoberfläche in den Konnektor geladen werden. Hierfür kann eine Technikerunterstützung hilfreich sein.

Alle zwei Jahre ändert sich der Vertrauensanker für die TSL. In diesem Fall muss vor dem Laden der aktuellen TSL die Wechsel-TSL geladen werden. Hierfür sind Instruktionen des Service notwendig, sodass eine Technikerunterstützung sinnvoll ist.

Damit die oben genannten Aussagen zutreffen, müssen die aktuellen Versionen der Konnektor-Firmware installiert sein, da in diesem Bereich Fehler korrigiert wurden.

In Quartal 4/2020 sollte der Austausch der Konnektoren abgeschlossen sein.

Ja. Jede Praxis kann auf freiwilliger Basis entscheiden, ob sie eine Garantieverlängerung für die kompletten TI-Komponenten oder nur für den Konnektor abschließen möchte. Das ist kein Muss! Garantieverlängerungen werden von vielen Herstellern angeboten. Bei Interesse müssen Praxen auf den PVS-Anbieter zugehen.

Die Gewährleistungsdauer erfragen Sie bitte bei Ihrem Komponentenanbieter/Softwarehaus.

Die PTV-Stufen beschreiben die Funktionsfähigkeit des Konnektors. PTV 1 ist der VSDM-Konnektor, PTV 2 enthält die QES-Funktion, PTV 3 ist der E-Health-Konnektor, mit dem die Anwendungen NFDM/eMP und KIM möglich sind, und der PTV-4-Konnektor wird für die Nutzung der ePA benötigt.

Finanzierungsvereinbarung

Nach § 291a SGB V muss der GKV-Spitzenverband die Ausstattungs- und Betriebskosten für die TI finanzieren. Die Details wurden in der „Vereinbarung zur Finanzierung und Erstattung der bei den Vertragsärzten entstehenden Kosten im Rahmen der Einführung und des Betriebes der TI gemäß § 291a Absatz 7 Satz 5 SGB V sowie zur Abbildung nutzungsbezogener Zuschläge gemäß § 291a Absatz 7b Satz 3 SGB V“ – kurz „Finanzierungsvereinbarung TI“ – zwischen KBV und GKV-Spitzenverband geregelt.

Die aktuelle TI-Finanzierungsvereinbarung (vom 14. Dezember 2017) gilt bis zum 31. März 2022. Nach § 10 Absatz 1 der Finanzierungsvereinbarung werden die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband spätestens im April 2021 erneute Verhandlungen aufnehmen, um die Betriebsbereitschaft der technischen Komponenten zum Anschluss der Vertragsarztpraxen an die TI sicherzustellen.

In § 10 Absatz 2 der Vereinbarung ist ebenfalls festgelegt, dass die KBV und der GKV-Spitzenverband Verhandlungen zur Anpassung der Vereinbarung aufnehmen, wenn sich neue Erkenntnisse über die Entwicklung der Marktpreise oder andere starke Veränderungen ergeben.

Grundsätzlich hat jede Vertragsarztpraxis (jede genehmigte Betriebs- und Nebenbetriebsstätte) Anspruch auf Erstattung der Kosten für die erforderliche erstmalige Ausstattung und der für die TI-Nutzung relevanten Betriebskosten. Dies gilt, solange diese Praxis an die TI angeschlossen ist und das VSDM in jeder ausgestatteten Betriebs- und/oder Nebenbetriebsstätte im Sinne der Anlage 4a BMV-Ä (gültig ab 01. Juli 2017) durchführt wird.

Als Vertragsarztpraxis im Sinne der TI-Finanzierungsvereinbarung gelten die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzte und Einrichtungen nach § 95 Absatz 1 Satz 1 SGB V, soweit eine eigene Betriebsstättennummer entsprechend der Richtlinie der KBV vergeben wurde (Richtlinie nach § 75 Absatz 7 SGB V zur Vergabe der Arzt-, Betriebsstätten- sowie der Praxisnetznummern).

Nein. Bei Praxisübernahmen besteht nur ein Anspruch auf Erstattung der Erstausstattungspauschalen, wenn:

  • die TI-Komponenten nicht von der Vorgängerpraxis übernommen werden können.
  • der Vorgänger die Praxis zwar ausgestattet hat aber die Komponenten z.B. in einer anderen vertragsärztlichen Tätigkeit (am anderen Ort oder mit reduziertem Versorgungsauftrag) weiter nutzt.
  • der Praxisnachfolger eine Praxissoftware nutzen möchte die nicht kompatibel zu der vorhandenen TI ist.

Wenn die TI-Komponenten nicht weiter genutzt werden können, muss das im Antrag begründet werden.

Ausgelagerte Praxisräume

Von der KV genehmigte, ausgelagerte Praxisräume, die über keine eigene Betriebsstättennummer verfügen, haben keinen Anspruch auf die Erstausstattungspauschale für den Konnektor und stationäre Kartenterminals. Alternativ haben diese Praxisräume Anspruch auf die Finanzierung eines mobilen Kartenterminals inklusive der Betriebskosten für eine zusätzliche SMC-B-Karte.

Vertragsärzte (inklusive angestellte Ärzte)

Vertragsärzte haben Anspruch auf die einmalige Erstattung der Kosten für ein mobiles Kartenterminal, je Vertragsarzt mit mindestens halber Zulassung, wenn zusätzlich ein dieser Bedingungen erfüllt sind:

  • Sie haben mindestens drei Hausbesuche nach den Gebührenordnungspositionen (GOP) 01410, 01411, 01412, 01413, 01415, 01418, 01721 und 05230 im Vorquartal und/oder im aktuellen Quartal durchgeführt und abgerechnet.
  • Sie weisen den Abschluss eines Kooperationsvertrages gemäß § 119b SGB V (Ambulante Behandlung in stationären Pflegeeinrichtungen) nach, der den Vorgaben der Anlage 27 zum BMV-Ä entspricht.

Eine Übersicht der Vergütung des NFDM finden Sie auf der Seite der KBV:
https://www.kbv.de/html/nfdm.php

Für die Berechnung Betriebsstättenfälle wird der Durchschnitt der Q3 und Q4/2016 sowie Q1 und Q2/2017 herangezogen. Wenn eine Praxis nach dem 31. Mai 2015 zugelassen wurde, bekommt diese mind. den Fachgruppendurchschnitt. Bei Praxen die sich neu niederlassen wird ebenfalls der Fachgruppendurchschnitt herangezogen.

Auszahlung der Pauschalen

Die Höhe der Erstattungspauschale für stationäre Kartenterminals ist abhängig von der Anzahl bzw. dem Tätigkeitsumfang der Ärzte/Psychotherapeuten, die an der jeweiligen Betriebsstätte ihren hauptsächlichen Tätigkeitsort haben. Daraus ergibt sich ein Anspruch auf die Auszahlung der Pauschale für ein bis maximal drei Kartenterminals.

Wenn Sie in beiden Betriebsstätten den Versichertenstammdatenabgleich durchführen, erhalten Sie für beide Betriebsstätten die Pauschale für den Konnektor. Bei den Anbietern muss bei der Anbindung einer weiteren Praxis ein kostenpflichtiges Erweiterungspaket gebucht werden.

Die Erstattung der Pauschalen bei KV-übergreifenden überörtlichen Berufsausübungsgemeinschaften erfolgt über die jeweilige zuständige KV. Liegt zum Beispiel eine Betriebsstätte in Westfalen-Lippe, so ist für die Betriebsstätte die KV Westfalen-Lippe zuständig. Für alle Betriebsstätten, die in Nordrhein liegen, erstattet die KV Nordrhein die Pauschalen.

Zur Auszahlung der Pauschalen für die Erstausstattung stehen Ihnen bei der KV Nordrhein zwei Optionen zur Verfügung:

1. Beantragung der Pauschalen über ein Antragsformular

Unmittelbar nach der Installation der TI und dem ersten VSDM laden Sie sich das Antragsformular herunter:

Tragen Sie die BSNR/NBSNR und das Datum des ersten Versichertenstammdatenabgleichs ein und senden Sie uns das Formular per E-Mail oder Fax zu.

Die Auszahlung der Pauschalen für die Erstausstattung erfolgt frühestens acht Wochen nach Eingang des Antrages.

Die Auszahlung der Pauschalen für die Betriebskosten erfolgt dann mit der Restzahlung für das jeweilige Quartal. Die ausgezahlten Pauschalen werden zudem im Honorarbescheid aufgeführt. Zudem werden die Betriebskostenpauschalen für das Quartal der erstmaligen VSDM-Nutzung anteilig berechnet, pro nicht genutztem Monat wird die Pauschale um ein Drittel reduziert.

Wichtig: Damit die Pauschalen für den laufenden Betrieb (Betriebspauschalen, SMC-B, eHBA) jedes Quartal ausgezahlt werden können, ist es wichtig, dass die Praxis den Versichertenstammdatenabgleich auch weiterhin jedes Quartal in jeder Betriebsstätte durchführt. Die KV Nordrhein prüft auch in den zukünftigen Abrechnungen, ob der Prüfnachweis für das VSDM ersichtlich ist, und zahlt dann die Pauschalen für den laufenden Betrieb aus.

2. Automatische Auszahlung der Pauschalen ohne Antrag

Wenn Sie keinen Antrag stellen, prüfen wir nach dem Einreichen Ihrer nächsten Abrechnung, ob ein Prüfnachweis für das VSDM vorhanden ist. Ist dies der Fall, zahlen wir die Pauschalen für die Erstausstattung zirka zwölf Wochen nach Ende des Abrechnungsquartals aus. Beispiel: Wenn die Übermittlung der Abrechnung für das erste Quartal 2020 Anfang April erfolgt, findet die Auszahlung Mitte Juni 2020 statt.

Die Auszahlung der Pauschalen für die Betriebskosten erfolgt dann mit der Restzahlung für das jeweilige Quartal. Die ausgezahlten Pauschalen werden zudem im Honorarbescheid aufgeführt. Außerdem werden die Betriebskostenpauschalen für das Quartal der erstmaligen VSDM-Nutzung berechnet. Pro nicht genutztem Monat wird die Pauschale um ein Drittel reduziert.

Nein. Eine Vorauszahlung der Pauschalen ist nicht möglich. Um nicht in Vorleistung treten zu müssen, nutzen Sie das Antragsverfahren, um die Pauschalen frühzeitig zu erhalten, und vereinbaren Sie mit Ihrem Lieferanten eine entsprechende Zahlungsfrist.

Grundsätzlich müssen keine Pauschalen zurückgezahlt werden, da Ihnen bei der Anbindung an die TI und für den laufenden Betrieb Kosten entstanden sind. Somit hatten Sie Anspruch auf die Pauschalen für die Erstausstattung und den laufenden Betrieb. Die Zahlung der Betriebskostenpauschalen endet mit der Beendigung der vertragsärztlichen Tätigkeit in der Praxis.

Reisende Anästhesisten erhalten nur dann die Pauschale für ein mobiles Kartenterminal, wenn sie sich an die TI anschließen und dann auch mindestens drei Haus- oder Heimbesuche durchführen.

Vertragszahnärzte rechnen die Kosten für die Anbindung an die TI nach den Regelungen der vertragszahnärztlichen Versorgung ab (vgl. § 1 Absatz 4 der TI-Finanzierungsvereinbarung).

Bei den Voraussetzungen für mobile Kartenterminals unterscheiden sich die Regelungen der vertragszahnärztlichen und vertragsärztlichen Versorgung jedoch und sind für Vertragsärzte vorteilhafter: Während Zahnärzte 30 Besuchsleistungen oder einen Kooperationsvertrag gemäß § 119b SGB V nachweisen müssen, um eine Kostenerstattung für ein mobiles Kartenterminal zu erhalten, müssen Ärzte lediglich drei Hausbesuche im aktuellen oder Vorquartal oder einen Kooperationsvertrag gemäß § 119b SGB V nachweisen.

