Fragen und Antworten

Allgemeines

Das im Januar 2016 verabschiedete E-Health-Gesetz sieht vor, dass eine Telematikinfrastruktur (TI) geschaffen wird, welche alle Beteiligten im Gesundheitswesen sektorenübergreifend vernetzen soll, damit diese sicher und schnell miteinander kommunizieren können. Die TI ist ein geschlossenes Netz, zu dem nur registrierte Nutzer mit einem elektronischen Ausweis Zugang erhalten.

Mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) und dem Aufbau einer sicheren, einrichtungsübergreifenden Kommunikationsinfrastruktur im Gesundheitswesen soll die Grundlage für einen sicheren Austausch wichtiger medizinischer Daten geschaffen werden. Außerdem steht der Nutzen für die Patienten im Fokus. Sie sollen beispielsweise in die Lage versetzt werden, ihren Ärzten und Psychotherapeuten wichtige Gesundheitsdaten verfügbar zu machen. Da es sich im Gesundheitswesen um sehr sensible und vertrauenswürdige Daten handelt, hat der Datenschutz oberste Priorität.

Betreiber der TI ist die gematik GmbH mit Sitz in Berlin.

Die TI soll alle Beteiligten im Gesundheitswesen, etwa Ärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser, Kassenärztliche Vereinigungen, Apotheken und Krankenkassen, miteinander vernetzen und den Datenaustausch auch über Sektorengrenzen hinweg erleichtern. Den Aufbau der TI regelt das Sozialgesetzbuch V.

Die Einführung der TI beginnt mit dem Basisrollout und der Umsetzung des Versichertenstammdatenmanagements (VSDM). Das VSDM ist für Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten, die an der Versorgung gesetzlich Versicherter teilnehmen, verpflichtend.
Im nächsten Schritt werden ab dem zweiten Halbjahr 2020 die medizinischen Anwendungen eingeführt. Dazu gehören unter anderem:

  • Notfalldatenmanagement (NFDM)
  • elektronischer Medikationsplan (eMP)
  • elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU)
  • elektronische Patientenakte (ePA)
  • elektronische Rezept (eRezept)

Diese Anwendungen sind für Versicherte freiwillig. Nur mit ihrer Zustimmung können beispielsweise Notfalldaten auf der Karte hinterlegt oder eine versichertenbezogene Arzneimitteldokumentation angelegt werden.

Ärzte, Psychotherapeuten, Zahnärzte, Krankenhäuser und Apotheken mussten sich bis Anfang 2021 zu unterschiedlichen Terminen verpflichtend an die TI anbinden. Für Pflegeeinrichtungen ist die Anbindung freiwillig.

Ihr Softwarehaus ist Ihr erster Ansprechpartner für die Bestellung der Komponenten sowie bei Fragen zur Installation. Klären Sie vor Vertragsunterschrift und Vereinbarung des Installationstermins, ob alle notwendigen Komponenten wie Konnektor, VPN-Zugangsdienst, stationärer Kartenterminal und Praxisausweis (SMC-B) und eHBA G2 lieferbar sind.

Wir empfehlen allen Praxen, vor dem Kauf von Komponenten und Diensten das Preis-Leistungs-Verhältnis und die vertraglichen Bedingungen ihres Anbieters genau zu prüfen. Es wird nicht der tatsächliche Rechnungsbetrag erstattet, sondern ausschließlich die auf Basis der TI-Finanzierungsvereinbarung festgelegten Pauschalen (siehe FAQs zur Finanzierung).

Laut E-Health-Gesetz musste die verpflichtende Umstellung bereits zum 01. Januar 2019 erfolgen. Bei Praxisneugründungen und -übernahmen muss die Anbindung der TI im Laufe des ersten Quartals der Niederlassung durchgeführt werden.

Praxen, die nicht an die TI angeschlossen sind, erhalten nach jetzigem Stand Honorarkürzungen in Höhe von 2,5 Prozent. Darüber hinaus können Praxen die medizinischen Anwendungen, die ab 2020/ 2021 eingeführt werden, nicht umsetzen.

Des Weiteren ist zukünftig geplant, die Daten auf der eGK außerdem vom unverschlüsselten Bereich in den verschlüsselten Bereich zu ziehen. Mit dem heutigen stationären Kartenlesegerät sind die Daten dann nicht mehr auslesbar. Ob es zukünftig beim Thema PVS-Updates etc. noch etwas zu beachten gibt, sollte mit dem Softwarehaus geklärt werden.

Derzeit gibt es keine Ausnahmeregelungen für solche Fälle. Entweder nehmen die Praxen die 2,5 Prozent Honorarkürzung für die Quartale in Kauf, in denen sie noch tätig sind. Oder sie richten die TI in der Praxis ein und versuchen, mit dem Softwarehaus einen verkürzten Vertrag zu schließen, der es ermöglicht, diesen Vertrag gegebenenfalls zu übernehmen, sollte doch ein Nachfolger gefunden werden.

Keine, denn Sie sind nach SGB V gesetzlich dazu verpflichtet, diese umzusetzen. Schließen Sie Ihre Praxis nicht an die TI an und führen keinen Versichertenstammdatenabgleich durch, wird Ihr Honorar seit 30. März 2020 solange um 2,5 Prozent gekürzt, bis Sie Ihre Praxis an die TI angeschlossen haben und den Versichertenstammdatenabgleich durchführen.

Die KV Nordrhein informiert über die Website www.onlinerollout.de und regelmäßig auf diversen Kommunikationskanälen über den aktuellen Stand der Einführung der TI. In unserer Mitgliederzeitschrift KVNO aktuell finden Sie entsprechende Artikel.

Darüber hinaus können Sie sich an unsere IT-Hotline, sowie an die IT-Beraterinnen und IT-Berater der KV Nordrhein wenden.

Der Zeitpunkt des Einstieges hängt davon ab, welche Anwendungen für Sie verpflichtend sind und ab wann der Anbieter Ihres Praxisverwaltungssystems (PVS) Ihnen diese Anwendungen zur Verfügung stellen kann. Der elektronische Medikationsplan (eMP) und der Notfalldatensatz (NFD) sind für Vertragsarztpraxen verpflichtend, sobald dies technisch möglich ist – und der Patient möchte, dass diese Datensätze auf die elektronische Gesundheitskarte (eGK) geschrieben werden. Ab dem 01. Juli müssen Sie die technischen Voraussetzungen für die elektronische Patientenakte (ePA) erfüllen. KIM wird erst mit der Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung (eAU) zur Pflicht. Ab dem 1. April 2021 werden nur noch qualifiziert signierte eArztbriefe vergütet, die über KIM versendet werden. Für den Zugriff auf die neuen Anwendungen und die Signatur, z.B. des eArztbrief oder des NFD, wird der eHBA G2 benötigt.

Falls ein Patient, auf dessen eGK sich ein NFD oder eMP befindet, von seiner Krankenkasse eine neue Gesundheitskarte bekommt (z. B. bei einem Wechsel der Krankenkasse oder bei Kartenverlust), enthält die neue Karte grundsätzlich keinen NFD oder eMP, denn NFD oder eMP werden auf der jeweiligen eGK sowie in Kopie beim behandelnden Arzt / Krankenhaus gespeichert. In diesem Fall sollte der Arzt, der zuletzt Notfalldaten auf der eGK des Patienten gespeichert bzw. aktualisiert hatte, die Daten von seinem PVS / KIS beim nächsten Besuch des Patienten auf dessen neue Karte übertragen.

Sollte der Patient seine PIN vergessen haben, muss er sich an seine Krankenkasse wenden.

Muss mit der jeweiligen Krankenkasse geklärt werden.

Allgemeine Erklärvideos zu den neuen TI-Anwendungen finden Sie in unserer Mediathek https://onlinerollout.de/mediathek/. Erklärvideos für das Anlegen der Datensätze in Ihrer Praxissoftware werden in der Regel auf der Webseite Ihres Praxisverwaltungssystem-Anbieters angeboten.

Infomaterial von der KV, der gematik und der KBV finden Sie anwendungsspezifisch auf www.onlinerollout.de

Patienten, die mit diesen Anwendungen keine Erfahrungen sammeln möchten, haben weiterhin die Möglichkeit ein gedrucktes Rezept zu erhalten bzw. auf die ePA ganz zu verzichten. Sollte dennoch Interesse an einer ePA bestehen, so ist in Planung, dass auch ein Vertreter oder eine Vertreterin für den Patienten die ePA verwalten kann. Darüber hinaus kann auch die Praxis für den Patienten die ePA befüllen und einsehen, ohne dass der Patient die entsprechende App seiner Krankenkasse nutzt.

Apotheken werden Zugriff auf den eMP (z.B. zur Erfassung selbst erworbener Medikamente), das eRezept und später auch auf die ePA haben.

Die Einwilligung kann mündlich oder schriftlich eingeholt werden. Eine schriftliche Einwilligung kann eingescannt werden und in der digitalen Patientenakte in Ihrem PVS hinterlegt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass das eingescannte Dokument nicht mehr denselben Beweiswert hat wie das papierne Original.

Die gematik arbeitet an einer Lösung. Die KVen fordern vehement, dass die Probleme nicht auf dem Rücken der Ärzte und Psychotherapeuten ausgetragen werden.

Hier gibt es keine Unterscheidung.

Bis zum 01. Januar 2021; von der Kürzung der Vergütung vertragsärztlicher Leistungen sind bis zum 31. Dezember 2020 ausgenommen: die zur Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung ermächtigten Ärzte, die in einem Krankenhaus tätig sind, die zur Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung ermächtigten Krankenhäuser sowie die nach § 75 Absatz 1b Satz 3 (SGB V) aufgrund einer Kooperationsvereinbarung mit der Kassenärztlichen Vereinigung in den Notdienst einbezogenen zugelassenen Krankenhäuser.

Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU)

Ab dem 01. Oktober 2021 sind die AU-Daten verpflichtend via TI über den Kommunikationsdienst KIM an die Krankenkassen zu übermitteln (gesetzliche Vorgabe aus dem TSVG (§ 295 Absatz 1 SGB V)).

Allerdings gibt es bis zum 31.12.2021 eine Übergangsfrist. Solange die zur Übermittlung von elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (eAU) notwendigen technischen Voraussetzungen in der Vertragsarztpraxis nicht zur Verfügung stehen, können Ärztinnen und Ärzte übergangsweise das alte Verfahren anwenden (Muster 1).

Ab dem 01. Juli 2022 stellen Krankenkassen den Arbeitgebern die AU-Daten zum digitalen Abruf zur Verfügung (gesetzliche Vorgabe aus dem Bürokratieentlastungsgesetz (BEG III)).

Der Gesetzgeber schreibt die digitale Übermittlung der AU-Daten an die Krankenkassen verbindlich vor. Das bisher für die Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit genutzte Muster 1 wird daher zum 1. Oktober 2021 abgeschafft. Wenn die digitale Übermittlung der Daten wegen technischer Probleme vorübergehend nicht möglich ist, wird mithilfe des PVS ein Ausdruck erstellt, der zur Information der Krankenkasse genutzt werden kann (siehe hierzu „Was ist, wenn die digitale Übermittlung vorübergehend nicht möglich ist?“). Dieses Verfahren ist aber nicht für den Regelfall vorgesehen.