Um Ärzten mit einer Doppelzulassung als Vertragsarzt und Vertragszahnarzt dennoch die Möglichkeit zu geben, von den vorteilhafteren Regelungen der vertragsärztlichen Versorgung zu profitieren, hat die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) mit dem GKV-Spitzenverband eine Sprachregelung verhandelt.

Demnach können diese Ärzte einen Erstattungsanspruch für ein mobiles Kartenterminal bei ihrer KZV erwirken, sofern sie eine Bescheinigung der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung darüber vorlegen, dass sie die Ansprüche der vertragsärztlichen Versorgung für ein mobiles Kartenterminal erfüllen (§ 6 Absatz 2 Anlage 32 BMV-Ä).

KV-übergreifende Zweigpraxen und Standorte einer KV-übergreifenden BAG, die in einem anderen KV-Bereich liegen, werden jeweils von der zuständigen KV finanziert.

Sobald Ihr Systemhaus Ihnen das Konnektor-Update (eHealth-Konnektor) zur Verfügung gestellt und die Module für die neuen TI-Anwendungen verfügbar sind, können Sie ab Betriebsbereitschaft der neuen TI-Anwendungen, den Antrag zur Erstattung der Pauschalen bei der KV Nordrhein stellen.

Wer bis zum 30. September 2020 das Konnektor-Update (eHealth-Konnektor) und die Anwendungen NFDM und/ oder eMP vorhalten und anwenden konnte, erhielt eine Zusatzpauschale von 60 Euro je angefangene 625 Betriebsstättenfälle.

Den Pauschalenantrag für das Konnektor-Update (NFDM/eMP und KIM), können Sie über Ihren KVNO-Portal Zugang einreichen. Hierzu melden Sie sich mit Ihren Zugangsdaten im KVNO-Portal unter www.kvnoportal.de an und gehen unter den Punkt „Service“ -> „Förderantrag Telematik“.

Ja, je angefangene 625 (0-625) Betriebsstättenfälle besteht ein Anspruch auf eine Pauschale in Höhe von 595 Euro für ein eHealth-Kartenterminal.

Ja. Voraussetzung für die Erstattung der zusätzlichen Pauschalen für die Fachanwendungen ist die Betriebsbereitschaft. Betriebsbereit bedeutet,dass der Konnektor über das Upgrade sowie die Praxissoftware über die Anwendung(en)/Modul(e) NFDM und/oder eMP verfügen.

Nein. Die Förderung für den eHBA erhalten Sie erst, sobald Sie an die TI angebunden sind.

Nein. Nur der Arzt hat Anspruch auf die Pauschalen, da die Abrechnung des Weiterbildungsassistenten über den Arzt erfolgt.

Praxisausweis (SMC-B)

Damit sichergestellt ist, dass nur berechtigte Nutzer Zugang zur TI erhalten, benötigen alle Praxen und sonstigen medizinischen Einrichtungen einen elektronischen Praxis- beziehungsweise Institutionsausweis, in der IT-Sprache auch „Security Module Card Typ B“ (SMC-B-Karte) genannt.

Mittels dieser SMC-B-Karte registrieren sich die Praxen als Institution im Gesundheitswesen an der TI. Neben dem Konnektor und dem stationären Kartenlesegerät ist die SMC-B-Karte somit eine zwingend erforderliche Komponente für den TI-Zugang.

Nach dem Patientendaten-Schutz-Gesetzes (PDSG) dürfen Ärzte und Psychotherapeuten die SMC-B-Karten künftig nur noch bestellen, wenn sie einen eHBA besitzen.

Die KBV konnte eine übergangslösung durchsetzen so das Praxen den Praxisausweis auch ohne eHBA erhalten. Für die Bestellung reicht der Nachweis darüber aus, dass ein eHBA beantragt wurde. Die Regelung gilt bis zum Ende des ersten Quartals 2021. Die SMC-B-Karte wird für den Anschluss der Praxen an die Telematikinfrastruktur benötigt.

Die SMC-B-Karte können Sie nur über die Online-Portale zugelassener Kartenhersteller beantragen. Eine Bestellung direkt bei der KV Nordrhein ist nicht möglich. Zugelassene Kartenhersteller sind die Bundesdruckerei und die Firmen medisign und T-Systems. Sie bieten die Bestellung online an:

Nachdem der Antrag von Ihnen online ausgefüllt und eingereicht wurde, holt der Kartenhersteller bei der zuständigen KV die Bestätigung darüber ein, dass der Antragsteller tatsächlich Vertragsarzt bzw. -psychotherapeut oder ärztlicher Leiter eines MVZ ist und damit Anspruch auf eine SMC-B-Karte hat. So soll sichergestellt werden, dass nur berechtigte Nutzer Zugang zur TI erhalten.

Vor Freigabe der Bestellung muss die KV Nordrhein die Praxen anrufen und sich vom Praxisinhaber oder Praxispersonal die Bestellung bestätigen lassen. Dazu fragen die anrufenden KV-Mitarbeiter die Antragsnummer der Bestellung ab. Erst dann wird die Bestellung freigegeben. Darüber hinaus dürfen SMC-B Karten-nur noch an eine Adresse geliefert werden, die bei der KV hinterlegt ist. Das ist in der Regel die Praxisadresse.

Anschließend erfolgen durch den Kartenhersteller Produktion und Versand. In der Regel wird Ihnen die SMC-B-Karte innerhalb von vier Wochen vom Kartenanbieter mit der Post per Einschreiben zugestellt. Die dazugehörige/n PIN/s erhalten Sie zeitlich versetzt in einem separaten Umschlag mit normaler Briefpost.

Wichtig: Sobald Sie Ihren Praxisausweis und den PIN-Brief erhalten haben, müssen Sie die Karte innerhalb von vier Wochen über einen Link im Online-Portal des Kartenherstellers freischalten.

Es ist nur eine SMC-B-Karte für ein stationäres Kartenlesegerät erforderlich. Gibt es mehrere stationäre Kartenlesegeräte in einer Praxis, ist trotzdem nur eine SMC-B-Karte notwendig. Bitte beachten Sie, dass unabhängig von der Anzahl der stationären Kartenlesegeräte pro Betriebsstätte die Pauschale nur für eine SMC-B-Karte ausgezahlt wird.

Pro Betriebsstättennummer muss ein Antrag gestellt werden.

Es ist leider nicht möglich, mehrere Betriebsstättennummern in einem Kartenantrag anzugeben. Nutzen Sie ein neues mobiles Kartenterminal, wird für dies ebenfalls eine
SMC-B-Karte oder ein eHBA ab der Version G2 benötigt.

Bei Fragen zu SMC-B-Karte oder PIN-Brief wenden Sie sich bitte an den Kartenhersteller, bei dem Sie die SMC-B-Karte bestellt haben.

Informieren Sie unverzüglich die KV Nordrhein. In diesem Fall werden wir Ihren Antrag ablehnen. Eine Änderung unsererseits ist leider nicht möglich. Sie müssen den Antrag dann erneut stellen. Sollte der Antrag bereits von der KV Nordrhein freigegeben worden sein, ist eine Stornierung leider nicht mehr möglich.

Der Status der Bestellung kann im Antragsportal des Kartenherstellers eingesehen werden. Hierfür müssen Sie sich mit Vorgangsnummer und Passwort im Antragsportal einloggen.

Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an den Kartenhersteller, bei dem Sie bestellt haben.

Sollte die Zustellung zum Beispiel aufgrund des Praxisurlaubes oder Abwesenheit nicht angenommen werden können, geht der Brief an die zuständige Postfiliale. Eine Nachricht über die Nichtzustellung sollte vom Briefträger hinterlassen werden.

Innerhalb einer Woche kann das Einschreiben in der Postfiliale abgeholt werden. Wird der Brief nicht innerhalb dieser Frist abgeholt, geht er zurück an den Kartenhersteller. Dieser versendet das Einschreiben umgehend erneut.

Ein bereits von der KV freigegebener Antrag ist nicht mehr änderbar! Der Kartenhersteller beginnt nach der Freigabe durch die KV unmittelbar mit der Produktion der beantragten SMC-B-Karten.

Da die SMC-B-Karte einer Betriebsstättennummer zugeordnet ist, verbleibt sie in der Praxis.

Eine Sperrung der SMC-B-Karte kann aus folgenden Gründen notwendig werden:

  • Der Praxisinhaber stellt seine Tätigkeit ein (BSNR wird beendet).
  • Die SMC-B Karte wurde verloren oder gestohlen.
  • Die BSNR ändert sich.

Die Praxis ist für die Sperrung der SMC-B Karte-verantwortlich. Diese kann durch die oben genannten Gründe notwendig werden. Jedoch sind auch der Kartenhersteller und die KV berechtigt, SMC-B-Karten zu sperren.

Die Kartenherausgeber gehen mit dem Thema Kulanz unterschiedlich um. Bitte wenden Sie sich zur weiteren Abklärung direkt an den Hersteller, bei dem Sie die SMC-B-Karte bestellt haben.

Als Arzt, da sie dann mehr Möglichkeiten bei der Einsicht der abgelegten Daten haben.

Bitte wenden Sie sich zur weiteren Abklärung direkt an den Hersteller, bei dem Sie die Karte bestellt haben.

Bitte wenden Sie sich zur weiteren Abklärung direkt an den Hersteller, bei dem Sie die Karte bestellt haben.

Für ermächtigte Einrichtungen, die nicht an ein Krankenhaus angebunden sind und mit den Krankenkassen direkt abrechnen, wurden Regelungen zur Erstattung der Kosten zum Anschluss an die TI in die Deutsche Krankehaus Gesellschaft (DKG)-TI-Vereinbarung aufgenommen. Demnach treffen die Vertragsparteien auf Landesebene dafür eine entsprechende Vereinbarung (vgl. § 3a Absatz 3).

Für den Anschluss an die TI benötigen diese Einrichtungen eine SMC-B. Hierfür ist eine Beantragung bei einem Anbieter für SMC-B-Karten sowie eine Freigabe des Antrages durch die KV auf dem üblichen Weg notwendig (vgl. § 3a Absatz 2).

Die Finanzierung der SMC-B-Karte läuft über die DKG.

Für Fragen zur TI-Finanzierungsvereinbarung steht Ihnen Gesine Schierenberg
(Tel.: 030 4005 1348, E-Mail: GSchierenberg@kbv.de) gern zur Verfügung.

Die Bestellung von SMC-B-Karten erfolgt über die KV.

Elektronischer Heilberufsausweis (eHBA)

Der eHBA wird für die digitale Signatur benötigt, zum Beispiel beim Versenden elektronischer Arztbriefe (eArztbrief) und der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU), aber auch für das Schreiben des Notfalldatensatzes und des elektronischen Medikationsplans (eMP).

Der eHBA G0 kann jetzt schon für die qualifizierte elektronische Signatur (QES) von eArztbriefen, Laborüberweisungen oder die Übermittlung der elektronischen Sammelerklärung bei der Online-Abrechnung genutzt werden.

Für die erste verpflichtende TI-Anwendung Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) ist kein eHBA notwendig. Für kommende Anwendungen wie das Notfalldatenmanagement (NFDM), den elektronischen Medikationsplan (eMP), die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) und den Zugriff auf die elektronische Patientenakte (ePA) wird der eHBA G2 benötigt.

Ja, auch für das Auslesen des eMP oder des NFD wird ein eHBA G2 in der Praxis benötigt.

Das Antragsverfahren für den eHBA erfolgt ähnlich wie beim analogen Arzt- bzw. Psychotherapeutenausweis über die zuständige Landeskammer:

Die Kosten für den eHBA belaufen sich derzeit auf 7,90 Euro pro Monat, teilweise refinanziert durch die TI mit 11,63 Euro im Quartal.

Der eHBA der Generation 0 und G2.0; ab der Version G2.1 ist zusätzlich die Komfortsignatur möglich.

Sobald das Update für den E-Health-Konnektor (PTV3) da ist und sobald Sie von Ihrem Softwareanbieter eine Softwarelösung zur Änderung der Transport-PINs erhalten haben.

Stapel- und Komfortsignatur sind Spezialfälle der QES. Im Normalfall wird bei einer QES mit der Eingabe einer PIN für die Signatur nur ein einziges Dokument signiert. Bei einer Stapelsignatur können mit der Eingabe einer PIN mehrere Dokumente gleichzeitig signiert werden, also stapelweise. Nach dem Signaturvorgang wird die PIN-Authentisierung für die Signaturerstellung gelöscht.

Die Komfortsignatur geht in puncto Benutzerfreundlichkeit über die Stapelsignatur hinaus:
Das Signieren mehrerer Dokumente kann nach einmaliger PIN-Eingabe über einen längeren Zeitraum (zum Beispiel ein Arbeitstag) erfolgen. Das heißt, es können zeitlich versetzt sogar mehrere Stapel signiert werden. Die PIN-Eingabe erfolgt ganz am Anfang, also vor dem Anzeigen der Dokumente, die zu dem Zeitpunkt noch gar nicht bekannt sein müssen.

Nein. Die gematik arbeitet aktuell an einer Lösung.

Auf der Vorderseite sind G0 und G2 nicht direkt zu unterscheiden, außer dass beim „Gültig bis“-Datum Tag.Monat.Jahr gedruckt ist anstatt Monat/Jahr.

Es gibt kein generelles Release-Kennzeichen auf den eHBAs. Jeder Anbieter kann dort seine eigenen Kennzeichen unterbringen.

Über die Ärztekammer. Verfügbare Anbieter sind die Bundesdruckerei, T-Systems, medisign und SHC Stolle & Heinz Consultants.

Ja, wenn das nötige Update des Konnektors zum PTV3 (E-Health-Konnektor) vorliegt; ohne dieses Update kann der eHBA keine Signatur erzeugen, weil die Signaturanwendungskomponente (SAK) auf dem Konnektor noch fehlt.

Der eHBA G0 kann aktuell über KV-Connect für die Signatur von Arztbriefen, Laborbefunden und der Online-Abrechnung verwendet werden. Sobald diese Anwendungen in KIM migriert sind wird der eHBA G2 benöigt.

Ansprechpartner ist die Ärztekammer Nordrhein (ÄkNo). Für Fragen zur Bestellung hat sie eine Hotline eingerichtet unter Telefon 0211/ 4302 25 60. Per Mail erreichen Sie die ÄkNO unter arztausweis@aekno.de.

Weitere Informationen bei der ÄkNo

Im Zusammenspiel mit dem E-Health-Konnektor ermöglicht die Version eHBA G2 es, mit einer einzigen PIN-Eingabe bis zu 254 Dokumente auf einen Schlag zu signieren.

Einziger Anbieter des eHBA der Generation 0 (eHBA G0) ist die Firma medisign GmbH.  Wenn Sie bereits den eHBA G0 im Einsatz haben, können Sie nach Angaben des Anbieters medisign auch innerhalb der Mindestvertragslaufzeit ohne Zusatzkosten zur neuen Generation 2 wechseln. Technische Voraussetzung hierfür ist, dass Ihre Praxis den E-Health-Konnektor (PTV 3) im Einsatz hat. Der eHBA G2 wird mit der Gebühr gemäß medisign-Preisblatt berechnet. Der bisherige eHBA G0 wird kostenfrei gestellt, darf aber weiterhin für bewährte Anwendungen eingesetzt werden. Im Antragsprozess für den eHBA G2 auf www.ehba.de fragt medisign automatisch ab, ob Sie zuvor einen eHBA G0 genutzt haben.

Es Ihnen natürlich freigestellt, auch einen anderen von der gematik bestätigten Anbieter von eHBA G2 zu den jeweils anbieterspezifischen Vertragsbedingungen zu beauftragen.  

Nein. Der neuen ePTA für die Nutzung der TI-Anwendungen ist zur Zeit noch nicht verfügbar.

Jeder Arzt oder Therapeut der auf die neuen medizinischen Anwendungen wie das NFDM, den eMP oder die ePA zugreifen möchte und wer z.B. eArztbriefe und die eAU signieren muss.

Mit dem eHBA können folgende Anwendungen genutzt werden:

  • elektronische Signatur (QES)
  • NFDM (07/2020)
  • eMP (07/2020)
  • ePA (01/2021)
  • eRezept (07/2021)

Über KIM:

  • eArztbrief (07/2020)
  • eAU (10/2021) der genaue Termin wird derzeit verhandelt

In einem stationären Kartenterminal können zwei eHBA gesteckt werden, der Kartenslot für die eGK kann somit für den zweiten eHBA verwendet werden. Zu beachten ist das dann keine eGK über dieses Kartenterminal eingelesen werden können.

Ja. Alle ärztlichen Praxisteilnehmer (auch angestellte Ärzte und Weiterbildungsassistenten) benötigen einen eHBA, da auch sie die digitalen Prozesse (z.B. qualifizierte elektronische Unterschrift auf dem eArztbrief und zukünftig auf der eAU) abbilden müssen.

Es wird nur ein eHBA je Arzt benötigt. Der eHBA muss lediglich in einem Kartenterminal gesteckt sein, welches sich in dem selben Praxisnetzwerk befindet.

Besitzer des eHBA G0 müssen einen Antrag für den neuen eHBA G2 stellen.
Nach Aussage der Firma medisign behält der alte Ausweis eHBA G0 bis zum Ende der Laufzeit seine Gültigkeit und kann kostenfrei weitergenutzt werden.

Ja. Alle Ärzte im MVZ benötigen den eHBA z.B. für die digitale Signatur der eAU.
Labormediziner und Pathologen benötigen den eHBA z.B. für die qualifizierte digitale Signatur bei elektronischen Arztbriefen (Befundberichte), später auch für Signatur- und Authentifizierungsprozesse bei der ePA.

Ein Arzt darf mehrere eHBA besitzen, dies ist aktuell aber nur beim Wechsel vom eHBA G0 zum eHBA G2 sinnvoll, da der eHBA G0 kostenfrei bis zum Ende der Laufzeit genutzt werden kann. Mehrere eHBA je Arzt sind sonst weder erforderlich noch zu empfehlen. Es gibt auch nur eine Pauschale für einen eHBA je Arzt. Der eHBA muss lediglich in einem Kartenterminal gesteckt sein, welches sich in dem selben Praxisnetzwerk befindet wie die anderen Kartenterminals.

Nein. Nach Aussage der Ärztekammer und der Kartenhersteller können beide Ausweise für alle TI-Anwendungen gleichermaßen verwendet werden.

Ja. Ab dem Zeitpunkt ab dem die Approbation vorliegt, kann ein eHBA bei der Ärztekammer bestellt werden, somit können auch Weiterbildungsassistenten einen eHBA nutzen.

Nein. Sie benötigen pro Arzt einen eHBA G2. Nach Aussage der Ärztekammer und der Kartenhersteller können beide Ausweise (für Ärzte und Zahnärzte) für alle TI-Anwendungen gleichermaßen verwendet werden.

Es ist möglich einen zweiten eHBA zu nutzen aber nicht erforderlich. Wenn der eHBA im Praxisnetzt gesteckt ist, können die Mitarbeiterinnen am Empfang z.B. den eMP oder NFDM vorbereiten.

  • eHBA: Ärzte
  • eZahnarztausweis: Zahnärzte
  • ePtA: Psychotherapeuten
  • eApothekenausweis: Apotheker

Ja das ist möglich. In ein Kartenterminal können Sie zwei eHBA stecken.

m Missbrauch Ihres eHBA zu vermeiden, sollten Sie diesen möglichst umgehend sperren lassen. Hierfür stehen Ihnen bei den eHBA Anbietern verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Wir empfehlen die telefonische Sperrung, da hier zwischen Sperrwunsch und technischer Durchführung die geringste Verzögerung entsteht.

  • Wichtig! Die Sperrung des eHBA kann nicht rückgängig gemacht werden! Um weiter mit dem eHBA arbeiten zu können, müssen Sie nach Sperrung eine Ersatzkarte beantragen, welche mit zusätzlichen Kosten für Sie verbunden ist.

Wenn Sie bereits einen eHBA G2 haben und einen zweiten bestellen sind das doppelte Kosten.

Haben Sie einen eHBA G0 und bestellen dann einen eHBA G2 wird der eHBA G0 für Sie kostenfrei und kann bis zum Ende der Laufzeit weitergenutzt werden. Hier entstehen dann keine doppelten Kosten.

Die Gültigkeit des eHBA / der SMC-B ist abhängig von der Laufzeit des Rahmenvertrages und kann bis zu fünf Jahre betragen.

Elektronische Gesundheitskarte (eGK)

Die ersten Versicherungen AOK Nordwest und DAK geben die neue eGK bereits aus. Weitere Krankenkassen werden voraussichtlich die eGKS bis Ende 2020/ Anfang 2021 ausgeben.

Der Konnektor benötigt ein Updatet, um diese Karten lesen zu können. Bei der CGM und Secunet (Version 2.0.47) liegt dieses Update bereits vor.

Jede Gesundheitskarte ist im Auslieferungszustand mit einer aktivierten sechsstelligen PIN für die Anwendung eMedikationsplan ausgestattet.

Diese PIN erhalten die Versicherten von ihrer Krankenkasse zusammen mit Erläuterungen zum Umgang damit. Die PIN kann bei Bedarf deaktiviert und auch wieder aktiviert werden.

Die Patienten können damit entscheiden, den jeweiligen Datensatz (eMP, NFDM und DEP)
zusätzlich durch die mindestens sechsstellige Karten-PIN zu schützen.

Ja. Auf Wunsch des Patienten kann eine Vertreter-PIN auf der eGK eingerichtet werden.

Ein vom Patienten bestimmter Vertreter (kann auch der Hausarzt sein) kann so mit dessen eGK den elektronischen Medikationsplan zum Beispiel im Krankenhaus zur Nutzung freigeben.

Allerdings kann nur der Patient selbst die Vertreter-PIN ändern.
Sollte der Patient eine neue eGK erhalten, muss die Vertreter-PIN neu eingerichtet werden, sofern sie weiterhin angewendet werden soll.

Die PIN-Eingabe wird nach jeweils drei Falscheingaben gesperrt. Die Sperrung erfolgt für jede PIN einzeln. Bei gesperrter Vertreter-PIN kann der Versicherte weiterhin mit seiner PIN zugreifen und die Vertreter-PIN ändern.

Das Ändern der PIN ist dem Patient nur mittels technischer Lösungen zum Beispiel seiner Krankenkasse möglich.

Die Kassen haben i.d.R. den Versicherten geeignete eGK ausgeliefert. Jedoch haben die meisten Kassen den Versicherten noch nicht die PIN für die eGK mitgeteilt. Dies wird voraussichtlich Ende 2020/ Anfang 2021 erfolgen.

Für die vorgesehenen Daten im XML-Format reicht der Speicherplatz aus.
In weiterer Planung nach Gesetzeslage werden in den nächsten Jahren alle relevanten medizinischen Daten in der elektronischen Patientenakte gespeichert.

Der Abgleich des Versichertenstammdatenmanagements ist immer ohne Eingabe der Patienten-PIN möglich.
Wenn die PIN dreimal falsch eingegeben wird, kann der Zugriff auf die Fachanwendungen elektronischer Medikationsplan oder Notfalldatenmanagement gesperrt werden. Die Entsperrung der eGK klärt der Patient mit seiner Kasse.

Haftung

Grundsätzlich ist jeder, der Daten verarbeitet, auch für diese verantwortlich, egal, um welche Daten es sich handelt – digital oder analog. In Bezug auf die TI ist hierbei entscheidend, wo sich ein möglicher Angriff auf die Daten ereignet.

Sollte es aufgrund fehlender Datenschutzmaßnahmen innerhalb des Praxisnetzwerks (zum Beispiel fehlende Absicherung der Hard- oder Software mittels Firewall, Zugriffsbeschränkung oder Ähnliches) zu einem Missbrauch kommen, ist die Praxis bzw. der verantwortliche Arzt/Träger zur Rechenschaft zu ziehen.