Für Ärzte, welche zum 1. Oktober 2021 noch kein zertifiziertes PVS besitzen, gilt, dass eine AU – auf Muster 1 bzw. mittels Blankoformularbedruckung erstellt – dennoch für die Entgeltfortzahlung für den Versicherten rechtsgültig ist, auch wenn sie nicht mehr den vertragsärztlichen Regelungen entspricht.

Eine ersatzweise Verwendung dieser alten Formulare ist somit in Einzelfällen übergangsweise möglich.

Für die Umsetzung der eAU erhalten die Praxen keine Gelder bzw. Erstattungen über die Finanzierungsvereinbarung.

Als Transportweg für die eAU wird im Gesetz (§ 295 Absatz 1 SGB V) die TI vorgegeben. Die Vertragspartner KBV, KZBV, GKV-SV und DKG haben sich auf KIM als Transportweg geeinigt.

Fehlt/DefektErsatzweise
eHBASignierung mittels SMC-B
TI-Anschluss/
Verbindung
Ersatzverfahren Stylesheets an Kasse und an AG/Versicherten
Details s. n. Frage
KIM-Dienst Ersatzverfahren Stylesheets an Kasse und an AG/Versicherten
PVS-UpdateÜbergangsregelung bis 31.12.2021 (Muster 1)
Geeigneter DruckerAktuell keine Vorgaben

Wenn die digitale Datenübermittlung an die Krankenkasse vorübergehend nicht möglich ist, werden die Daten vom PVS gespeichert und der Versand erfolgt, sobald dies wieder möglich ist. Wenn der Patient oder die Patientin noch in der Praxis ist, drucken Sie den Ausdruck für die Krankenkasse aus. Der Versand an die Krankenkasse erfolgt dann über die Versicherten. Hat der Patient oder die Patientin die Praxis bereits verlassen und der digitale Versand ist auch bis zum Ende des nachfolgenden Werktages nicht möglich, muss die Praxis die Papierbescheinigung an die Krankenkasse versenden. Um dieses für die Praxen aufwendigere Ersatzverfahren zu vermeiden, empfehlen wir die Nutzung der Komfortsignatur, die Probleme beim digitalen Versand in der Regel sofort erkennen lässt.

Nein. Da auf der Versichertenkarte die Institutskennung (IK) und die Versicherungskennnummer (VKNR) hinterlegt ist, kann bei der Erstellung der eAU diese vom Praxisverwaltungsprogramm automatisch eindeutig der Krankenkasse zugeordnet werden.

Ja. Die Ausfertigung für die Krankenkasse wird digital per KIM versendet. Der Patient erhält nur noch die Ausfertigung für den Patienten und den Arbeitgeber.

Der Arbeitgeber erhält weiterhin die gleichen Informationen wie vorher. Der Inhalt der Formulare bleibt unverändert.

Der digitale Datensatz wird vor dem Versand mit der qualifizierten elektronischen Signatur (QES) des elektronischen Heilberufsausweises (eHBA G2) signiert. Um nicht bei jedem Vorgang die PIN eingeben zu müssen, können Sie per Stapelsignatur signieren, d. h. es werden zum Beispiel abends alle eAUs gleichzeitig signiert und versandt. Alternativ können Sie die Komfortsignatur nutzen. Hierfür geben Sie einmal die PIN ein und haben dann 250 Signaturen ohne PIN-Eingabe freigeschaltet. Die Signatur wird dann bei Bedarf im Tagesbetrieb z.B. mittels persönlichem Passwort oder personalisierten NFC-Chip vom eHBA-Besitzer direkt über das PVS ausgelöst. Wir empfehlen die Nutzung der Komfortsignatur, da die AU-Daten in diesem Fall sofort versandt werden und mögliche technische Probleme direkt erkannt werden können. Hierdurch kann ein für die Praxis aufwändigeres Ersatzverfahren vermieden werden (siehe hierzu „Was ist, wenn die digitale Übermittlung vorübergehend nicht möglich ist?“). Wenn der eHBA G2 wegen technischer oder sonstiger Probleme, die nicht in der Verantwortung des Arztes oder der Ärztin liegen, nicht genutzt werden kann, darf mit dem Praxisausweis (SMC-B) signiert werden.

Ja das ist möglich, aber um Störungen möglichst sofort zu erkennen, wird Komfortsignatur empfohlen.

Aktuell ist die Bereitstellung der Komfortsignatur im 3. Quartal 2021 geplant.

Diese ist bei der Koco-Box mit dem PTV 4 Update möglich und wird bei den Secunet und Rise Konnektoren nutzbar sein, wenn diese das PTV 4 Plus Update erhalten haben.

Einige PVS-Anbieter werden die Komfortsignatur wahrscheinlich erst im Laufe des 4. Quartal 2021 zur Verfügung stellen.

Die Inhalte des Formular bleiben unverändert, jedoch entfallen das Formular für die konventionelle Bedruckung sowie das Blankoformular für die AU-Bescheinigung (Muster 1 „Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung“).

Die Papierbescheinigungen für Versicherte und Arbeitgeber werden dann durch einen Ausdruck der sogenannten Stylesheets, die auch für die Darstellung der eAU im Praxisverwaltungssystem (PVS) genutzt werden, erstellt.

Der Ausdruck im Format DIN A5 oder DIN A4 erfolgt auf normalem Papier.

Die Vorlagen orientieren sich an Muster 1. Beispiele finden Sie in den Erläuterungen zur eAU.

Die Form der Übertragung der Daten zwischen Krankenkassen und Arbeitgeber ist noch nicht verhandelt, inhaltlich erfolgt nur die Bereitstellung der für den Arbeitgeber relevanten Daten.

Keine Information über Vertragsärzte, nach Auskunft des GKV-Spitzenverbandes wird der Abruf der Daten durch die Arbeitgeber registriert.

Technisch wäre dies möglich aber ab dem 1. Oktober 2021 ersetzt die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) die jetzige AU per Muster 1. Auch die Blankoformularbedruckung ist dann nicht mehr zulässig.

Der Praxisverantwortliche haftet im Rahmen der Prozesse innerhalb seiner Praxis. Für Fehler außerhalb seiner Praxis – also die nachgelagerten Prozesse in der TI – ist die Praxis nicht verantwortlich.

Die Praxen müssen die eAU nicht an die Arbeitgeber übermitteln. Der Patient muss wie heute auch den Arbeitgeber über seine Arbeitsunfähigkeit informieren. Ab 2022 soll der Arbeitgeber dann die eAU-Daten direkt bei der Krankenkasse abrufen.

Wie bisher auch können die MFA Arztbriefe und eAU vorbereiten.

Fast alle Ärzte sind auch Arbeitgeber und benötigen von Ihren Mitarbeitern eine elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU).
Sie benötigen für den Versand der eAU über KIM (Kommunikation im Medizinwesen)

  • Update Ihres Konnektors – nach vorheriger Absprache mit Ihrem Softwarehaus – auf den ePA-Konnektor (PTV4+ ). Die Nutzung des PTV 3 (eHealth-Konnektors) ist technisch möglich.
  • einen KIM-Anbieter.
  • Zugangsdaten und E-Mail-Adresse für den KIM-Dienstanbieter (Verzeichnisdienst).
  • KIM und eAU-Modul in Ihrem PVS.
  • den Elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) G2 für die qualifizierte Signatur der eAU.
  • und eventuell zusätzliche Kartenterminals in Ihren Sprechzimmern.

Als Arbeitgeber können Sie später die eAU-Daten über das vordefinierte Arbeitgeberverfahren bei der Krankenkasse abrufen.

Nein. Die aktuelle Umstellung betrifft lediglich das Muster 1 (Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung). Weitere Muster sollen folgen.

Rückholung fehlerhafter eAUs ist vorgesehen. Es gibt eine Storno-Option, die über das PVS initiiert wird.

Die Krankenkassen leiten heute schon Daten der AU an Arbeitgeber weiter (Arbeitgeberverfahren). Der Prozess wird lediglich digitalisiert. Der fachliche Inhalt zur AU bleibt unverändert.

Bei Nicht-GKV-Versicherten (z. B. bei Versicherten der sogenannten sonstigen Kostenträger) zeigt Ihr PVS Ihnen an, dass die digitale Übermittlung der AU-Daten an die Krankenkasse nicht möglich ist. Für diese Patienten kommt bis auf Weiteres das Ersatzverfahren zum Einsatz, d. h. Sie drucken die Ausdrucke für Krankenkasse, Arbeitgeber und Versicherte aus und geben diese dem Patienten oder der Patientin mit.

Im Praxisverwaltungssystem erscheint eine Fehlermeldung.

Für die Ausstellung von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen im Rahmen von Hausbesuchen/ Notdienst können Sie vorab in der Praxis unbefüllte Ausdrucke aus dem PVS erstellen. Diese können dann beim Hausbesuch/ Notdienst händisch befüllt werden. Die Daten übertragen Sie später in der Praxis in das PVS und schicken sie digital an die Krankenkasse. Alternativ können Sie erst nach dem Hausbesuch die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung in der Praxis erstellen und die beiden Ausdrucke per Post an den Patienten versenden.

Bei Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, die bei Hausbesuchen ausgestellt werden, muss die Übermittlung der Daten an die Krankenkasse bis zum Ende des folgenden Werktages erfolgen. Wenn Sie also am Freitagabend bei einem Hausbesuch eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen, haben Sie bis Montagabend Zeit für die digitale Übermittlung der Daten an die Krankenkasse.

Zukünftig sollen auch Notfallpraxen an die TI angebunden werden, so dass hier der Versand der eAU und die Nutzung von NFDM und eMP möglich sein wird.

Die Kostenpauschale 40130 regelt die postalische Versendung einer mittels Stylesheet erzeugten papiergebundenen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung an die Krankenkasse des Patienten gemäß § 4 Absatz 4.1.4 Anlage 2b BMV-Ä

Die Kostenpauschale 40130 ist nur berechnungsfähig, wenn nach Ausstellung festgestellt wird, dass die Datenübermittlung an die Krankenkasse nicht möglich ist und diese nicht bis zum Ende des nachfolgenden Werktages nachgeholt werden kann.

Die Kostenpauschale 40131 regelt die postalische Versendung einer mittels Stylesheet erzeugten papiergebundenen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung an den Patienten gemäß § 4 Absatz 4.1.2 Anlage 2b BMV-Ä im Zusammenhang mit der Durchführung einer Besuchsleistung entsprechend der Gebührenordnungspositionen 01410, 01411, 01412, 01413, 01415 und 01418.

Es obligt dem Arzt, in welcher Form er die AU im Rahmen der Frist aufbewahrt.
Gemäß der Berufsordnung NRW kann er alles digital aufbewahren, er muss nur sicherstellen, dass die Dokumentation revisionssicher und 10 Jahre verfügbar ist.

Die mithilfe des PVS erzeugten Ausdrucke können wahlweise im Format A4 oder A5 erzeugt werden. Die Ausdrucke müssen gut lesbar sein. Welcher Drucker hierfür eingesetzt wird, entscheidet die Arztpraxis. In den meisten Fällen dürfte ein Laser- oder Tintenstrahldrucker die wirtschaftlichste Option sein. Das Papier muss von den Praxen selbst beschafft werden. Es kann normales Druckerpapier verwendet werden.