Handelt es sich um Sicherheitslücken in der zentralen TI, sind die Betreiber der zentralen Dienste (gematik) verantwortlich – auch wenn diese Lücken bis in die Praxis reichen.

Ein Verbindungsaufbau in die TI erfolgt immer aus dem PVS der Ärzte, Zahnärzte und Apotheker über den sogenannten Konnektor. Dieser schützt die Praxen bzw. Apotheken vor unberechtigten Zugriffen aus dem Internet und aus der TI, indem er die Kommunikation zwischen Praxissoftware, elektronischer Gesundheitskarte, Heilberufsausweis und TI koordiniert und verschlüsselt. Gleichzeitig schützt der Konnektor auch die TI vor beispielsweise Schadsoftware in der Arztpraxis.

Er erreicht diese grundlegenden Sicherheitseigenschaften auf der Netzebene durch Firewall-Funktionen, durch die Prüfung der Integrität und Authentizität der Kommunikationspartner und auf der Anwendungsebene durch eine Strukturprüfung der eingehenden Daten.

Durch die Zertifizierungsverfahren und die dafür notwendige Sicherheitsüberprüfung für die Herstellung und den Betrieb von Produkten der TI und Diensten gewährleistet die gematik, dass die sensiblen Informationen von Versicherten vor unbefugtem Zugriff sicher sind. Produkte wie die Gesundheitskarten und Kartenterminals müssen aufwendige Testverfahren bestehen, um eine Zulassung zur TI zu erhalten.

Daten verlassen eine Arztpraxis nur, wenn sie für die Übertragung durch die TI verschlüsselt wurden. Unberechtigte können die verschlüsselten Daten während der Übertragung nicht lesen. Es dürfen nur berechtigte Personen auf die Daten des Versicherten zugreifen. Technisch und gesetzlich ist dies durch entsprechende Heilberufs- und Berufsausweise bzw. Ausweise der medizinischen Einrichtungen gewährleistet.

Die Versicherten haben die Hoheit über ihre Daten und können den Zugriff gezielt freigeben. Er erfolgt durch Aushändigung und Freischaltung der eGK oder auch durch Vergabe einer Berechtigung für den Zugriff. Die Daten der Versicherten werden für die Gesundheitskarte versichertenindividuell verschlüsselt. Für Unberechtigte bleiben diese Daten unlesbar, da sie nur mit der eGK einer Person zugeordnet werden können.

Durchgeführte Gutachten und Analysen der Sicherheitsarchitektur bestätigen das hohe Schutzniveau für die medizinischen Daten. Der Zugang über die Gesundheitskarte und die Verschlüsselungs- und Anonymisierungstechniken sichern das Selbstbestimmungsrecht der Versicherten.

Die DSGVO enthält in Artikel 6 Absatz 2 und Artikel 9 Absatz 2 Öffnungsklauseln für den nationalen Gesetzgeber, unter anderem im Sozialleistungsbereich sowie im Bereich der Gesundheitsversorgung. Der nationale Gesetzgeber darf also insbesondere im SGB eigene bzw. spezifische Regelungen schaffen bzw. diese beibehalten.

Das VSDM ist in § 291 Absatz 2b SGB V geregelt. Satz 2 dieser Vorschrift erlegt den Leistungserbringern grundsätzlich die Pflicht auf, einen Abgleich der Versichertenstammdaten unter Nutzung des angebotenen Dienstes durchzuführen. Diese Verpflichtung stellt gleichzeitig die gesetzliche Übermittlungsbefugnis der hierfür erforderlichen Daten dar. Nachdem die Datenübermittlung gesetzlich vorgegeben ist, bedarf es hierfür keiner Patienteneinwilligung. Im Übrigen ist die Nichtdurchführung des VSDM über § 291 Absatz 2b Satz 14 SGB V zulasten des Arztes sanktioniert. Allein dieser Umstand würde bereits zu einer Übermittlungsbefugnis nach Artikel 6 Absatz 1 Buchstabe f DSGVO führen.

Es gibt keine Rechtsvorschrift in der DSGVO, die eine Einsichtsmöglichkeit in Daten-/ Übermittlungsprotokolle vorschreibt. Nach § 291 Absatz 2b Satz 11 SGB V ist die Durchführung der VSDM-Prüfung allerdings auf der eGK zu speichern. Ferner ist die Durchführung der Prüfung nach Satz 12 dieser Vorschrift der zuständigen KV mit den Abrechnungsdaten mitzuteilen. Der Auskunftsanspruch nach Artikel 15 DSGVO betrifft nur die in der Praxis gespeicherten Daten (hier zum Beispiel VSDM durchgeführt) sowie die Kategorien der Empfänger von Daten – nicht aber die vorgenannten Protokolle.

Empfänger der Daten im Rahmen der VSDM-Prüfung ist der VSDM-Fachdienst innerhalb der TI bzw. die Krankenkasse des Versicherten. Über die Datenverarbeitung beim Empfänger sind die Ärzte und Psychotherapeuten nicht auskunftspflichtig.

Es steht Bedenkenträgern frei, sich an eine (regionale oder nationale) Datenschutzaufsichtsbehörde zu wenden.

Um die Ärzte und Therapeuten zu entlasten, soll die Datenschutz-Folgenabschätzung für die Verarbeitung personenbezogener Daten mittels der Tele­ma­tik­infra­struk­tur bereits im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens durchgeführt werden. So sieht es der neue bekannt gewordene Referentenentwurf des Digitale Versorgung und Pflege – Modernisierungs-Gesetz – (DVPMG) vor. Die Folgeabschätzung liegt bereits dem Gesetzentwurf bei.

Elekronischer Arztbrief (eArztbrief)

Ab dem Zeitpunkt, ab dem der neue Dienst Kommunikation im Medizinwesen (KIM) für die Übermittlung von eArztbriefen verfügbar ist, darf KV-Connect noch bis zum 31. März 2021 zur Übertragung eingesetzt werden (Übergangsfrist).

Das hat die KBV in ihrer Richtlinie für einen möglichst reibungsarmen Übergang zu KIM so vorgesehen. Der Nutzer bekommt damit die Übertragung von eArztbriefen mittels KV-Connect auch in dieser Übergangszeit vergütet.

Eine Übertragung mittels anderer Dienste als KIM ist nach der Übergangsfrist unzulässig. Der Gesetzgeber hat mit der Festlegung auf KIM in § 291f SGB V klar definiert, welche Anforderungen und welches Sicherheitsniveau für den Übertragungsweg eines eArztbriefes umzusetzen sind.

Nach Ende der Übergangsfrist 31 März 2021 ist eine Vergütung eines eArztbriefes ausgeschlossen, sofern dieser nicht mittels KIM übertragen wurde.

Der Gesetzgeber sieht vor, dass eine Vergütung für den Versand und Empfang von eArztbriefen ab dem 01. Juli 2020 nur noch möglich ist, wenn Ärzte den signierten eArztbrief über KIM versendet haben. Die Vereinbarung sieht aber vor, dass es eine Übergangsfrist gibt, diese läuft bis 31 März 2021.

In dieser Phase dürfen eArztbriefe, welche über KV-Connect versendet oder empfangen werden, ebenfalls abgerechnet werden.

Die Anlage 8 regelt die Finanzierung für Praxen, welche sich nachweislich an einen sicheren Dienst zur Übermittlug medizinischer Dokumente und Übermittlung von eArztbriefen (KIM) anschließen.

Diese erhalten eine Einrichtungspauschale in Höhe von 100 Euro und pro Praxis und Quartal eine Betriebspauschale in Höhe von 23,40 Euro.

Bei der Abrechnung des eArztbriefes wird eine Obergrenze in Höhe von 23,40 Euro sowie eine Strukturpauschale (pro gesendetem eArztbrief) von 0,1099 Euro eingeführt. Die Strukturpauschale ist extrabudgetär und unterliegt nicht der Regelung der Obergrenze.

Für den Versand eines eArztbriefes wird eine Pauschale von 0,28 Euro gezahlt und für den Empfang 0,27 Euro.

Ja. Für die elektronische Signatur des eArztbriefes wird ein eHBA benötigt!
eArztbriefe können nur dann vergütet werden, wenn diese per QES unterschrieben wurden.

Bei einer Untersuchung, die nicht im Auftrag erfolgt ist (Überweisung), muss die Einwilligung des Patienten für die Übermittlung eines Arztbriefes eingeholt werden, da die Weitergabe personenbezogener Daten immer einer Einwilligung bedarf.

Wenn Sie bereits KV-Connect im Einsatz haben, können Sie den eArztbrief noch bis zum 31. März 2021 darüber versenden. Ab dem 1. April 2021 ist nur noch der Versand über KIM möglich.

Wenn Sie noch kein KV-Connect im Einsatz haben, ist es empfehlenswert auf KIM umzustellen, wenn z.B. die eAU am 01. Oktober 2021 zur Pflicht wird.

Die Gründe der Limitierung bei Verhandlungen auf Bundesebene sind uns im Detail nicht bekannt.

Kommunikation im Medizinwesen (KIM)

KIM steht für Kommunikation im Medizinwesen und ist der Dienst für die zukünfige sichere, vertrauliche und barrierefreie Kommunikation im Gesundheitswesen. Der Dienst ist Ende-zu-Ende verschlüsselt. KIM wird den heutigen Dienst KV-Connect sukzessive ablösen.

Je nach Anbieter ist KIM seit Juli 2020 verfügbar. Flächendeckend wird KIM voraussichtlich im ersten Quartal 2021 zur Verfügung stehen.

Die erste Anwendung, die über KIM nutzbar sind, ist der eArztbrief und die eNachricht.

Ja. Die 17 KV-Connect Anwendungen werden nach und nach in KIM migriert. Wie lange dieser Prozess dauern wird, ist noch nicht bekannt. Die Migration erfolgt in folgenden Schritten. Als erstes werden die Anwendungen von Arzt zu Arzt umgesetzt, darunter fallen der eArztbrief und die eNachricht, die bereits in KIM verfügbar sind. Im zweiten Schritt folgen die Anwendungen von Arzt zur KV, wie die Online-Abrechnung und eDokumentationen und im dritten Schritt die Anwendungen von Arzt zu den Datenannahmestellen darunter fallen zum Beispiel die eDokumentationen DMPs und DaleUV.

Ja. Den Anbieter ihres KIM-Dienstes können Praxen frei wählen. Der Dienst wird mit jedem PVS kompatibel sein, egal, von welchem Provider er kommt. Dies ist eine Vorgabe der gematik, die auch für die Zulassung der KIM-Dienste zuständig ist.

KIM funktioniert wie ein E-Mail-Programm, nur mit dem entscheidenden Unterschied, dass jede Nachricht, jedes Dokument verschlüsselt und erst beim Empfänger wieder entschlüsselt wird. Der Transport erfolgt über die TI.

Erklärvideos zu KIM finden Sie auf der Homepage der KBV und der gematik unter folgenden Links:
https://www.kbv.de/html/kim.php (KBV)

https://youtu.be/q1zKMu2xCUk (gematik)

https://youtu.be/na0SaYv-bCg (KVNO)

Ja. Die KBV hat im Rahmen eines europaweiten Vergabeverfahrens die technische Umsetzung, den Betrieb und Support eines KIM-Dienstes ausgeschrieben. Die entsprechenden Leistungen wurden an die akquinet health service GmbH vergeben.

Der KBV-KIM-Dienst (KV.dox) ist seit Dezember 2020 verfügbar.

Weitere Informationen zu KV.dox finden Sie hier: https://kbv.de/html/kvdox.php

Bei technischen Fragen wenden Sie sich bitte an:
Support Hotline: 030 4005 1188
Support Postfach: support kv.dox@kbv.de

Da die jetzigen KV-Connect-Anwendungen allmählich nach KIM migriert werden, wird KV-Connect nach der vollständigen Migration überflüssig.

Wie lange die gesamte Migration dauert, ist noch unklar. KV-Connect kann jedoch weiter genutzt werden, solange die einzelnen Anwendungen noch nicht migriert sind.

Über KIM sollen eArztbriefe, eNachrichten, eAUs später die Online-Abrechnung, eDokumentationen sowie Heil- und Kostenpläne übertragen werden. Die Anwendungen von KV-Connect werden sukzessive auf KIM migriert.

Ja. Sobald Sie KIM-Anwender sind, erfolgt eine automatische Eintragung in ein Adressbuch, dem sogenannten Verzeichnisdienst.

Im ersten Schritt wird diese Eintragung durch den Provider durchgeführt, später wird dieser Verzeichnisdienst durch die KVen gepflegt. Der Verzeichnisdienst vereinfacht die Adressierung des Kommunikationspartners.

In Zukunft ist es angedacht, dass die Kommunikation über KIM auch mit dem Patienten möglich sein soll.

Bisher nicht, laut gematik soll es aber zeitnah eine Lösung geben.

Ja. Wie viele Adressen bei Ihrem KIM-Anbieter möglich sind, erfragen Sie bitte direkt bei diesem.

Die Nachrichten werden beim Versand für den Empfänger verschlüsselt und automatisch mit der Praxis- oder Institutionskarte (SMC-B-Karte) signiert. Sensible Daten können so nicht unbemerkt gefälscht, eingesehen oder manipuliert werden. Sie sind ausschließlich für den Adressaten lesbar. Vergleichbar ist die Transportsignatur mit einem Siegel auf einem Briefumschlag, durch das sichergestellt wird, dass der Brief unterwegs nicht geöffnet oder verändert wurde.

Die Migration der Anwendungen erfolgt in drei Schritten:

  • Arzt zu Arzt Anwendungen (eArztbrief und die eNachricht)
  • Arzt zu KVen (Online-Abrechnung und eDokumentationen)
  • Arzt zu Datenannahmestellen (eDokumentationen)

Nein. Die Nachrichten sind Ende-zu-Ende verschlüsselt und daher nur für den eigentlichen Empfänger lesbar. Zusätzlich wird die Nachricht beim Versand verschlüsselt, vergleichbar ist diese Verschlüsselung mit dem Siegel auf einem Briefumschlag. Dadurch ist zusätzlich sichergestellt, dass Nachrichten auf dem Weg nicht verändert wurde.

Neben der eAU können mit KIM auch eNachrichten, eArtbriefe und zukünftig ebenso die Online-Abrechnung versendet werden.

Die Voraussetzungen sind grundsätzlich die gleichen. Der einzige Unterschied ist das anstatt der eHBA der elektronische Psychotherapeutenausweis (ePtA) für die Signatur des eArztbrief verwendet wird.

KIM ist ein Übertragungsweg, welcher innerhalb der TI aufgebaut wurde. Dieser ist ausschließlich für Teilnehmer des Gesundheitswesens zugänglich. KIM bietet im Gegensatz zu Open-Source-Verfahren folgende Vorteile:

  • Vertraulichkeit der Nachrichten
  • fälschungssicher durch Signatur und Verschlüsselung
  • geprüfte Identität des Versenders
  • schnelle Auffindbarkeit der KIM-Nutzer
  • Abrechenbarkeit durch das sichere Übermittlungsverfahren (eArztbrief/eAU) nach § 291b Absatz 1e SGB V

Open-Source-Verfahren nutzen für die Übertragung das Internet, zudem findet die Speicherung der Daten im Empfängerpostfach gegebenenfalls unverschlüsselt beim Provider statt.

In der KIM-Version 1.0 sind 25 MB möglich, in der KIM-Version 1.5 bis zu 500 MB. Die Version 1.5 ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verfügbar.

Grundsätzlich ja, es muss aber vom PVS-Anbieter angeboten werden.

Viele Punkte wie die Ende zu Ende Verschlüsselung, die Vertraulichkeit der Nachricht sind identisch. Vorteile sind:

Wer KIM Nutzer wird, wird direkt in das KIM-Adressbuch eingetragen, sodass hier das Auffinden des gewünschten Empfänger viel leichter ist als bei KV-Connect. Im Weiteren sind KIM Nachrichten fälschungssicher durch die Transportsignatur. KIM entspricht dem sicheren Übermittlungsverfahren für den eArztbrief und der eAU nach §291b Abs. 1e SGB V. KV-Connect war nur für die Kommunikation zwischen Ärzten, Laboren und Datenannahmestellen gedacht. KIM hingegen kann von allen TI Akteuren wie Apotheken, KVen, Krankenkassen, Krankenhäusern genutzt werden. Der Einzige Nachteil von KIM ist aktuell, dass es noch dauern wird bis alle 17 Anwendungen von KV-Connect in KIM migriert sind und das KIM noch nicht flächendeckend verfügbar ist.

Bei Sonderfällen oder technischen Störungen ist es möglich die eAU auch in Papierform auszudrucken. Wichtig die Ausfertigung der Krankenkasse muss später elektronisch nachgesendet werden, sobald dies wieder möglich ist (z.B. bei Hausbesuchen oder technischen Störungen). Zukünftig sollen auch Notfallpraxen an die TI angebunden werden, so dass hier der Versand der eAU und die Nutzung von NFDM und eMP möglich sein wird.

Aktuell ist es bei KV-Connect so, dass der Empfänger nur über die Anwendersuche (Webformular), bei der kv.digital gefunden werden kann. Ein Versand eines Arztbriefes von KV-Connect nach KIM ist nicht möglich, da es sich hier um zwei unterschiedliche Systeme handelt und KIM in der TI ist. Die Unterschiedlichen KIM-Anbieter können aber problemlos miteinander kommunizieren. Zu beachten ist das der Versand von eArztbriefen über KV-Connect in der Übergangsfrist nur noch bis 31. März 2021 abrechenbar ist.

Ab dem Zeitpunkt ab dem die eAU zur Pflicht wird. Die Übermittlung der eAU wird ab 1. Oktober 2021 verpflichtend.

KIM sollte dann genutzt werden, wenn der KIM flächenddeckend bei allen Praxisverwaltungssystem Anbietern zur Verfügung steht und neben dem Versand von eArztbriefen, der Versand der eAU möglich ist, da ab diesem Zeitpunkt die meisten Fachgruppen KIM nutzen müssen.

Für Hausärzte ist es empfehlenswert später den eArztbrief Empfang über KIM zu nutzen weil:

  • Aufwände für das einscannen entfallen.
  • Papier in der Praxis reduziert wird.
  • die Rechtsicherheit bei der Archivierung von eArztbriefen durch die Fälschungssicherheit von KIM gegeben ist.

Für die Nutzung von KIM muss das Modul KIM in der Praxissoftware freigeschaltet werden und Sie benötigen einen KIM-Anbieter sowie eine KIM-Emailadresse.

Der VSDM ist seit dem 01. Juli 2019 verpflichtend. Patienten haben seit dem 19. Oktober 2020 (PDSG) den Anspruch auf die Anlage des eMP, NFD und DEP. Die eAU wir zum 01. Oktober 2021 zur Pflicht.

Nicht abgerufene KIM-Nachrichten werden nach 90 Tagen automatisch gelöscht.

Mit KIM können Sie gezielt eArztbriefe oder eNachrichten an einen Kollegen versenden. Auf diese eArztbriefe oder eNachrichten hat auch nur der Empfänger der Nachricht Zugriff.

Folgende Schritte sind neben dem Konnektor-Updatet erforderlich:

  • Wählen Sie einen KIM-Anbieter aus
  • Bestellen das KIM-Modul und die gewünschte KIM-Anwendung bei Ihrem Praxisverwaltungssystem-Anbieter
  • Bestellen Sie die Zugangsdaten und E-Mail-Adresse für KIM bei Ihrem KIM-Dienst (Verzeichnisdienstanbieter)
  • Bestellen Sie ggf. den eHBA G2 z.B. für die Signatur bei einer KIM-Anwendung
  • Reichen Sie den Pauschalenantrag ein, um die Förderung für KIM zu erhalten

Wenn der Empfänger KIM noch nicht nutzt ist ein Versand an diesen Empfänger nicht möglich.

Ja. sobald das Updatet zum eHealth-Konnektor (3.5.02) eingespielt worden ist und der gewünschte KIM-Anbieter zur Verfügung steht kann KIM genutzt werden.

Ja. Mit KIM können auch Bilder versendet werden. In der ersten KIM Version 1.0 können Dateianhänge bis zu 25 MB versendet werden und in der folge Version KIM 1.5, können Dateianhänge bis zu 500 MB versendet werden.

Ja.

Mit KIM ist sowohl der Versand von Befunden als auch Nachrichten und Bildern möglich. Mit der aktuellen KIM Version 1.0 können Dateianhänge von bis zu 25 MB versendet werden, mit der späteren Version 1.5 bis zu 500 MB.

Wenn Ihr PVS-Anbieter den KIM-Dienst bereits anbietet, können Sie über diesen die KIM-Adresse bestellen und das Modul KIM freischalten lassen.

Die MFA darf weiterhin Rezepte und eAU vorbereiten, die sachliche Prüfung und rechtsverbindliche Bestätigung mittels qualifizierter elektronischer Signatur erfolgt über den Arzt.

Ja, über KIM können zukünftig auch diese Daten übermittelt werden.

Notfalldatenmanagement (NFDM) und elektronischer Medikationsplan (eMP)

Je nach Praxisverwaltungssystem-Anbieter können die neuen Anwendungen ab Q3/2020 bzw. Q4/2020 genutzt werden.

Das Notfalldatenmanagement (NFDM) besteht aus dem Notfalldatensatz (NFD) und dem Datensatz persönliche Erklärung (DPE).

Der Notfalldatensatz beinhaltet insbesondere Allergien/Unverträglichkeiten, Medikationen, Diagnosen, Kontaktdaten von behandelnden Ärzten, Benachrichtigungskontakte im Notfall und zusätzliche medizinische Informationen auf Wunsch des Patienten sowie den DPE. Dieser enthält Hinweise auf den Aufbewahrungsort folgender Dokumente: Organspendeausweis, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht.

https://youtu.be/SzHk3FFDdWw (KVNO)

https://youtu.be/4wpiATvjwe0 (KVNO)

https://youtu.be/aNDXhB4gDSY (KVNO)

https://youtu.be/62i03Z2eVYE (KVNO)

Ein Notfalldatensatz (NFD) ist insbesondere dann sinnvoll, wenn Erkrankungen,
Allergien oder Unverträglichkeiten vorliegen, deren Kenntnis in Notfallsituationen
eine wesentliche Information für Ärzte, Zahnärzte, Mitarbeiter medizinischer Institutionen
und Rettungsdienste darstellt. Primäre Zielgruppe für die Anlage eines NFD sind damit:

  • Patienten mit komplexer Krankengeschichte (zum Beispiel langjährig bestehende chronische Erkrankung) mit einer Vielzahl von Diagnosen, Medikamenten und weiteren medizinischen Informationen oder Besonderheiten
  • Patienten mit wenigen/einzelnen Erkrankungen, die jedoch aufgrund krankheitsspezifischer Merkmale eine hohe Notfallrelevanz haben (zum Beispiel bekannte schwere anaphylaktische Reaktion)
  • Patienten mit seltenen Erkrankungen
  • Schwangere

Zusätzlich kann ein NFD auch bei Patienten sinnvoll sein, die für den Notfall
wichtige Hinweise und Kontaktdaten zur Benachrichtigung von Angehörigen
und behandelnden Ärzten/Zahnärzten bei sich haben möchten.

Der eMP enthält Angaben zu medikationsrelevanten Daten sowie Hinweise und Informationen zum interprofessionellen Informationsaustausch.

Ja. Der Gesetzgeber schreibt die Einführung des eMP vor. Versicherte haben gegenüber jedem an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Arztes sowie gegenüber der abgebenden Apotheke einen Anspruch auf Speicherung und Aktualisierung ihrer Medikationsdaten auf der eGK.