Stylesheets können auch ohne TI-Anbindung ausgedruckt werden. Gleichwohl ist eine dauerhafte Nutzung nicht vorgesehen.

Nadeldrucker ist möglich, aber evtl. nicht wirtschaftlich

Ja, pro Ausfertigung wird ein Blatt Papier bedruckt.

Ja. Die Übersicht der Ersatzverfahren für die möglichen Szenarien:

  • Praxis ohne eHBA
  • Praxis ohne TI-Anbindung und/oder KIM-Dienst
  • Praxis ohne PVS-Update zur eAU

finden Sie hier:

https://onlinerollout.de/basis-rollout/eau/#ersatzverfahren

Das eAU-Update sollte nach Rücksprache mit Ihrem PVS-Anbieter eingespielt werden, sobald alle technischen Voraussetzungen erfüllt und getestet sind. Hintergrund ist, dass nicht bei jedem PVS die Möglichkeit besteht, die eAU vorab zu testen oder das Update später wieder zurückzusetzen.

Folgende Voraussetzungen sollten vor dem Einspielen des eAU-Update erfüllt sein:

  • eAU-Update liegt vor und ist vom Systemhaus freigegeben
  • KIM-Adresse liegt vor ist einrichtet und funktionsfähig (Testen Sie KIM, indem Sie sich selbst eine Nachricht zusenden!)
  • eHBA liegt vor und ist freigeschaltet
  • Stapel- und/ oder Komfortsignatur sind möglich und wurden vorab getestet (z.B. mit eArztbriefen)
  • die Mehrheit (>80%) der großen Krankenkassen ist bereits im KIM-Adressbuch hinterlegt

Mithilfe des Barcodes soll den Krankenkassen die Verarbeitung von papierhaften Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, welche im Ersatzverfahren der eAU ausgestellt werden, erleichtert werden. Das Formular mit Barcode ist ab dem 01. Januar 2022 gültig.

Elekronischer Arztbrief (eArztbrief)

Eine Übertragung mittels anderer Dienste als KIM ist nach der Übergangsfrist unzulässig. Der Gesetzgeber hat mit der Festlegung auf KIM in § 291f SGB V klar definiert, welche Anforderungen und welches Sicherheitsniveau für den Übertragungsweg eines eArztbriefes umzusetzen sind.

Nach Ende der Übergangsfrist 31 März 2021 ist eine Vergütung eines eArztbriefes ausgeschlossen, sofern dieser nicht mittels KIM übertragen wurde.

Die Anlage 8 regelt die Finanzierung für Praxen, welche sich nachweislich an einen sicheren Dienst zur Übermittlug medizinischer Dokumente und Übermittlung von eArztbriefen (KIM) anschließen.

Diese erhalten eine Einrichtungspauschale in Höhe von 100 Euro und pro Praxis und Quartal eine Betriebspauschale in Höhe von 23,40 Euro.

Bei der Abrechnung des eArztbriefes wird eine Obergrenze in Höhe von 23,40 Euro sowie eine Strukturpauschale (pro gesendetem eArztbrief) von 0,1112 Euro eingeführt. Die Strukturpauschale ist extrabudgetär und unterliegt nicht der Regelung der Obergrenze.

Für den Versand eines eArztbriefes wird eine Pauschale von 0,28 Euro gezahlt und für den Empfang 0,27 Euro.

Ja. Für die elektronische Signatur des eArztbriefes wird ein eHBA G2 benötigt!
eArztbriefe können nur dann vergütet werden, wenn diese per QES unterschrieben wurden.

Bei einer Untersuchung, die nicht im Auftrag erfolgt ist (Überweisung), muss die Einwilligung des Patienten für die Übermittlung eines Arztbriefes eingeholt werden, da die Weitergabe personenbezogener Daten immer einer Einwilligung bedarf.

Die Gründe der Limitierung bei Verhandlungen auf Bundesebene sind uns im Detail nicht bekannt.

Versand durch MFA sollte nach der Signatur durch den Arzt (z.B. Stapelsignatur) möglich sein, wenn die Berechtigungen im PVS vorliegen und es sich um eine Praxis-KIM-Adresse handelt.

In der Grundpauschale der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten ist die Vergütung für den eArztbrief enthalten. Der ePTA sollte bestellt werden, sobald dieser verfügbar ist, da dieser für den Zugriff auf die ePA am 1. Juli 2021 benötigt wird.

Elektronische Gesundheitskarte (eGK)

Jede Gesundheitskarte ist im Auslieferungszustand mit einer aktivierten sechsstelligen PIN für die Anwendung eMedikationsplan ausgestattet.

Diese PIN erhalten die Versicherten von ihrer Krankenkasse zusammen mit Erläuterungen zum Umgang damit. Die PIN kann bei Bedarf deaktiviert und auch wieder aktiviert werden.

Die Patienten können damit entscheiden, den jeweiligen Datensatz (eMP, NFDM und DEP)
zusätzlich durch die mindestens sechsstellige Karten-PIN zu schützen.

Die Übermittlung der PIN liegt im Ermessen der jeweiligen Krankenkasse. Patienten können aktiv auf diese zugehen und sowohl PIN, als auch eine eGK mit NFC-Funktion erhalten.

Ja. Auf Wunsch des Patienten kann eine Vertreter-PIN auf der eGK eingerichtet werden.

Ein vom Patienten bestimmter Vertreter (kann auch der Hausarzt sein) kann so mit dessen eGK den elektronischen Medikationsplan zum Beispiel im Krankenhaus zur Nutzung freigeben.

Allerdings kann nur der Patient selbst die Vertreter-PIN ändern.
Sollte der Patient eine neue eGK erhalten, muss die Vertreter-PIN neu eingerichtet werden, sofern sie weiterhin angewendet werden soll.

Die PIN-Eingabe wird nach jeweils drei Falscheingaben gesperrt. Die Sperrung erfolgt für jede PIN einzeln. Bei gesperrter Vertreter-PIN kann der Versicherte weiterhin mit seiner PIN zugreifen und die Vertreter-PIN ändern.

Das Ändern der PIN ist dem Patient nur mittels technischer Lösungen zum Beispiel seiner Krankenkasse möglich.

Für die vorgesehenen Daten im XML-Format reicht der Speicherplatz aus.
In weiterer Planung nach Gesetzeslage werden in den nächsten Jahren alle relevanten medizinischen Daten in der elektronischen Patientenakte gespeichert.

Der Abgleich des Versichertenstammdatenmanagements ist immer ohne Eingabe der Patienten-PIN möglich.

Der Zugriff auf die eGK kann nur mit einem eHBA erfolgen. Wenn die eGK vorliegt und alle Ärzte in der Praxis einen eHBA haben, ist dies möglich.

Im oberen Teil der eGK finden Sie einen Streifen der die Farben der Deuschlandfahne hat.
Unter diesem Streifen ist eine 6 Stellige Nummer hinterlegt, im weiteren ist in diesem Bereich ein NFC Zeichen hinterlegt.

Nein. Der Patient benötigt nur seine eGK, wenn beispielsweise der Notfalldatensatz oder der
eMedikationsplan auf die eGK geschrieben oder ergänzt werden sollen oder wenn der Zugriff
auf die ePA gewährt werden soll, wenn dies nicht über die ePA-App erfolgt ist.

Der Ausgabeprozess eGKs und PINs wird von den Krankenkassen geregelt. Individuelle Optionen und Lösungen müssen mit der jeweiligen Kasse geklärt werden. Es gibt Lösungen von Krankenkassen, bei denen die PIN auch postalisch übermittelt wird.

Ein Rezept oder Medikationsplan kann ausgestellt werden. Hier ändert sich der Prozess in der Praxis nicht. Wenn keine eGK vorliegt, greift das Ersatzverfahren – der Patient muss seine eGK später nachreichen.

Für die Nutzung der ePA und des eRezepts wird eine NFC-fähige eGK benötigt. Diese muss bei der Krankenkasse beantragt werden.

Elektronischer Heilberufsausweis (eHBA)

Der eHBA wird für die digitale Signatur benötigt, zum Beispiel beim Versenden elektronischer Arztbriefe (eArztbrief) und der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU), aber auch für das Schreiben des Notfalldatensatzes und des elektronischen Medikationsplans (eMP).

Der eHBA G0 kann jetzt schon für die qualifizierte elektronische Signatur (QES) von eArztbriefen, Laborüberweisungen oder die Übermittlung der elektronischen Sammelerklärung bei der Online-Abrechnung genutzt werden.

Spätestens zum 1. Juli, wenn die ePA flächendeckend eingeführt wird, benötigen Ärzte nach aktuellem Stand einen eHBA. Mit seiner Hilfe können Daten in die ePA hochgeladen und signiert und mit dem Einverständnis des Patienten auch gelesen werden. Wer dies nicht kann, dem droht eine pauschale Verkürzung der Vergütung um ein Prozent. Auch für die Nutzung des E-Medikationsplans und für das Notfalldatenmanagement ist ein eHBA erforderlich. Ohne eHBA können Sie ab Juni auch keine SMC-B mehr beantragen.

Das Antragsverfahren für den eHBA erfolgt ähnlich wie beim analogen Arzt- bzw. Psychotherapeutenausweis über die zuständige Landeskammer (seit 8 Juni möglich):

Nachdem Sie sich für einen Anbieter entschieden haben, gelangen Sie über dessen Website zu einem Antragsformular, das sie sorgfältig ausfüllen. Mit den Antragsunterlagen und Ihrem Ausweisdokument müssen Sie sich anschließend rechtssicher identifizieren – beispielsweise per Kammer- oder Post-Ident-Verfahren. Dann senden Sie Ihre Antragsunterlagen an Ihren Vertrauensdienstanbieter. Die Karte wird dann an Ihre Meldeadresse geschickt.

Die Kosten für den eHBA belaufen sich derzeit auf 7,90 Euro pro Monat, teilweise refinanziert durch die TI mit 11,63 Euro im Quartal. Die Kosten, die für einen eHBA anfallen, unterscheiden sich je nach Anbieter geringfügig. Genaue Angaben finden Sie auf den Internetseiten der Anbieter.

Der eHBA der Generation 0 und G2.0; ab der Version G2 und G2.1 ist zusätzlich die Komfortsignatur möglich, wenn die Koco-Box das PTV4 Updatet erhalten hat und der Secunet und Rise Konnektor das PTV4+ Updatet erhalten haben.

Sobald das Update für den eHealth-Konnektor (PTV3) da ist und sobald Sie von Ihrem Softwareanbieter eine Softwarelösung zur Änderung der Transport-PINs erhalten haben.

Stapel- und Komfortsignatur sind Spezialfälle der QES. Im Normalfall wird bei einer QES mit der Eingabe einer PIN für die Signatur nur ein einziges Dokument signiert. Bei einer Stapelsignatur können mit der Eingabe einer PIN mehrere Dokumente gleichzeitig signiert werden, also stapelweise. Nach dem Signaturvorgang wird die PIN-Authentisierung für die Signaturerstellung gelöscht.