Voraussetzung für die Nutzung des eMP ist, dass der Versicherte in die Verarbeitung seiner Daten eingewilligt hat.

Psychotherapeuten können auf Wunsch und mit Einwilligung/Autorisierung des jeweiligen Patienten lesend auf den eMP zugreifen. Sie müssen dies jedoch aktuell nicht anbieten.

Gesetzlich Versicherte haben gegenüber Ärzten Anspruch auf den
bundeseinheitlichen Medikationsplan (BMP) bzw. den eMP, wenn sie mindestens drei zulasten der gesetzlichen Krankenkasse verordnete, systemisch wirkende Medikamente gleichzeitig einnehmen bzw. anwenden.

Die Anwendung muss dauerhaft vorgesehen sein, das heißt über einen Zeitraum von mindestens 28 Tagen. Gegenüber Zahnärzten besteht dieser Anspruch nicht. Darüber hinaus kann die Nutzung des eMP bei folgenden Versicherten sinnvoll sein :

  • Schwangere
  • Patienten mit seltenen Erkrankungen
  • Patienten, bei denen eine fachübergreifende bzw. intersektorale Zusammenarbeit (Arzt-Facharzt-Apotheke-Krankenhaus-Zahnarzt-Psychotherapeut) angezeigt ist.

Die Finanzierungsvereinbarung zwischen GKV-SV und KBV sieht folgende Pauschalen bei Einführung des eMP/NFDM in der Praxis vor:

  • Update des Konnektors: einmalig 530 Euro
  • jedes weitere Kartenterminal: einmalig 595 Euro (Anspruch: je angefangenen 625 Betriebsstättenfälle – ein Kartenterminal)
  • Erhöhung der Betriebskosten: 4,50 Euro je Quartal

Die Daten werden auf der eGK des Patienten hinterlegt.
Für die Speicherung werden die PIN des Patienten und ein eHBA G2 benötigt.

Der NFD wird mithilfe des PVS angelegt/aktualisiert und muss vom Arzt mit dessen
eHBA G2 signiert, das heißt rechtsgültig elektronisch unterschrieben werden. Der NFD wird auf der eGK gespeichert.

Es wird auch eine Kopie des NFD in der elektronischen Dokumentation des Arztes im PVS gespeichert.

Beim eMP ist die PIN standardmäßig aktiviert, kann aber vom Patienten deaktiviert werden. Ist die PIN aktiviert, muss sie eingegeben werden. Beim NFDM ist die PIN standardmäßig deaktiviert, kann aber vom Patienten aktiviert werden.

Sie können die PIN-Abfrage auf Wunsch des Versicherten deaktivieren.

Für die Nutzung von NFD und DPE (Lesen, Schreiben) ist im Normalfall keine PIN-Eingabe
erforderlich. Ein Patient kann sich allerdings entscheiden, den jeweiligen Datensatz
zusätzlich durch die mindestens sechsstellige Karten-PIN der eGK zu schützen.

Ausnahmen gibt es bei den Psychotherapeuten: Diese dürfen immer nur mit der PIN-Eingabe des Versicherten die Notfalldaten auslesen.

Die PIN erhalten die Patienten von ihrer Krankenkasse zusammen mit Erläuterungen zum Umgang. In bestimmten Situationen ist dann die Eingabe dieser PIN durch den Patienten erforderlich.

Im Notfall ist auch bei aktivierter PIN ein Auslesen ohne PIN-Eingabe immer möglich.

Für die Einwilligungserklärung bestehen keine Formvorgaben, sie kann sowohl mündlich als auch schriftlich erfolgen und sollte dokumentiert werden.

Darüber hinaus muss vor jedem erneuten Zugriff die Zustimmung des Patienten eingeholt werden. Dieser kann seine Einwilligung jederzeit gegenüber einem Arzt oder Apotheker widerrufen.

Der komplette Datensatz des eMP/NFD ist dann von der Gesundheitskarte zu löschen.

Nein. Es wird geklärt, ob die KV Nordrhein ein Muster für die Einwilligung zur Verfügung stellen kann.

Ja. Der DPE wird getrennt vom NFD angelegt und die Anlage ist für den Patienten freiwillig – wie beim NFD.

Ein DPE kann auch dann angelegt werden, wenn kein NFD existiert. Patienten können den DPE mittels technischer Lösungen ihrer Krankenkasse auch selbst anlegen und ändern.

Wenn die Anlage oder Aktualisierung eines DPE als Serviceleistung durch Ärzte oder
deren Mitarbeiter vorgenommen werden soll, ist zu beachten, dass die erstmalige Anlage nur mit ausdrücklicher Einwilligung des Patienten erfolgen darf.

Nein. Im Gegensatz zum NFD signiert der Arzt den DPE nicht.

Ja. Der NFD muss sowohl beim Anlegen als auch bei der Aktualisierung mit dem eHBA G2 signiert werden.

Ja. Der Patient hat einen Anspruch auf den eMP und den NFD, muss diese aber nicht verpflichtend nutzen.

Im Moment noch nicht, das soll aber künftig möglich sein.

Ja. Der Zugriff auf die Daten wird dokumentiert und mit der SMC-B-Karte geloggt.

Für die Berechnung der zusätzlichen Lesegeräte werden Q3/2016 und Q4/2016 sowie Q1/2017 und Q2/2017 herangezogen.

Wenn eine Praxis nach dem 31. Mai 2015 zugelassen wurde, bekommt diese mindestens den Fachgruppendurchschnitt.

Bei Praxen, die sich neu niederlassen, wird ebenfalls der Fachgruppendurchschnitt herangezogen.

In der Finanzierungsvereinbarung wurden alle zu berücksichtigenden Gebührenordnungspunkte, welche für die Berechnung der weiteren stationären Kartenterminals herangezogen werden dürfen, einzeln aufgeführt (§ 6 Absatz 1a). An dieser Stelle werden keine HZV-Ziffern genannt, eine Berücksichtigung dieser Fälle ist daher nicht möglich.

Ja. Der eHBA G2 kann in ein beliebiges Kartenterminal im eigenen Praxisnetz gesteckt werden, um die Signatur beim NFD auszuführen.

Ja. Um den eMP in den geschützten Bereich der eGK zu schreiben muss der eHBA G2 im Kartenterminal gesteckt sein.

Ja. Für das Auslesen des NFD ist der eHBA G2/ePtA erforderlich.

Ja. Um den eMP oder den NFD lesen zu können, muss der eHBA G2 immer gesteckt sein.

Ja. Seit Inkrafttreten des PDSG am 19. Oktober 2020 sind Vertragsarztpraxen dazu verpflichtet, die technischen Voraussetzungen für die Nutzung des NFDM in ihren Praxen zu schaffen, denn Versicherte haben mit dem PDSG Anspruch auf die Erstellung, Speicherung und Aktualisierung eines Notfalldatensatzes durch den Vertragsarzt.

Im Notfall gilt: Es besteht eine – unter angemessener Berücksichtigung der Dynamik einer Notfallsituation – ärztliche Befunderhebungspflicht. Es besteht aber keine kategorische Auslesepflicht für den NFD.

Bei dem eMP handelt es sich um eine TI-Anwendung, die für Versicherte freiwillig ist. Als
Vertragsarzt müssen Sie nach aktueller Gesetzeslage den eMP (§ 31a Abs. 3 S. 1 SGB V i.V.m.
§ 29a BMV-Ä) in Ihrer Praxis anbieten, denn Haus- und Fachärzte müssen für
anspruchsberechtigte Versicherte den eMP erstellen und aktualisieren, wenn diese dies
wünschen.

Neu ist somit, dass mit dem eMP auch jeder weiterbehandelnde Arzt verpflichtet ist, den
Medikationsplan zu aktualisieren und mittels der eGK zu speichern, sobald die Medikation
durch den jeweiligen Arzt geändert wird oder er ausreichend Kenntnis über eine Änderung
hat und der Versicherte eine Aktualisierung wünscht.

Psychotherapeuten können auf Wunsch und mit Einwilligung/Autorisierung des jeweiligen
Patienten lesend auf den eMP zugreifen. Sie müssen dies jedoch aktuell nicht anbieten.

Nein. Die Anwendung NFDM und eMP können Sie nicht automatisch nutzen. Sie benötigen ein Update Ihres Konnektors zum E-Health-Konnektor mit der Funktionalität NFDM/eMP sowie ein Update Ihres PVS mit dem NFDM-und eMP-Modul. Um den eMP auszulesen und den NFD qualifiziert elektronisch zu signieren, wird der eHBA G2 benötigt, den Sie bei Ihrer Kammer bestellen können.

Nein. Eine Vergütung der Anlage und Aktualisierung des DPE ist nicht vorgesehen.

Nein. Für das Anlegen und Ändern des NFD wird immer der eHBA G2 benötigt, da der Datensatz signiert werden muss.

Aktuell noch nicht möglich.

Das Vorhandensein eines Kartenterminals in jedem Behandlungszimmer ist nicht zwingend, aber zu empfehlen.

Bislang wurde bei der Verwaltungs­anwendung „VSDM“ ein Kartenterminal lediglich beim Empfang benötigt. Bei den medizinischen Anwendungen (NFDM, eMP) tritt der Arzt in den Dialog mit dem Patienten in seinen Behandlungsräumen, wo er NFD, eMP auf der eGK anlegt, aktualisiert oder liest. Je angefangene 625 Betriebsstättenfälle besteht ein Anspruch auf eine Pauschale in Höhe von 535 Euro für ein Kartenterminal.

Ja. Sobald der NFD ausgelesen wird muss einer der folgenden Auslesegründe angegeben werden:

  • Notfall
  • Daten aktualisieren
  • Abruf ohne Notfallhintergrund

Psychotherapeuten müssen auf den NFDM zugreifen können, einen Anspruch auf Anlage haben die Patienten jedoch nur gegenüber den Ärzten.(§ 358 Absatz 3).

Nach § 359 erhalten Psychotherapeuten auch Zugriff auf den eMP und NFD.

Psychotherapeuten, die in die Behandlung der Versicherten eingebunden sind, mit einem Zugriff, der die Verarbeitung von Daten nach § 334 Absatz 1 Satz 2 Nummer 5 (NFDM) sowie das Auslesen, die Speicherung und die Verwendung von Daten nach § 334 Absatz 1 Satz 2 Nummer 4 (eMP) ermöglicht, soweit dies für die Versorgung der Versicherten erforderlich ist.

Nein. Für die Anlage und Änderung des NFD/DPE ist der eHBA und die SMC-B erforderlich.

Nur der Arzt.

Das können Sie nicht erkennen.

Nein. Eine Kopie wird immer in Ihrem Praxisverwaltungssystem hinterlegt. Später wird es auch möglich sein die Daten zusätzlich in der ePA abzulegen.

Die MFA kann auch den Patienten aufklären.

Der NFD und der eMP können zur Zeit nicht mit den aktuellen mobilen Kartenterminals ausgelesen werden.

Die Anlage erfolgt im Behandlungskontext zusammen mit dem Patienten. Der Zeitaufwand hängt insbesondere von den entwickelten Prozessen des jeweiligen Praxisverwaltungssystems ab.

Nein. Wenn Sie als Arzt die fehlende Information aus medizinischer Sicht nicht verantworten können, können Sie die Anlage eines elektronischen Medikationsplans/Notfalldatenmanagement-Datensatzes auf der elektronischen Gesundheitskarte verweigern. Sie müssen den Patienten dann auf diesen Sachverhalt aufmerksam machen.

Alle Details zur Abrechnung von eMP und NFDM finden Sie auf der Homepage der KBV: KBV – Anwendungen.

Das Format ist für die Praxen transparent, da das Praxissystem dies automatisch regelt.
Die Daten auf der elektronischen Gesundheitskarte sind im XML-Format hinterlegt.

Ja, Änderungen sind möglich und werden dokumentiert.