Die Komfortsignatur geht in puncto Benutzerfreundlichkeit über die Stapelsignatur hinaus:
Das Signieren von bis zu 250 Dokumenten kann nach einmaliger PIN-Eingabe über einen längeren Zeitraum von 24 Stunden erfolgen. Die Signatur wird dann bei Bedarf im Tagesbetrieb z.B. mittels persönlichem Passwort oder personalisierten NFC-Chip vom eHBA-Besitzer direkt über das PVS ausgelöst. Das heißt, es können zeitlich versetzt sogar mehrere Stapel signiert werden. Die PIN-Eingabe erfolgt ganz am Anfang, also vor dem Anzeigen der Dokumente, die zu dem Zeitpunkt noch gar nicht bekannt sein müssen.

Nein. Die gematik arbeitet aktuell an einer Lösung.

Auf der Vorderseite sind G0 und G2 nicht direkt zu unterscheiden, außer dass beim „Gültig bis“-Datum Tag.Monat.Jahr gedruckt ist anstatt Monat/Jahr.

Es gibt kein generelles Release-Kennzeichen auf den eHBAs. Jeder Anbieter kann dort seine eigenen Kennzeichen unterbringen.

Über die Ärztekammer. Verfügbare Anbieter sind die Bundesdruckerei, T-Systems, medisign und SHC Stolle & Heinz Consultants.

Ja, wenn das nötige Update des Konnektors zum PTV3 (eHealth-Konnektor) vorliegt; ohne dieses Update kann der eHBA keine Signatur erzeugen, weil die Signaturanwendungskomponente (SAK) auf dem Konnektor noch fehlt.

Der eHBA G0 kann aktuell über KV-Connect für die Signatur von Arztbriefen, Laborbefunden und der Online-Abrechnung verwendet werden. Sobald diese Anwendungen in KIM migriert sind wird der eHBA G2 benöigt.

Ansprechpartner ist die Ärztekammer Nordrhein (ÄkNo). Für Fragen zur Bestellung hat sie eine Hotline eingerichtet unter Telefon 0211/ 4302 25 60. Per Mail erreichen Sie die ÄkNO unter arztausweis@aekno.de.

Weitere Informationen bei der ÄkNo

Im Zusammenspiel mit dem E-Health-Konnektor ermöglicht die Version eHBA G2 es, mit einer einzigen PIN-Eingabe bis zu 250 Dokumente auf einen Schlag zu signieren.

Einziger Anbieter des eHBA der Generation 0 (eHBA G0) ist die Firma medisign GmbH.  Wenn Sie bereits den eHBA G0 im Einsatz haben, können Sie nach Angaben des Anbieters medisign auch innerhalb der Mindestvertragslaufzeit ohne Zusatzkosten zur neuen Generation 2 wechseln. Technische Voraussetzung hierfür ist, dass Ihre Praxis den E-Health-Konnektor (PTV 3) im Einsatz hat. Der eHBA G2 wird mit der Gebühr gemäß medisign-Preisblatt berechnet. Der bisherige eHBA G0 wird kostenfrei gestellt, darf aber weiterhin für bewährte Anwendungen eingesetzt werden. Im Antragsprozess für den eHBA G2 auf www.ehba.de fragt medisign automatisch ab, ob Sie zuvor einen eHBA G0 genutzt haben.

Es Ihnen natürlich freigestellt, auch einen anderen von der gematik bestätigten Anbieter von eHBA G2 zu den jeweils anbieterspezifischen Vertragsbedingungen zu beauftragen.  

Jeder Arzt oder Therapeut der auf die neuen medizinischen Anwendungen wie das NFDM, den eMP oder die ePA zugreifen möchte und wer z.B. eArztbriefe und die eAU signieren muss.

Mit dem eHBA können folgende Anwendungen genutzt werden:

  • elektronische Signatur (QES)
  • NFDM (07/2020)
  • eMP (07/2020)
  • ePA 1.0 (07/2021)
  • eRezept (01/2022)

Über KIM:

  • eArztbrief (07/2020)
  • eAU (10/2021)

Ja. Alle Ärzte im MVZ benötigen den eHBA z.B. für die digitale Signatur der eAU.
Labormediziner und Pathologen benötigen den eHBA z.B. für die qualifizierte digitale Signatur bei elektronischen Arztbriefen (Befundberichte), später auch für Signatur- und Authentifizierungsprozesse bei der ePA.

Nein. Nach Aussage der Ärztekammer und der Kartenhersteller können beide Ausweise für alle TI-Anwendungen gleichermaßen verwendet werden.

Ja. Ab dem Zeitpunkt ab dem die Approbation vorliegt, kann ein eHBA bei der Ärztekammer bestellt werden, somit können auch Weiterbildungsassistenten einen eHBA nutzen.

Um den Missbrauch Ihres eHBA zu vermeiden, sollten Sie diesen möglichst umgehend sperren lassen. Hierfür stehen Ihnen bei den eHBA Anbietern verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Wir empfehlen die telefonische Sperrung, da hier zwischen Sperrwunsch und technischer Durchführung die geringste Verzögerung entsteht.

  • Wichtig! Die Sperrung des eHBA kann nicht rückgängig gemacht werden! Um weiter mit dem eHBA arbeiten zu können, müssen Sie nach Sperrung eine Ersatzkarte beantragen, welche mit zusätzlichen Kosten für Sie verbunden ist.

Wenn Sie bereits einen eHBA G2 haben und einen zweiten bestellen sind das doppelte Kosten.

Haben Sie einen eHBA G0 und bestellen dann einen eHBA G2 wird der eHBA G0 für Sie kostenfrei und kann bis zum Ende der Laufzeit weitergenutzt werden. Hier entstehen dann keine doppelten Kosten.

Die Gültigkeit des eHBA / der SMC-B ist abhängig von der Laufzeit des Rahmenvertrages und kann bis zu fünf Jahre betragen.

Bei der gematik.

Auf Ihrem eHBA werden Vor- und Nachname sowie gegebenenfalls der akademische Grad und außerdem ihre Berufsgruppe „Ärztin/Arzt“ gespeichert. Zusätzlich außerdem Ihre Telematik-ID und optional Ihre E-Mail-Adresse. Auf die Rückseite der Chipkarte wird Ihre einheitliche Fortbildungsnummer (eFN) aufgedruckt.

Mit ihrem eHBA erhalten Sie Zugriff auf medizinische Daten und Anwendungen der Telematikinfrastruktur. Dieser Zugriff darf laut Gesetzgeber nur von Berechtigten erfolgen. Je nach Heilberuf (Arzt, Apotheker, Psychotherapeut) verfügen die Ausweise über unterschiedliche Zugriffsrechte.

Im Vergleich zu anderen Heilberufsausweisen verfügt der elektronische Arztausweis über die umfassendsten Zugriffsrechte.

  • eHBA: Ärzte
  • eZahnarztausweis: Zahnärzte
  • ePtA: Psychotherapeuten
  • eApothekenausweis: Apotheker

Der Anbieter sendet Ihnen den eHBA und eine sogenannte Transport-PIN an ihre Meldeadresse. Aus Sicherheitsgründen geschieht dies zeitlich versetzt in zwei Briefen. Mit den Transport-PIN aktivieren Sie Ihren eHBA und setzen zwei individuelle PIN für die qualifizierte elektronische Signatur und die Verschlüsselung. Die Aktivierung wird aus der Praxis-EDV heraus angesteuert und unterscheidet sich je nach Hersteller.

Aus Sicherheitsgründen erfolgt der Versand nur an die Meldeadresse. Eine abweichende Lieferadresse ist aufgrund von Vorgaben der gematik nicht möglich. Hintergrund sind Sicherheitslücken im Antragsverfahren, die 2019 aufgedeckt wurden. Damals waren abweichende Lieferadressen noch möglich gewesen.

Anders als Vertragsärzte sind Klinikärzte nicht verpflichtet, einen eHBA zu besitzen. Der Besitz eines eHBA ist aber für Klinikärzte zwingend notwendig, um auf die elektronische Patientenakte, das Notfalldatenmanagement oder den elektronischen Medikationsplan zugreifen zu können. Auch für das Ausstellen von eRezepten, eAU oder eArztbriefen benötigen Klinikärzte einen eHBA.

Der eHBA muss bei Wiederaufnahme der Tätigkeit vorliegen.

Die Ausgabe des eHBA der Generation „G2“ sollte nach Beantragung automatisch durch alle gematik-zugelassenen Anbieter erfolgen.

Frühere Generationen des eHBA (Generation G0 ist nicht für die TI geeignet) dürften die Anbieter nach unserer Kenntnis nicht mehr ausgeben. Der „eArztausweis light2“ ist kein signaturfähiger Arztausweis, eignet sich nicht für die TI, kann aber direkt über die Ärztekammer ohne Kosten bezogen werden.

Jeder Arzt und jede MFA sollte im Praxisverwaltungssystem Ihren eigenen Zugang haben. Ist dies gewährleistet, kann der eHBA eindeutig dem Arzt zugewiesen werden und dann kann nur dieser die Signatur durchführen.

Bei der Einzelsignatur müssen Sie jedes Mal die sechsstellige PIN eingeben, bei Stapel-/Komfortsignatur nur einmal.

Der einzige Unterschied besteht darin, dass Sie elektronisch signieren.
Die Gestaltung der neuen Prozesse ist jedoch z. T. abhängig vom jeweiligen Praxisverwaltungssystem.

Ja, bei den meisten Praxisverwaltungssystemen ist es möglich, dass der eHBA zentral im Netz gesteckt sein mit Zugriff von jedem Terminal. Sprechen Sie hierzu bitte Ihren PVS-Anbieter/ Systemhaus an.

Ja das ist möglich. In ein Kartenterminal können Sie zwei eHBA stecken.

Die Details sind noch nicht bekannt. Es ist aber davon auszugehen, dass rechtsverbindliche Unterschriften in den nächsten Jahren auch über sogenannte digitale Identitäten abgebildet werden können.

Nein, sobald der Patient das eRezept erhält, kann er damit in die Apotheke gehen.

Für die elektronische Signatur sind der eHBA G2, der Konnektor mit mindestens dem eHealth-Update (besser ePA-Update (PTV4+) zusätzlich mit Komfortsignatur) und das jeweilige Modul für die Anwendung selbst (eArztbrief, eAU oder eRezept) notwendig.

Ja, wenn eRezept und die eAU weiterhin unterschrieben werden müssen und Ihrerseits auch Zugriff auf eine ePA erfolgen kann.

Ja. Gemäß § 339 Abs. 5 SGB V kann auch ein Arzt/ Psychotherapeut ohne eHBA/ ePtA durch einen anderen Arzt/ Psychotherapeut derselben Praxis mit eHBA/ ePtA für den ePA-Zugriff autorisiert werden.

  • Hinweis: Wenn eRezepte oder eAU´s signiert werden müssen oder Zugriff auf den eMP oder NFDM erforderlich ist, benötigt jeder Arzt in der Praxis seinen eigenen eHBA.

Nein. Derzeit benötigen wir keine Bestellbestätigungen. Wir empfehlen, diese aufzubewahren.

Die Entscheidung obliegt dem Antragsteller. Wenn Sie vor der Namensänderung einen eHBA/ ePtA bestellen, fallen für einen späteren Kartenwechsel Kosten in Höhe von ca. 50 Euro an.
Die Kosten können jedoch je Kartenhersteller variieren.

Bestellen Sie nach dem 30.06.2021, ist nicht auszuschließen, dass eine Honorarkürzung von 1% erfolgt. Gegen den entsprechenden Honorarbescheid können Sie Widerspruch einlegen.

Da mit einem neuen Personalausweis eine neue Personalausweisnummer vergeben wird, ist zunächst Beschaffung des neuen Personalausweises zu empfehlen, bevor der Antrag für den eHBA/ePtA gestellt wird.

  • Hinweis: Für die Beantragung des eHBA kann statt des Personalausweises auch ein Reisepass in Verbindung mit einer Meldebescheinigung (nicht älter als 3 Monate) verwendet werden.

Nein.

Seit dem Zeitpunkt, an dem Sie an die TI angebunden, sind wird der eHBA zur Hälfte gefördert.

Sind Sie derzeit noch nicht an die TI angebunden, erhalten Sie die Förderung nach Einreichung des TI Erstantrags.

Nein. In diesem Fall müssen Sie einen Antrag an den Zulassungsausschuss stellen.

Wenn die Komfortsignatur genutzt wird, muss der eHBA gesteckt bleiben. Sie geben einmal die PIN ein und können dann 24 Stunden bis zu 250 Mal signieren. Die Signatur wird dann bei Bedarf im Tagesbetrieb z.B. mittels persönlichem Passwort oder personalisierten NFC-Chip vom eHBA-Besitzer direkt über das PVS ausgelöst.

Ja, die korrekte Zuordnung wird über Ihren Zugang im PVS gesteuert. Jeder eHBA wird dem jeweiligen Zugang des Arztes im PVS zugeordnet.

Ja. Im Rahmen der Vertretung nach § 32 Ärzte-ZV muss der Praxisinhaber den Vertreter vor Eintritt des Vertretungsfalls für den Zugriff auf die Patientenakten autorisieren und dieses auch entsprechend dokumentieren, wenn der Vertreter selbst nicht über einen eHBA verfügt.
Im Falle des Gnadenquartals muss der Vertreter einen eigenen eHBA besitzen, wenn kein anderer in der Praxis tätiger Arzt, eine Autorisierung und Dokumentation vornehmen kann.

Die Autorisierung und Dokumentation liegt in der Sphäre des Arztes. Dieser muss die Autorisierung und Dokumentation nach § 339 Abs. 5 SGB V nachprüfbar elektronisch protokollieren. Er muss also nachweisen können, durch wen im Einzelfall auf personenbezogene Daten zugegriffen wurde. Aus hiesiger Sicht dürfte er dieser Verpflichtung ausreichend nachkommen, wenn er die Protokollierung/Dokumentation bei sich vorhält und (nur) bei entsprechender Aufforderung an die KV Übermittelt.

Grundsätzlich scheint für dieses Szenario die Nutzung von sogenannten Remote-Kartenterminals in Verbindung mit der Komfortsignatur sinnvoll. Dies bedeutet, dass der eHBA in einem separaten Kartenterminal in einem zugriffsgeschützten Bereich der Praxis gesteckt ist. Alle notwendigen Arbeitsplätze in den Behandlungsräumen können dann auf diesen HBA zugreifen und entsprechend mit diesem HBA signieren –eine entsprechende Konfiguration der Systeme vorausgesetzt. Alternativ ist für das Szenario auch der zeitlich verzögerte Versand aller eAUs am Ende des Arbeitstages mittels Stapelsignatur denkbar.
Generell gilt, dass die genaue Ausgestaltung sich immer an den gelebten Prozessen der Arztpraxis orientieren muss und entsprechend stark variieren kann.

Die Funktion der Stapelsignatur wird zum Start der eAU in Praxen zur Verfügung stehen. Die Funktion der Komfortsignatur sollte nach derzeitigem Stand ebenfalls flächendeckend zur Verfügung stehen. Alle drei Konnektorhersteller haben seit diesem Monat eine Zulassung für den PTV4+ Konnektor.

Prinzipiell ja. Sowohl das Kartenterminal als auch der Konnektor sehe dies laut gematik-Spezifikation vor. Ob diese Funktion auch in Ihrem PVS umgesetzt worden ist, erfragen Sie bitte bei Ihrem PVS-Anbieter.

Nein, die Aktivierung der Komfortsignatur (sowie generell jede PIN-Eingabe für einen Signaturvorgang mittels eHBA) muss nach gematik-Spezifikationen über einen eHealth-Kartenterminal erfolgen.

Die digitale Ausstellung der Ausdrucke ist bereits im BMV vorgesehen. Eine Umsetzung ist z. B. über die ePA denkbar.

Ab Erstanschluss der Praxis an die TI erhalten Sie pro Arzt eine quartalsweise Pauschale in Höhe von 11,63 Euro, diese ist in den quartalsweise gezahlten Betriebskosten enthalten und auf dem Erstbescheid ersichtlich.

Eine Einmalpauschale sieht die TI Finanzierungsvereinbarung nicht vor.

Nein. Nur der Arzt hat Anspruch auf die Pauschalen, da die Abrechnung des Weiterbildungsassistenten über den Arzt erfolgt. Vertreter haben ebenfalls keinen Anspruch auf die Pauschalen.

Nein. Die Förderung für den eHBA erhalten Sie erst, sobald Sie an die TI angebunden sind.

Die Pauschalen für den eHBA erhält das MVZ. Die Weitergabe der Vergütung ist im Innenverhältnis zu klären.

Nein, um die Pauschalen zu erhalten, müssen Sie sich bei dem zuständigen Zulassungsausschuss melden und einen Antrag stellen.
Zulassungsausschuss.KV27@kvno.de Köln
Zulassungsausschuss.KV24@kvno.de Düsseldorf

Das Gesetz sieht in § 278 SGB V vor, dass den an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Leistungserbringern die Ausstattungs- und Betriebskosten der Telematikinfrastruktur zu erstatten sind. Hierzu wurde die entsprechende TI-Finanzierungsvereinbarung geschlossen.

Weiterbildungsassistenten nehmen jedoch nicht selber an der vertragsärztlichen Versorgung teil, sie sind bei Ihnen ausschließlich zum Zwecke der Weiterbildung beschäftigt, von daher besteht für sie auf dieser Grundlage leider kein Anspruch auf Erstattung der Kosten für den elektronischen Heilberufsausweis.

Elektronische Patientenakte (ePA)

https://youtu.be/dNCl_YKBeGw

Die ePA ist das zentrale Element der vernetzten Gesundheitsversorgung und der Telematikinfrastruktur und wird durch die gesetzlichen Krankenkassen ihren Versicherten angeboten. So steht es im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG). Folgende Informationen über einen Patienten
können in der ePA gespeichert werden:

  • Befunde
  • Diagnosen
  • Therapiemaßnahmen
  • Behandlungsberichte
  • Impfungen

Grundvoraussetzung das der Patienten eine ePA wünscht, denn es handelt sich dabei um eine freiwillige Anwendung. Die ePA soll als lebenslange Informationsquelle dienen, die jederzeit einen schnellen und sicheren Austausch der Daten ermöglicht. Es darf für jeden Versicherten nur eine ePA geben.

Wenn der Patient es will, lädt der Arzt bestimmte Daten aus seinem Praxisverwaltungssystem (PVS) in die ePA hoch. Die Daten in der ePA sind nur Kopien der Daten aus dem PVS; die Primärdokumentation des Arztes in seinem Praxisverwaltungssystem bleibt davon unberührt.
Der Arzt stößt diesen Prozess bewusst selbst an; Daten werden niemals automatisch ohne
Wissen des Arztes übertragen. Die Betreiber der Patientenakten können nicht auf das PVS
der Arztpraxis zugreifen.

Der Patient kann seine ePA jederzeit alleine einsehen, inhaltlich befüllen oder Inhalte
löschen, zum Beispiel mit einer eigenen App. Der Arzt greift grundsätzlich gemeinsam mit
dem Patienten auf dessen ePA zu: Der Arzt nutzt hierfür seinen eHBA G2 und der
Patient seine eGK.

Der Patient entscheidet, wer auf seine Akte zugreifen kann. Er kann dem Arzt eine temporäre
Zugriffsberechtigung geben, sodass der Arzt auch ohne Anwesenheit des Versicherten, etwa
im Nachgang an einen Behandlungstermin, Dokumente in die ePA einstellen kann.
Hinweis: Da die ePA in der Hoheit des Patienten liegt, kann der Arzt prinzipiell nicht von einer
medizinisch vollständigen Akte ausgehen.

  • Hinweis: Da die ePA in der Hoheit des Patienten liegt, kann der Arzt prinzipiell nicht von einer medizinisch vollständigen Akte ausgehen.

Gesetzliche Vorgabe nach § 291a SGB V, Zeitschiene:

  • Start der ePA zum 01. Januar 2021: Verfügbarkeit für Versicherte durch die Krankenkassen
  • Fristen für Praxen: Bis zum 30. Juni 2021 müssen PVS und Konnektor mit dem ePA-Update ausgestattet werden – ansonsten drohen Honorarkürzungen von einem Prozent.
  • Start der ePA 2.0 zum 01. Januar 2022 mit medizinischen Informationsobjekten (MIOs)
  • Start der ePA 3.0 zum 01. Januar 2023 mit freiwilliger Datenspende zu Forschungszwecken
https://youtu.be/l_5KqAmoIaQ
Update ePA-Konnektoreinmalig 400 Euro
PVS-Anpassung ePAeinmalig 150 Euro
Zuschlag Betriebskosten für ePA4,50 Euro je Quartal
  • Der Antrag auf Erstattung der Pauschalen für das PTV4 Konnektorupdate und der PVS Anpassungen für die ePA kann nach der Installation der Komponenten gestellt werden.

Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass Ärzte für die Erstbefüllung der ePA in diesem Jahr mit 10 Euro vergütet werden. Eine Position im EBM dafür gibt es bisher nicht, weil KBV und Kassen sich noch nicht geeinigt haben. Für die Pflege der Akte soll es dann in Zukunft u. a. eine Zusatzpauschale zu den Versicherten-, Grund- und Versichertenpauschalen geben – unabhängig vom Aufwand mit der ePA. Die KBV wird die Vergütung zur ePA für 2022 neuverhandeln.

Nein. In diesem Fall bleibt es bei der Kürzung von 2,5 Prozent. Führt die Praxis den VSDM durch und verweigert die ePA, beträgt die Kürzung ein Prozent.

Es gibt bestimmte Berufsgruppen, die auf die ePA zugreifen dürfen. Das ist gesetzlich festgelegt. Welche Arztpraxis oder welche Apotheke das genau ist, das legen die Versicherten selbst fest. Krankenkassen haben keinen Einblick auf die Daten in der ePA, sie dürfen nur in die Akte schreiben. Momentan sind (Zahn-)Arztpraxen, Apotheken sowie psychotherapeutische Praxen berechtigt, auf die ePA zuzugreifen. Der Nutzerkreis wird allerdings kontinuierlich erweitert. Schon ab dem 01. Januar 2022 wird eine Vielzahl an Gruppen, wie beispielsweise Hebammen, Physiotherapeuten oder aber die Pflege, an die ePA angebunden.