Doppelte Verschreibung von Medikamenten kann aktuell nur passieren, wenn der Patient dem Zugriff auf den elektronischen Medikationsplan nicht zustimmt. Wenn der Zugriff erteilt wird, können alle aktuellen Medikamente eingesehen werden.

Ja. die Daten aus dem BMP können in den eMP übernommen werden.

Der NFDM und eMP können unabhängig voneinander angelegt werden. Die Vergütung läuft ebenfalls über unterschiedliche GOP.

  • Hinweis: Mit Inkrafttreten des Patientendaten-Schutzgesetzes wird die Vergütung für das Angelegen des Notfalldatensatzes verdoppelt, dies gilt für den Zeitraum vom 20.10.2020-20.10.2021. Die GOP 01640 wurde von 80 Punkten (8,79 Euro) auf 160 Punkte (17,58 Euro) erhöht.

Nein. Die Einwilligungserklärung des Patienten ist solange gültig bis diese vom Patienten widerrufen wird.

General-Einwilligungen können aus rechtlicher Sicht problematisch sein, da ein Patient wissen muss, worin er genau einwilligt. Im Zweifel müssten die Einwilligungserklärungen von einem Juristen geprüft werden.

Der Patient erhält einen initialen PIN von seiner Krankenkasse.

Nein. Eine SMC-B Karte ist ausreichend, da die Kartenlesegeräte per Netzwerk verbunden sind.

Aktuell ist dies über die jetzigen mobilen Kartenterminals nicht möglich.

Eine formale Zuständigkeit ist gesetzlich nicht verankert.

Bei einem Notfall ist der Zugriff auch ohne die Freigabe des Patienten möglich.

Nein, die Daten werden einheitlich und interoperabel auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert und können vom Praxisverwaltungssystem ausgelesen werden.

Analog zur Papier-Fassung (BMP) sollte ein digitales Pendant stehen und zusätzlich ein NFDM. Daher zwei voneinander unabhängige Datensätze.

Der eMP und NFDM sind nur lokal auf der eGK gespeichert. Eine Kopie dieser Daten wird in Ihrem Praxisverwaltungssystem hinterlegt. Gemäß späterer gesetzlicher Planungen ist die Integration dieser Daten in die elektronische Patientenakte vorgesehen.

Sie müssen dem Patienten Sinn und Zweck von eMP und NFDM erläutern sowie ihn über seine Rechte diesbezüglich aufklären (Anspruch, Löschung von Daten).

Konkrete Anleitungen zum Anlegen des eMP erhalten Sie vom Anbieter Ihres Praxisverwaltungssystems. Viele haben Erklärvideos auf ihrer Homepage hinterlegt.

Das ist derzeit noch nicht redlich zu beziffern. Vieles hängt auch ab von der Benutzerführung des Praxisverwaltungssystems.

Der Gesetzgeber definiert in §358 Absatz 3 den Anspruch des Versicherten auf Erstellung und Aktualisierung von elektronischen Notfalldatensätzen und Medikationsplänen. Nur sofern ausgeschlossen werden kann, dass jemals ein Patientenkontakt in der Betriebsstätte (dem Labor) stattfindet, greift der Anspruch nicht. Dann besteht keine Möglichkeit zum NFDM oder eMP (aufgrund der fehlenden eGK) und entsprechend müssen die Module nicht vorgehalten werden.

Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU)

Ab dem 01. Oktober 2021 sind die AU-Daten verpflichtend via TI über den Kommunikationsdienst KIM an die Krankenkassen zu übermitteln (gesetzliche Vorgabe aus dem TSVG (§ 295 Absatz 1 SGB V)).

Ab dem 01. Juli 2022 stellen Krankenkassen den Arbeitgebern die AU-Daten zum digitalen Abruf zur Verfügung (gesetzliche Vorgabe aus dem Bürokratieentlastungsgesetz (BEG III)).

Für die Umsetzung der eAU erhalten die Praxen keine Gelder bzw. Erstattungen über die Finanzierungsvereinbarung.

Als Transportweg für die eAU wird im Gesetz (§ 295 Absatz 1 SGB V) die TI vorgegeben. Die Vertragspartner KBV, KZBV, GKV-SV und DKG haben sich auf KIM als Transportweg geeinigt.

Ja. Die eAU ist qualifiziert, elektronisch mittels eHBA G2 zu signieren.

In Ausnahmefällen kann die eAU mit der SMC-B-Karte signiert werden.

Ist der Versand der eAU aktuell nicht möglich, dann wird die eAU wird erst in Papierform (Ausdrucke der AU-Stylesheets) erstellt, muss aber elektronisch nachgeliefert werden, sobald die TI wieder funktioniert.

Wenn der Versand der eAU nicht möglich ist und der Patient die Praxis bereits verlassen hat und der digitale Versand nicht bis zum Ende des nächsten Werktages erfolgen kann, versendet die Praxis eine Papierbescheinigung (Ausfertigung Krankenkasse) an die zuständige Krankenkasse. Diese leitet die Daten an den Arbeitgeber weiter.

Die Inhalte des Formular bleiben unverändert, jedoch entfallen das Formular für die konventionelle Bedruckung sowie das Blankoformular für die AU-Bescheinigung (Muster 1 „Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung“).

Die Papierbescheinigungen für Versicherte und Arbeitgeber werden dann durch einen Ausdruck der sogenannten Stylesheets, die auch für die Darstellung der eAU im Praxisverwaltungssystem (PVS) genutzt werden, erstellt.

Der Ausdruck kann im Format DIN A5 oder DIN A4 auf normalem Papier erfolgen.

Nein. Da auf der Versichertenkarte die Institutskennung (IK) und die Versicherungskennnummer (VKNR) hinterlegt ist, kann bei der Erstellung der eAU diese vom Praxisverwaltungsprogramm automatisch eindeutig der Krankenkasse zugeordnet werden.

Ja. Die Ausfertigung für die Krankenkasse wird digital per KIM versendet. Der Patient erhält nur noch die Ausfertigung für den Patienten und den Arbeitgeber.

Der Arbeitgeber erhält weiterhin die gleichen Informationen wie vorher. Der Inhalt der Formulare bleibt unverändert.

Ja das ist möglich, aber um Störungen möglichst sofort zu erkennen, wird Komfortsignatur empfohlen.

Aktuell wird mit dem Bereitstehen der Komfortsignatur zum 3. Quartal 2021 gerechnet.

Die AU-Bescheinigung wird ausgedruck (Stylesheet) und händisch vor Ort ausgefüllt (später erfolgt der digitaler Versand in der Praxis) oder es erfoglt ein nachträglicher Versand der Ausdrucke aus der Praxis (Portokosten werden aktuell verhandelt). Der digitale Versand über mobile Geräte soll ggf. zukünftig mit dem „Zukunftskonnektor“ umgesetzt werden.

Im Praxisverwaltungssystem erscheint eine Fehlermeldung.

Die Vorlagen orientieren sich an Muster 1.

Die Form der Übertragung der Daten zwischen Krankenkassen und Arbeitgeber ist noch nicht verhandelt, inhaltlich erfolgt nur die Bereitstellung der für den Arbeitgeber relevanten Daten.

Keine Information über Vertragsärzte, nach Auskunft des GKV-Spitzenverbandes wird der Abruf der Daten durch die Arbeitgeber registriert.

Kosten für PVS-Update, zeitlichen Zusatzaufwand, Kosten für Porto und Ausdrucke werden aktuell verhandelt.

Ja. Wie dies genau eingestellt wird muss bei Ihrem PVS-Anbieter erfragt werden.

Der Praxisverantwortliche haftet im Rahmen der Prozesse innerhalb seiner Praxis. Für Fehler außerhalb seiner Praxis – also die nachgelagerten Prozesse in der TI – ist die Praxis nicht verantwortlich.

Die Praxen müssen die eAU nicht an die Arbeitgeber übermitteln. Der Patient muss wie heute auch den Arbeitgeber über seine Arbeitsunfähigkeit informieren. Ab 2022 soll der Arbeitgeber dann die eAU-Daten direkt bei der Krankenkasse abrufen.

Wie bisher auch können die MFA Arztbriefe und eAU vorbereiten.

Elektronische Patientenakte (ePA)

https://youtu.be/dNCl_YKBeGw

Die ePA ist das zentrale Element der vernetzten Gesundheitsversorgung und der Telematikinfrastruktur. Spätestens ab Januar 2021 müssen die gesetzlichen Krankenkassen ihren Versicherten eine solche ePA anbieten. So steht es im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG). Folgende Informationen über einen Patienten
können in der ePA gespeichert werden:

  • Befunde
  • Diagnosen
  • Therapiemaßnahmen
  • Behandlungsberichte
  • Impfungen

Grundvoraussetzung das der Patienten eine ePA wünscht, denn es handelt sich dabei um eine freiwillige Anwendung. Die ePA soll als lebenslange Informationsquelle dienen, die jederzeit einen schnellen und sicheren Austausch der Daten ermöglicht. Es darf für jeden Versicherten nur eine ePA geben.

Wenn der Patient es will, lädt der Arzt bestimmte Daten aus seinem Praxisverwaltungssystem
(PVS) in die ePA hoch. Die Daten in der ePA sind nur Kopien der Daten aus dem PVS; die
Primärdokumentation des Arztes in seinem Praxisverwaltungssystem bleibt davon unberührt.
Der Arzt stößt diesen Prozess bewusst selbst an; Daten werden niemals automatisch ohne
Wissen des Arztes übertragen. Die Betreiber der Patientenakten können nicht auf das PVS
der Arztpraxis zugreifen.

Der Patient kann seine ePA jederzeit alleine einsehen, inhaltlich befüllen oder Inhalte
löschen, zum Beispiel mit einer eigenen App. Der Arzt greift grundsätzlich gemeinsam mit
dem Patienten auf dessen ePA zu: Der Arzt nutzt hierfür seinen eHBA G2 und der
Patient seine eGK.

Der Patient entscheidet, wer auf seine Akte zugreifen kann. Er kann dem Arzt eine temporäre
Zugriffsberechtigung geben, sodass der Arzt auch ohne Anwesenheit des Versicherten, etwa
im Nachgang an einen Behandlungstermin, Dokumente in die ePA einstellen kann.
Hinweis: Da die ePA in der Hoheit des Patienten liegt, kann der Arzt prinzipiell nicht von einer
medizinisch vollständigen Akte ausgehen.

  • Hinweis: Da die ePA in der Hoheit des Patienten liegt, kann der Arzt prinzipiell nicht von einer medizinisch vollständigen Akte ausgehen.

Gesetzliche Vorgabe nach § 291a SGB V, Zeitschiene:

  • Start der ePA zum 01. Januar 2021: Verfügbarkeit für Versicherte durch die Krankenkassen
  • Fristen für Praxen: Bis zum 30. Juni 2021 müssen PVS und Konnektor mit dem ePA-Update ausgestattet werden – ansonsten drohen Honorarkürzungen von einem Prozent.
  • Start der ePA 2.0 zum 01. Januar 2022 mit medizinischen Informationsobjekten (MIOs)
  • Start der ePA 3.0 zum 01. Januar 2023 mit freiwilliger Datenspende zu Forschungszwecken
https://youtu.be/l_5KqAmoIaQ
Update ePA-Konnektoreinmalig 400 Euro
PVS-Anpassung ePAeinmalig 150 Euro
Zuschlag Betriebskosten für ePA4,50 Euro je Quartal

Nein. In diesem Fall bleibt es bei der Kürzung von 2,5 Prozent. Führt die Praxis den VSDM durch und verweigert die ePA, beträgt die Kürzung ein Prozent.

Ja. Die ePA ist für den Patienten ein freiwilliger, kostenfreier Service.

Zugriff haben Praxen, Apotheken und Krankenhäuser.

Der Patient soll über sein Handy oder Tablet auf die Patientenakte zugreifen.

Ja. Für den Zugriff auf die ePA wird der eHBA G2 benötigt.

Zukünftig ist es geplant das auch Privatpatienten eine ePA erhalten sollen.