Die Daten liegen sicher und verschlüsselt in den ePA-Aktensystemen des jeweiligen Anbieters. Sie werden im digitalen Gesundheitsnetz, in der sogenannten Telematikinfratstruktur, gespeichert. Die Server mit den ePA-Aktensystemen befinden sich in Deutschland und unterliegen der europäischen Datenschutz-Grundverordnung. Unabhängige Gutachterinnen und Gutachter haben die sicherheitstechnische Eignung der ePA-Anbieter geprüft. Das war eine der Voraussetzungen, um die Zulassung von der gematik zu erhalten.

Es besteht die Möglichkeit zur Einstellung folgender Daten in die elektronische Patientenakte:

  1. medizinische Informationen über den Versicherten für eine einrichtungsübergreifende, fachübergreifende und sektorenübergreifende Nutzung, insbesondere

    a) Daten zu Befunden, Diagnosen, durchgeführten und geplanten Therapiemaßnahmen, Früherkennungsuntersuchungen, Behandlungsberichten und sonstige untersuchungs- und behandlungsbezogene medizinische Informationen,

    b) Daten des elektronischen Medikationsplans nach § 334 Absatz 1 Satz 2 Nummer 4,

    c) Daten der elektronischen Notfalldaten nach § 334 Absatz 1 Satz 2 Nummer 5 und 7,

    d) Daten in elektronischen Briefen zwischen den an der Versorgung der Versicherten teilnehmenden Ärzten und Einrichtungen (elektronische Arztbriefe),
  2. Daten zum Nachweis der regelmäßigen Inanspruchnahme zahnärztlicher Vorsorgeuntersuchungen gemäß § 55 Absatz 1 in Verbindung mit § 92 Absatz 1 Satz 2 Nummer 2 (elektronisches Zahn-Bonusheft),
  3. Daten gemäß der nach § 92 Absatz 1 Satz 2 Nummer 3 und Absatz 4 in Verbindung mit § 26 beschlossenen Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Früherkennung von Krankheiten bei Kindern (elektronisches Untersuchungsheft für Kinder),
  4. Daten gemäß der nach § 92 Absatz 1 Satz 2 Nummer 4 in Verbindung mit den §§ 24c bis 24f beschlossenen Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung (elektronischer Mutterpass) sowie Daten, die sich aus der Versorgung der Versicherten mit Hebammenhilfe ergeben,
  5. Daten der Impfdokumentation nach § 22 des Infektionsschutzgesetzes (elektronische Impfdokumentation),
  6. Gesundheitsdaten, die durch den Versicherten zur Verfügung gestellt werden,
  7. Daten des Versicherten aus einer von den Krankenkassen nach § 68 finanzierten elektronischen Akte des Versicherten,
  8. bei den Krankenkassen gespeicherte Daten über die in Anspruch genommenen Leistungen des Versicherten,
  9. Daten des Versicherten aus digitalen Gesundheitsanwendungen des Versicherten nach § 33a,
  10. Daten zur pflegerischen Versorgung des Versicherten nach den §§ 24g, 37, 37b, 37c, 39a und 39c und der Haus- oder Heimpflege nach § 44 des Siebten Buches und nach dem Elften Buch,
  11. Verordnungsdaten und Dispensierinformationen elektronischer Verordnungen nach § 360,
  12. die nach § 73 Absatz 2 Satz 1 Nummer 9 ausgestellte Bescheinigung über eine Arbeitsunfähigkeit und
  13. sonstige von den Leistungserbringern für den Versicherten bereitgestellte Daten, insbesondere Daten, die sich aus der Teilnahme des Versicherten an strukturierten Behandlungsprogrammen bei chronischen Krankheiten gemäß § 137f ergeben.

    Quelle: https://dejure.org/gesetze/SGB_V/341.html

Der Patient muss den Zugriff auf die ePA für Sie bzw. die Praxis mit einer PIN freischalten. Dafür müssen die entsprechenden Updates für den Konnektor und das PVS installiert sein.

Ja. Für den Zugriff auf die ePA wird mindestens ein eHBA G2 je Praxis benötigt.

Nein, in die ePA werden nur Kopien von Originaldokumente hochgeladen. Die eigene Dokumentation im PVS wird nicht verändert.

Zukünftig ist es geplant das auch Privatpatienten eine ePA erhalten sollen.

Ja. Patienten sollen den eImpfpass ab 2022 in der elektronischen Patientenakte (ePA) nutzen können.

Ja, der über KIM empfangene eArztbrief kann direkt in der ePA einem Patienten zugeordnet werden, wenn für den Patienten eine ePA existiert und der Patient dazu seine Einwilligung gibt.

Ja. Gemäß §341 Absatz 6 gilt: „Die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Leistungserbringer haben gegenüber der jeweils zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung oder Kassenzahnärztlichen Vereinigung nachzuweisen, dass sie über die für den Zugriff auf die elektronische Patientenakte erforderlichen Komponenten und Dienste verfügen.“ Dies gilt übergreifend für alle Vertragsärzte.

Die Daten der ePA werden zentral gespeichert, das heißt sie werden aus dem PVS verschlüsselt auf einem Server abgelegt. Über die App auf dem Handy kann der Patient dann auf diese Daten zugreifen.

Das soll mit der ePA möglich sein. Die Daten können auf Wunsch des Patienten in die ePA gestellt werden.

Details sind uns derzeit noch nicht bekannt. Die Freigabe der Daten für das Forschungsdatenzentrum erfolgt aber ausschließlich durch den Patienten.

Patienten können Ihre Daten über die von ihrer Krankenkasse zur Verfügung gestellten App oder über die Onlineportale zugreifen und diese verwalten.

Aktuell gibt es noch keine Vorlage.

Nach dem Tod des Versicherten wird die ePA durch die Kasse spätestens nach zwölf Monaten gelöscht. Die Erben haben apriori keinen Zugriff auf die Daten, können aber die vorzeitige Löschung der ePA nach dem Tod des Versicherten beantragen.

Bis zum 18. Geburtstag des Kindes kann die ePA von einem sorgeberechtigtem Versicherungsmitglied eröffnet werden, das die ePA dann auch verwaltet.

Nein. Die Behandlungsdokumentation wird nicht in der ePA gespeichert. Es werden ggf. Gutachten, Berichte und Arztbriefe in die ePA als Kopie abgelegt, wenn der Patient es wünscht.

Das ist Abhängig von den Daten, der eMP muss z.B. nicht signiert werden, der NFDM schon.

Bei der versichertengeführten ePA hat der Patient die Datenhoheit über seine ePA. Er oder sein Vertreter können aus formaler Sicht alleine entscheiden.

Ja. Gemäß § 339 Abs. 5 SGB V kann auch ein Arzt/ Psychotherapeut ohne eHBA/ ePtA durch einen anderen Arzt/ Psychotherapeut derselben Praxis mit eHBA/ ePtA für den ePA-Zugriff autorisiert werden.

Hinweis: Wenn eRezepte oder eAU´s signiert werden müssen oder Zugriff auf den eMP oder NFDM erforderlich ist, benötigt jeder Arzt in der Praxis seinen eigenen eHBA.

Nein. Derzeit benötigen wir keine Bestellbestätigungen. Wir empfehlen, diese aufzubewahren.

Bis zum 30.06.2021 sollten Sie den eHBA, das PVS-ePA Modul und das ePA-Konnektor-Update bestellen.

Nach aktuellem Stand müssen Sie keine Bestellbestätigungen bei der KV Nordrhein einreichen. Wir empfehlen, die Bestellbestätigungen aufzubewahren.

Die KBV setzt sich auf politischer Ebene vehement für das Aussetzen der Sanktionen in Bezug auf die elektronische Patientenakte ein, wenn die technischen Voraussetzungen noch nicht gegeben sind.

Der konkrete Umgang mit den gesetzlich geforderten Sanktionen ist in der KV Nordrhein noch in Klärung.

Ist derzeit noch in Klärung.

Seit dem 28. Juli können die Pauschalen für das ePA-Updatet beantragt werden.

Der Schutz der persönlichen Gesundheitsdaten hat höchste Priorität. Die gesetzlichen Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit sind sehr hoch. Daher sind die Inhalte der medizinischen Dokumente Ende-zu-Ende verschlüsselt. So können die Dokumente nur von den Versicherten selbst oder von Personen, die sie ausdrücklich dazu berechtigt haben, gelesen werden.

Die in einer elektronischen Patientenakte vorhandenen Daten können den Leistungserbringer bei Anamnese und Befunderhebung unterstützen. Angesichts dessen kann ein Leistungserbringer verpflichtet sein, den Versicherten zu fragen, ob eine elektronische Patientenakte vorhanden ist. Mit Beantwortung dieser Frage durch den Versicherten wird dem Leistungserbringer offenbart, ob mit der ePA eine weitere Erkenntnisquelle existiert, auf welcher der Leistungserbringer im Rahmen von Anamnese und Befunderhebung zurückgreifen kann. Die Frage nach der Existenz einer elektronischen Patientenakte braucht weder anlasslos noch bei jedem Arzt-Patienten-Kontakt gestellt zu werden. Ergibt aber das anamnestische Gespräch mit dem Versicherten die Notwendigkeit einer weiteren Befunderhebung, sei es, dass der Versicherte ein Beschwerdebild schildert, welches Anlass für weitere Befunderhebungsmaßnahmen gibt, sei es, dass der Versicherte auf eine womöglich relevante vorherige Behandlung durch zeitlich vorher tätige Leistungserbringer verweist, sollte der Leistungserbringer den Versicherten nach der Existenz einer elektronischen Patientenakte fragen.

Hinweis der gematik

Ist dem Leistungserbringer bekannt, dass der Versicherte über keine ePA verfügt, insbesondere, weil der Versicherte die Frage nach der Existenz einer elektronischen Patientenakte verneint hat (siehe dazu Antwort auf voherige), besteht keine Pflicht des Leistungserbringers, ihn von sich aus auf die Möglichkeiten und die Bedeutung einer Anlage einer ePA für seine Versorgung hinzuweisen. Derartige Hinweise werden dem Versicherten über dessen Krankenkasse und das von dieser zu verantwortende Informationsmaterial erteilt.

Erkundigt sich der Versicherte hingegen beim Leistungserbringer danach, was eine elektronische Patientenakte sei und ob er eine solche einrichten solle, ist dieser auf eine solche Nachfrage verpflichtet, den Versicherten sachlich und neutral über die Funktion einer elektronischen Patientenakte zu unterrichten. Dabei genügt ein Hinweis darauf, dass eine elektronische Patientenakte, die mit bestimmten versorgungsrelevanten Daten befüllt ist, Anamnese und Befunderhebung von Leistungserbringern gezielt unterstützen kann. Für weitere Fragen sollte der Leistungserbringer auf die Krankenkasse des Versicherten und das dort vorgehaltene Informationsmaterial verweisen.

Hinweis der gematik

Es besteht keine Pflicht des Leistungserbringers, den Versicherten von sich aus auf etwaige Folgen einer bislang unterbliebenen Anlage einer ePA hinzuweisen. Fragt hingegen der Versicherte, ob er eine ePA anlegen solle, ist der Leistungserbringer verpflichtet, ihn sachlich zu unterrichten. Insbesondere hat der Leistungserbringer den Versicherten neutral über die Funktion der elektronischen Patientenakte zu informieren, Leistungserbringer als weitere Erkenntnisquelle bei Anamnese und Befunderhebung gezielt zu unterstützen.

Daher könne es sinnvoll sein, eine elektronische Patientenakte anzulegen. Letztlich liege es aber in der Verantwortung des Versicherten, ob er eine elektroni-sche Patientenakte anlege und aktiviere. Wenn er, der Versicherte, Näheres wissen wolle, möge er sich an seine Krankenkasse wenden, welche ihm Informationsmaterial zur Verfügung stellen könne. Der Leistungserbringer sollte neutral und sachlich über die ePA informieren. Anderenfalls könnte Raum für das Argument geschaffen werden, er habe den Patienten sachlich unangemessen informiert und davon abgebracht, sich eine elektronische Patientenakte durch seine Krankenkasse zur Verfügung stellen zu lassen.

Hinweis der gematik

Es besteht keine Pflicht des Leistungserbringers, die Frage nach dem Vorhandensein einer elektronischen Patientenakte in der Primärdokumentation aufzuzeichnen. Dies erscheint aber zweckmäßig. Dann braucht nicht bei jeder Vorstellung des Versicherten beim Leistungserbringer nach dem Vor-handensein einer elektronischen Patientenakte gefragt zu werden.

Hinweis der gematik

Die Frage nach dem Vorhandensein einer elektronischen Patientenakte braucht nicht anlasslos gestellt zu werden. Insbesondere kann sich aus dem anamnestischen Gespräch des Leistungserbringers mit dem Versicherten die Notwendigkeit ergeben, nach der Existenz einer elektronischen Pati-entenakte zur fragen, um sich Klarheit darüber zu verschaffen, ob eine zusätzliche Erkenntnisquelle vorhanden ist, die im Rahmen von Anamnese und Befunderhebung unterstützend herangezogen werden kann. Bei Anamnese und Befunderhebung handelt es sich um dem Leistungserbringer vorbehaltene Aufgaben. Um die Frage nach dem Vorhandensein einer elektronischen Patientenakte in den Praxisalltag einzugliedern, ist es aber statthaft, wenn das nichtärztliche Personal des Leistungserbringers den Versicherten bereits bei dessen Erscheinen in der Praxis fragt, ob er über eine ePA verfügt. Auch ist es statthaft, wenn das Praxispersonal die Nachfrage eines Versicherten, ob er eine ePA anlegen solle, in dem oben gemäß Antwort zu B.II. aufgeführten Sinn beantwortet. Dies setzt eine entsprechende Information des Personals über die Funktion und Möglichkeiten einer ePA voraus, welche auch in einer Verfahrensanweisung für das Praxispersonal hinterlegt werden kann.

Hinweis der gematik

Die elektronische Patientenakte ist versichertengeführt. Der Versicherte entscheidet nicht nur darüber, ob er eine elektronische Patientenakte hat, sondern auch ob und ggf. inwieweit er diese mit Daten befüllt bzw. befüllen lässt. Angesichts dieser „Patientensouveränität“ darf der Leistungserbringer die ePA nicht von sich aus befüllen. Eine Befüllung durch den Leistungserbringer setzt ein Verlangen des Versicherten voraus. Dann ist der Leistungserbringer zu einem Zugriff berechtigt, um bestimmte Daten in die ePA einzustellen.

Hinweis der gematik

Auf Verlangen hat der Leistungserbringer den Versicherten bei der Befüllung der elektronischen Patientenakte zu unterstützen. Die Unterstützungsleistung bezieht sich auf eine Befüllung ausschließlich mit medizinischen Daten aus der konkreten aktuellen Behandlung, sie besteht ausschließlich im aktuellen Behandlungskontext. Deshalb erfasst der Anspruch des Versicherten auf Unterstützung bzw. auf Übertragung von Behandlungsdaten in die elektronische Patientenakte nicht jedes medizinische Datum, das im Rahmen der aktuellen Behandlung angefallen ist. Eine Überfrachtung der elektronischen Patientenakte mit Daten, deren Kenntnis für die weitere medizinische Behandlung des Versicherten nicht maßgebend ist, ist zu vermeiden. Gegenstand der Befüllung sind die diejenigen Be-handlungsdaten, die für die aktuelle und/oder künftige medizinische Versorgung des Versicherten aus der Perspektive des aktuell behandelnden Leistungserbringers von Relevanz sein können. Deshalb hat ein Leistungserbringer eine Auswahl unter den im Rahmen der Behandlung angefallenen Daten zu treffen und dabei zu prüfen, welche Daten mit Blick auf die aktuelle oder künftige Versorgung des Versicherten von Bedeutung sein können.

Hinweis der gematik

Die ePA darf nicht mit Inhalten befüllt werden, die aus der Perspektive des um Unterstützung gebetenen Leistungserbringers nicht für die aktuelle oder künftige medizinische Versorgung des Versicherten relevant sein können. Auch besteht keine Pflicht zur Nacherfassung älterer bzw. früherer papiergebundener Daten, die nicht aus der konkreten, aktuellen Behandlung stammen.

Hinweis der gematik

Fällt im Rahmen der konkreten, aktuellen Behandlung eine Information aus der Behandlung an, das für die aktuelle und/oder zukünftige medizinische Versorgung des Versicherten von Relevanz sein kann, ist der Leistungserbringer verpflichtet, den Versicherten darüber zu unterrichten. Er hat den Versicherten insbesondere um die Erteilung einer Zugriffsberechtigung zwecks Befüllung der elektronischen Patientenakte mit den aus seiner Sicht versorgungsrelevanten Daten zu bitten. Lehnt der Versicherte die Erteilung einer Zugriffsberechtigung ab, muss der Leistungserbringer ihn darauf hinweisen, dass ein Unterbleiben einer Befüllung im Hinblick auf die aktuelle und/oder zukünftige Versorgung nachteilige Folgen haben kann, zum Beispiel Informationsdefizite bei nachfolgenden Be-handlungsmaßnahmen. Die Erteilung eines solchen Hinweises sollte dokumentiert werden.

Hinweis der gematik

Der Versicherte hat gegen den Leistungserbringer einen Anspruch auf Unterstützung bei der Befüllung bzw. auf Übertragung von solchen aktuell angefallenen Informationen aus der Behandlung in die elektronische Patientenakte, welche für seine aktuelle und/oder künftige medizinische Versorgung relevant sein können. Der Leistungserbringer muss davon absehen, jedem Wunsch des Versicherten nach einer Befüllung der ePA nachzukommen, insbesondere nicht versorgungsrelevante Informationen aus der Behandlung in die ePA zu übertragen. Daher muss er Wünsche des Versicherten nach einer Befüllung der ePA daraufhin überprüfen, ob es um die Übertragung versorgungsrelevanter Informationen geht. Ist dies nicht der Fall, darf der Leistungserbringer den Wunsch nach einer Befüllung ablehnen. Insbesondere ist nicht vorgesehen, dass der gesamte Inhalt der Primärdokumentation in die ePA überführt wird.

Hinweis der gematik

Die elektronische Patientenakte ist versichertengeführt. Der Leistungserbringer ist nur berechtigt, die ePA insoweit mit Inhalten zu befüllen, wie die ihm erteilte Zugriffsberechtigung reicht. Daher hat er den Versicherten über die im Rahmen der aktuellen Behandlung angefallenen Daten zu unterrichten, welche für seine aktuelle und/oder zukünftige medizinische Versorgung des Versicherten relevant sein können. Dann obliegt es dem Versicherten, eine Zugriffsberechtigung für eine Befüllung der ePA zu erteilen. Ob er sich für das Einstellen sämtlicher versorgungsrelevanter Daten entscheidet oder nur einen Teil einstellen lässt, bleibt ihm überlassen. Allerdings sollte der Leistungserbringer den Versicherten, welcher sich für eine lediglich teilweise Befüllung der ePA entscheidet, darauf hinweisen, dass dies möglicherweise Folgen für seine aktuelle und/oder zukünftige medizinische Versorgung hat. Ein solcher Hinweis sollte dokumentiert werden. Mit der ePA ist allerdings kein Anspruch auf Vollständigkeit verbunden. Da sich ein nachfolgend tätig werdender Leistungserbringer ohnehin nicht auf die Vollständigkeit der Angaben in der elektronischen Patientenakte verlassen darf, darf sich der um eine lediglich teilweise Befüllung der ePA gebetene Leistungserbringer nicht darauf berufen, das Weglassen einzelner als versorgungsrelevant anzusehender Befunde befördere ein falsches Gesamtbild.

Hinweis der gematik

Der die ePA befüllende Leistungserbringer hat die Daten einer Kategorie zuzuordnen (z.B. Daten zu Befunden, Diagnosen, Therapiemaßnahmen; Daten des elektronischen Medikationsplanes; Daten der elektronischen Notfalldaten usw.). Des Weiteren muss er auf die Angaben in den Metadatenfeldern achten. Denn das Auslesen der elektronischen Patientenakte erfolgt in Gestalt einer Suche über die Angaben in den Metadatenfeldern. Dabei sind insbesondere folgende Metadatenattribute von besonderem Interesse: Name des Leistungserbringers, Fachrichtung des Leistungserbringers, Datum der Behandlung, auf der das Dokument beruht, Klassifikation des Dokuments (z.B. Befundbericht; Attest; OP-Bericht; Entlassbrief).

Hinweis der gematik

Es besteht keine Pflicht des Leistungserbringers, in seiner Primärdokumentation aufzuzeichnen, welche Daten er in die elektronische Patientenakte übertragen hat. Eine solche Dokumentation ist aber ratsam, da der Versicherte Inhalte der elektronischen Patientenakte löschen kann, ohne dass dies protokolliert wird. Dann kann im Nachhinein nicht nachvollzogen werden, ob und ggf. welche Daten durch den Leistungserbringer in die ePA eingestellt wurden.

Hinweis der gematik

Das Gesetz selbst enthält keine konkreten zeitlichen Vorgaben, wann die Befüllung stattzufinden hat. Allerdings knüpft die Befüllung an die Relevanz von Behandlungsdaten für die aktuelle und/oder die zukünftige medizinische Versorgung des Versicherten an. Daher wird die Befüllung umgehend zu erfolgen haben. Das kann zeitlich nachgelagert, nach dem Patientenkontakt sein, spätestens aber, sobald der Leistungserbringer die Relevanz für die weitere Versorgung des Patienten, ggf. nach Eintreffen weiterer andernorts erhobener Befunde anderer Leistungserbringer, einschätzen kann.

Hinweis der gematik

Die Auswahl der Daten, die für eine Befüllung überhaupt in Betracht kommen, setzt eine Bewertung der Relevanz für die aktuelle und/oder die zukünftige medizinische Versorgung des Versicherten voraus. Die Beurteilung der Versorgungsrelevanz darf nicht auf nicht-ärztliches Personal delegiert werden. Hingegen darf ein ärztlicher Leistungserbringer Hinweise auf mögliche versorgungsrelevante Folgen einer unterbliebenen Befüllung der ePA durch nichtärztliches Personal erteilen lassen.
Auch darf sich der ärztliche Leistungserbringer seines Personals bei der Übertragung der von ihm selbst ausgewählten Daten in die ePA bedienen. Dabei muss er solches Personal heranziehen, welches persönlich geeignet ist.