Ja. Patienten sollen den eImpfpass ab 2022 in der elektronischen Patientenakte (ePA) nutzen können.

Ja, der über KIM empfangene eArztbrief kann direkt in der ePA einem Patienten zugeordnet werden, wenn für den Patienten eine ePA existiert und der Patient dazu seine Einwilligung gibt.

Ja. Gemäß §341 Absatz 6 gilt: „Die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Leistungserbringer haben gegenüber der jeweils zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung oder Kassenzahnärztlichen Vereinigung nachzuweisen, dass sie über die für den Zugriff auf die elektronische Patientenakte erforderlichen Komponenten und Dienste verfügen.“ Dies gilt übergreifend für alle Vertragsärzte.

Elektronisches Rezept (eRezept)

Durch das Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) wird das sogenannte eRezept beschlossen. Es gibt folgende Fristen für die Umsetzung vor:

  • Bis 31. März 2020 sind fachliche Vorgaben durch die KBV zu erarbeiten, diese wurden mit der Anpassung des Bundesmantelvertrags umgesetzt.
  • Bis zum 30. Juni 2020 müssen technische Vorgaben durch die gematik folgen. Durch das PDSG wird die Umsetzung weiter konkretisiert.
  • Bis zum 30. Juni 2021 muss die gematik die Infrastruktur für die Übermittlung von eRezepten schaffen (App für die Übermittlung sowie die erforderliche IT-Infrastruktur).
  • Bis zum 30. Juni 2021 muss für BtM- und T-Rezepte sowie bis 30. Juni 2020 für eRezepte die Übermittlung und Spezifikation festgelegt werden, damit der Patient diese in elektronischer Form erhält (inklusive Rezept, § 312, Absatz 1)
  • Bis voraussichtlich Mitte 2021 sollen Regelungen bezüglich Grüner Rezepte getroffen werden (Selbstverwaltung/gematik).
  • Ab 01. Januar 2022 werden Ärzte verpflichtet, eRezepte auszustellen. Ausnahmen: Die Ausstellung ist technisch nicht möglich oder Dienste und Komponenten der TI stehen nicht zur Verfügung.

Die Anbindung von Apotheken an die TI soll laut dem Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) bis September 2020 erfolgen. Ab 01. Januar 2022 müssen alle Ärzte und Apotheker eRezepte ausstellen und via TI übertragen. Ausnahme: Die Ausstellung ist technisch nicht möglich oder Dienste und Komponenten der TI stehen technisch nicht zur Verfügung (§ 360).

  • Versicherte haben die Wahl, ob sie die Zugangsdaten für das Rezept auf Papier (Ausdruck des Tokens) oder digital erhalten. Die gematik muss die Komponenten entwickeln und zur Verfügung stellen (Sicherstellung der Funktionsfähigkeit und Interoperabilität). Die Sicherheit ist durch ein externes Sicherheitsgutachten nachzuweisen (§ 360).
  • Ein Zugriff auf ein eRezept ist nur mit eHBA oder Berufsausweis und SMC-B möglich. Zugriffe sind nachvollziehbar zu protokollieren (§ 361).

Ab 01. Januar 2022 müssen alle Ärzte eRezepte ausstellen und via TI übertragen. Ausnahme: Die Ausstellung ist technisch nicht möglich oder Dienste und Komponenten der TI stehen technisch nicht zur Verfügung (§ 360). Für den Patienten ist die Nutzung des eRezeptes freiwillig.

Hinweis zu BtM- und T-Rezept:
Die Umstellung vom Papierrezept auf das eRezept betrifft zunächst apothekenpflichtige Arznei- und Verbandmittel sowie Teststreifen. Auch Privatrezepte können elektronisch übermittelt werden, sobald deren Weiterverarbeitung geregelt ist. BtM- und T-Rezepte sowie Rezepte für Hilfsmittel sollen zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

PVS-Anpassung eRezepteinmalig 120 Euro
Zuschlag Betriebskosten für eRezept1 Euro je Quartal

Nach der Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) sind elektronische Rezepte mit einer qualifizierten elektronischen Unterschrift zu versehen (§ 2, Absatz 1, Nr. 10).

Der Patient kann das eRezept über sein Smartphone an die Apotheke übertragen, es ist aber weiterhin möglich, den Papierausdruck zu erhalten.

Stufe 1 (Juni 2020): Festlegung zur elektronischen Übermittlung von Verordnungen apothekenpflichtiger Arzneimittel durch die gematik (§ 291a)(GSAV)
Stufe 2 (Juni 2021): Festlegung zur elektronischen Übermittlung von Verordnungen für BtM- und T-Rezepte durch die gematik (§ 312)(PDSG), Festlegung der Rahmenbedingungen für Dispensierinformationen, Dosierung und Chargennummer
Stufe 3 (Juni 2023): Heil- und Hilfsmittel

Das eRezept wird im PVS erstellt, die Informationen werden aber aus der Verordnungssoftware gezogen.

Eine direkte Empfangsbestätigung gibt es nicht, aber der Patient erhält nach kurzer Zeit eine Rückmeldung von der Apotheke, ob das Medikament verfügbar ist.

In der Einführungsphase ist das noch nicht möglich, es ist aber geplant.

Der Patient kann mittels der eRezept-App das eRezept aus dem Fachdienst „eRezept“ abrufen, der sich in der TI befindet.

Hier gelten die gleichen Regeln wie beim Papierrezept. In der Regel liegt die Einlösbarkeit bei 30 Tagen.

Das eRezept wird 100 Tage nach Einlösung aufbewahrt und dann aus dem Fachdienst gelöscht.

Ja, wenn der Patient den Wunsch äußert, kann das eRezept in der ePA übernommen werden.

Ja. Die Annahme des eRezeptes ist auch bei Versandapotheken möglich.

Liegt eine Störung des Internetdienstes vor, wird das Rezept auf Papier ausgestellt.

Es ist geplant, dass Sanitätshäuser das eRezept ab Stufe 3 (zirka Juni 2023) annehmen können.

Spätestens ab dem 30. Juni 2021 sollen eRezept-App und der Fachdienst zur Verfügung stehen (§312).

Apotheken mussten sich bis zum 30. September 2020 (§ 31a)(DVG) an die TI anbinden.

TI bei Krankenhäusern und ermächtigten Ärzten

Dies geschieht über die DKG (Deutsche Krankenhausgesellschaft e.V.).

Bis zum 01. Januar 2021; von der Kürzung der Vergütung vertragsärztlicher Leistungen sind bis zum 31. Dezember 2020 ausgenommen: die zur Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung ermächtigten Ärzte, die in einem Krankenhaus tätig sind, die zur Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung ermächtigten Krankenhäuser sowie die nach § 75 Absatz 1b Satz 3 (SGB V) aufgrund einer Kooperationsvereinbarung mit der Kassenärztlichen Vereinigung in den Notdienst einbezogenen zugelassenen Krankenhäuser.

Nein. Das Einreichen einer Verzichtserklärung ist nicht mehr notwendig.

Die Anbindung der Krankenhäuser an die TI muss bis zum 01. Januar 2021 erfolgen.

Es ist möglich, den Einbox-Konnektor (EBK) im Krankenhaus zu verwenden. Dieser sollte aber nur bis zu einer Größe von 500 Betten eingesetzt werden. Für größere Einrichtungen wird der Rechenzentrumskonnektor (RZK) empfohlen, welcher ab einer Größenordnung von 51 Kartenterminals genutzt werden sollte.

Nein, nur die Rechenzentrumskonnektoren (RZK) inklusive Verwaltungssoftware.

Es ist ein PTV3-Konnektor (E-Health-Konnektor) nötigt.

Ja. Die Updatekosten müssen dann jedoch vom Krankenhaus getragen werden.

Ja. Die stationären Kartenterminals im Krankenhaus und in der Arztpraxis sind identisch.

Die Betriebskosten gelten erst ab Verfügbarkeit des E-Health-Konnektors (PTV3).

Ja. Pro Standort muss jedes Krankenhaus für den Fall eines technischen Defekts einen Ersatzkonnektor vorhalten, dieser wird jedoch nicht finanziert.

Die Anzahl der SMC-B-Karten hängt ab von den einzeln zu identifizierenden Rechtseinheiten. Jedes Krankenhaus sollte eine Ersatz-SMC-B vorhalten.

Das Krankenhaus kann auf eigene Kosten mehr SMC-B-Karten einsetzen, dies erhöht
die Ausfallsicherheit.

Dies ist voraussichtlich ab Q3/2020 bzw. Q4 2020 der Fall.

Das Krankenhausentgeltgesetz (KHEntgG) besagt, dass das Krankenhaus für jeden vollstationären und teilstationären Fall eine Vergütung von fünf Euro für die Speicherung von Daten in der ePA erhält.

In 2021 erhält das Krankenhaus einen weiteren Zuschlag von zehn Euro für die Unterstützung des Versicherten bei erstmaliger Befüllung der ePA. DKG und GKV-SV vereinbaren jährlich Zuschlagsvolumen und Zuschlagsbetrag (§ 5, Absatz 3f).

Ein Krankenhaus kann bis zu 20 SMC-B-Karten mit einem Antrag bestellen, mindestens zwei SMC-B-Karten müssen bestellt werden, eine SMC-B-Karte dient hier als Ersatz.

Ja. Auch wenn ermächtigte Ärzte bereits eine SMC-B-Karte besitzen, benötigt das Krankenhaus trotzdem eine eigene SMC-B-Karte plus eine Ersatz-SMC-B-Karte.

MVZ und Notfallambulanzen werden über die KVen finanziert. Die bereits dargestellte Einigung auf eine eindeutige Erstattungsregelung, die auf einer überprüfbaren Rechtsgrundlage basiert, wurde in der DKG-TI-Vereinbarung übernommen.

Demnach werden MVZs, Einrichtungen nach § 311 SGB V und Notfallambulanzen nach § 75 Absatz 1b SGB V dauerhaft über die KVen finanziert (vgl. § 3 Absatz 2a). Die Abgabe einer Verzichtserklärung, mit der den betreffenden Einrichtungen zuvor eine Art Wahlrecht eingeräumt wurde, ist aus diesem Grund in den Regelungen der DKG-TI-Vereinbarung entfallen.

(1) Die Finanzierung der bei einem Krankenhaus durch die Einführung der Telematikinfrastruktur verursachten Investitions- und Betriebskosten bezieht sich auf Organisations- bzw. Leistungsbereiche des Krankenhauses, in denen stationäre und stationsäquivalente Krankenhausbehandlung im Sinne des § 39 SGB V einschließlich belegärztlicher Behandlung nach § 121 SGB V erbracht wird.

(2) Zusätzlich einbezogen sind folgende ambulante Organisations- und Leistungsbereiche, insoweit sich diese an einem Krankenhaus befinden oder diesem organisatorisch zugeordnet sind:

  1. ambulante spezialfachärztliche Versorgung nach § 116b Absatz 2 und Absatz 8 SGB V
  2. Hochschulambulanzen nach § 117 Absatz 1-3 SGB V
  3. psychiatrische und psychosomatische Institutsambulanzen nach § 118 SGB V
  4. geriatrische Institutsambulanzen nach § 118a SGB V
  5. sozialpädiatrische Zentren nach § 119 SGB V
  6. medizinische Behandlungszentren nach § 119c SGB V
  7. Kinderspezialambulanzen nach § 120 Absatz 1a SGB V
  8. Notfallambulanzen und die medizinische Erbringung von Notfallleistungen nach
    § 76 Absatz 1 Satz 2 SGB V, § 2 Absatz 2 Ziffer 4 BMV-Ä
  9. ambulantes Operieren im Krankenhaus nach § 115b SGB V
  10. Ermächtigungsambulanzen der persönlich ermächtigten Krankenhausärzte nach
    § 116 SGB V, § 4 Absatz 1 BMV-Ä, § 31a Absatz 1 Ärzte-ZV
  11. Erbringung von ambulanten Leistungen bei Unterversorgung nach § 116a SGB V

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