Hinweis der gematik

Es besteht eine Pflicht zur Dokumentation, welche konkrete Person auf die elektronische Patientenakte zwecks Befüllung zugriffen hat. Dies liegt daran, dass systemseitig etwaige Zugriffe nur bezogen auf die jeweilige Institution, z.B. Name der Arztpraxis, Abteilung des Krankenhauses, protokolliert werden.

Hinweis der gematik

Die elektronische Patientenakte ist versichertengeführt. Der Versicherte entscheidet nicht nur darüber, ob er eine elektronische Patientenakte hat, sondern auch darüber, ob und ggf. inwieweit er deren Inhalte aktualisiert bzw. aktualisieren lässt. Angesichts dieser „Patientensouveränität“ darf der Leistungserbringer die ePA nicht von sich aus aktualisieren. Eine Aktualisierung durch den Leistungserbringer setzt ein Verlangen des Versicherten voraus. Dieses Verlangen kann in der aktuellen Behandlungssituation geäußert werden. Auch kommt in Betracht, dass der Versicherte den Leistungserbringer durch eine einmal erteilte Zugriffsberechtigung für einen von ihm definierten Zeitraum zur Aktualisierung berechtigt. In beiden Fällen ist der Leistungserbringer zu einem Zugriff auf die ePA berechtigt, um Inhalte der ePA zu aktualisieren.

Hinweis der gematik

Der Versicherte hat gegenüber dem Leistungserbringer einen Anspruch auf Unterstützung bei der Aktualisierung der elektronischen Patientenakte, welcher sich auf die Übermittlung von medizinischen Daten ausschließlich aus der konkreten aktuellen Behandlung bezieht. Des Weiteren geht es um eine für die Versorgung des Versicherten erforderliche Aktualisierung von Inhalten. Deshalb darf der Leistungserbringer nicht jedem Wunsch des Versicherten nachkommen, sondern er muss prüfen, ob eine Übermittlung der im Rahmen der aktuellen Behandlung angefallenen Daten im Hinblick auf die aktuelle und/oder zukünftige medizinische Versorgung des Versicherten erforderlich ist.

Hinweis der gematik

Eine Aktualisierung muss für die aktuelle und/oder künftige medizinische Versorgung des Versicher-ten erforderlich sein. Eine Pflicht besteht insofern ausschließlich im aktuellen Behandlungskontext. Daher muss der Leistungserbringer Inhalte der ePA nicht auf Inkonsistenzen, Lücken oder Widersprüche zu anderen Informationsobjekten in der Telematikinfrastruktur prüfen und ggf. bereinigen. Eine Aktualisierung der Inhalte der elektronischen Patientenakte bedeutet vielmehr, dass er versorgungsrelevante Daten, die im Rahmen der aktuellen Behandlung angefallen sind, in die elektronische Patientenakte übermittelt, welche sich mit den darin bereits enthaltenen Inhalten auseinander-setzen. Soweit es in der ePA enthaltene Behandlungsdaten anderer Leistungserbringer anbelangt, führt dies dazu, dass der Leistungserbringer auf Verlangen des Versicherten die versorgungsrelevanten Daten der aktuellen Behandlung (z.B. einen Befundbericht) auf die bereits in der elektronischen Patientenakte befindlichen Daten „schichtet“.

Hinweis der gematik

Gesetzlich ist jeder Leistungserbringer nach einer von ihm vorgenommenen Änderung des Medikationsplanes verpflichtet, die geänderten Daten in der elektronischen Patientenakte zu speichern. Dies wird als Aktualisierung „im Sinne einer Synchronisation“ der ePA mit dem Medikationsplan auf der eGK bezeichnet. Dadurch sollen im Interesse der Patientensicherheit Inkonsistenzen zwischen dem Inhalt der elektronischen Patientenakte und dem elektronischen Medikationsplan auf der elektroni-schen Gesundheitskarte vermieden werden. Allerdings setzt eine entsprechende Aktualisierung der Inhalte der ePA ein Verlangen des Versicherten bzw. die Erteilung einer entsprechenden Zugriffsberechtigung voraus. Nach Erteilung einer solchen Berechtigung ist der Leistungserbringer zu einer Synchronisation der ePA mit dem Medikationsplan verpflichtet.

Hinweis der gematik

Eine Aktualisierung von Inhalten in der ePA und die damit zusammenhängende Unterstützungsleistung des Leistungserbringers bedeutet nicht, dass dieser jedwede (objektiv falsche) Information in der ePA korrigieren muss. Die Unterstützungsleistung knüpft daran an, dass im aktuellen Behandlungskontext Daten anfallen, welche eine Aktualisierung von Inhalten mit Blick auf die Versorgung des Versicherten erforderlich machen. Dementsprechend löst das Vorhandensein einer objektiv falschen Information in der ePA keine Pflicht zur Korrektur in der ePA vorhandener Einträge aus. Soweit der Leistungserbringer in der ePA vorhandene Informationen für unzutreffend hält und deshalb
seine Behandlung auf andere Befunde stützt, braucht er die für falsch gehaltenen Informationen nicht zu korrigieren, sondern er sollte in seinem Befundbericht darauf eingehen, auf welche Befunde er seine therapeutische Entscheidung gestützt hat. Indem dieser Befundbericht dann in die ePA eingestellt wird, wird auf diese Weise für eine Aktualität der ePA gesorgt.

Hinweis der gematik

Anlass für eine Aktualisierung von Inhalten der ePA ist, dass im aktuellen Behandlungskontext Informationen angefallen sind, die mit Blick auf ihre Relevanz für die aktuelle und/oder künftige Versorgung des Versicherten eine Aktualisierung erforderlich erscheinen lassen. Ist ein solche Information aus der Behandlung angefallen, besteht bezüglich einer vom Leistungserbringer für erforderlich gehaltenen Aktualisierung die Pflicht, den eine Aktualisierung ablehnenden Versicherten darüber zu informieren, dass ein Unterbleiben einer Aktualisierung Folgen für dessen aktuelle und/oder zukünftige Versorgung hat. Ein solcher Hinweis sollte dokumentiert werden.

Hinweis der gematik

Die Auswahl der Daten, die für eine Aktualisierung überhaupt in Betracht kommen, setzt eine Bewertung der Relevanz für die aktuelle und/oder die zukünftige medizinische Versorgung des Versicherten voraus. Die Beurteilung der Versorgungsrelevanz darf nicht auf nicht-ärztliches Personal delegiert werden. Hingegen darf ein ärztlicher Leistungserbringer Hinweise auf mögliche versorgungsrelevante Folgen einer unterbliebenen Aktualisierung der ePA seitens nichtärztliches Personal erteilen lassen.

Auch darf sich der ärztliche Leistungserbringer seines Personals bei der Übertragung der von ihm zwecks Aktualisierung selbst ausgewählten Daten in die ePA bedienen. Dabei muss er solches Personal heranziehen, welches persönlich geeignet ist.

Hinweis der gematik

Es besteht eine Pflicht zur Dokumentation, welche konkrete Person auf die elektronische Patientenakte zwecks Aktualisierung zugriffen hat. Dies liegt daran, dass systemseitig etwaige Zugriffe nur bezogen auf die jeweilige Institution, z.B. Name der Arztpraxis, Abteilung des Krankenhauses, protokolliert werden.

Hinweis der gematik

Die ePA ist versichertengeführt. Der Versicherte entscheidet darüber, ob er eine elektronische Patientenakte hat und folglich auch darüber, ob und ggf. inwieweit er Daten löscht oder löschen lässt. Angesichts dieser „Patientensouveränität“ darf der Leistungserbringer Inhalte der ePA nicht von sich aus löschen. Eine Löschung durch den Leistungserbringer setzt ein Verlangen des Versicherten voraus. Dann ist der Leistungserbringer zu einem Zugriff berechtigt, um die vom Versicherten ausgewählten Inhalte der ePA zu löschen.

Hinweis der gematik

Der Leistungserbringer muss dem Wunsch des Versicherten nachkommen. Vorher muss er ihn aber darauf hinweisen, dass ein Löschen im Hinblick auf die aktuelle und/oder zukünftige Versorgung nachteilige Folgen haben kann. Ein solcher Hinweis sollte dokumentiert werden.

Hinweis der gematik

Die ePA ist versichertengeführt. Der Versicherte entscheidet nicht nur allein darüber, ob er eine elektronische Patientenakte hat, sondern auch ob und ggf. inwieweit er Daten daraus löscht bzw. löschen lässt. Angesichts dieser „Patientensouveränität“ muss der Leistungserbringer Daten aus der ePA auf Verlangen des Versicherten löschen. Deshalb kann die Löschung der Daten an berufliche Gehilfen (nicht ärztliches Personal) delegiert werden. Dabei muss der Leistungserbringer solches Personal heranziehen, welches persönlich geeignet ist.

Auch darf die Aufklärung des Versicherten über mögliche nachteilige Folgen für die aktuelle und/oder zukünftige medizinische Versorgung delegiert werden.

Hinweis der gematik

Es besteht eine Pflicht zur Dokumentation, welche konkrete Person auf die elektronische Patientenakte zwecks Löschung zugriffen hat. Dies liegt daran, dass systemseitig etwaige Zugriffe nur bezogen auf die jeweilige Institution, z.B. Name der Arztpraxis, Abteilung des Krankenhauses, protokolliert werden.

Hinweis der gematik

Die ePA ist versichertengeführt. Der Versicherte entscheidet nicht nur darüber, ob er eine elektronische Patientenakte hat, sondern auch ob, ggf. wer in welchem Umfang in die ePA Einsicht nehmen darf. Angesichts dieser „Patientensouveränität“ kann der Leistungserbringer nicht von sich aus Einsicht in die ePA nehmen. Ergibt aber das anamnestische Gespräch mit dem Versicherten die Notwendigkeit einer weiteren Befunderhebung, sei es, dass der Versicherte ein Beschwerdebild schildert, welches Anlass für weitere
Befunderhebungsmaßnahmen gibt, sei es, dass der Versicherte auf eine womöglich relevante vorherige Behandlung durch zeitlich vorher tätige Leistungserbringer verweist, sollte der Leistungserbringer den Versicherten nach der Existenz einer elektronischen Patientenakte fragen, falls ihm dies nicht bekannt ist. Ist eine solche vorhanden oder ist dem Leistungserbringer das Vorhandensein bekannt, muss er den Versicherten ferner fragen, ob er Einsicht nehmen darf. Einer Aufforderung seitens des Versicherten zur Einsichtnahme bedarf es nicht. Auch muss der Leistungserbringer ihn darauf hinweisen, dass infolge einer Einsichtnahme Anamnese und Befunderhebung unterstützt werden könnten. Ein solcher Hinweis sollte dokumentiert werden.

Hinweis der gematik

Wenn der Versicherte dem Leistungserbringer eine Einsicht in die ePA verweigert, muss der Leistungserbringer dies akzeptieren. Der Leistungserbringer sollte den Versicherten auf die möglichen negativen Folgen und Nachteile für die zukünftige Versorgung und der unsicheren Informationsgrundlage für die Anamnese, einer möglichen Therapieentscheidung und die weitere Befunderhebung hinweisen. Der Wunsch auf Einsichtnahme durch den Leistungserbringer, die Weigerung des Versicherten in die Einsichtnahme und die möglichen Folgen der Weigerung sollten dokumentiert werden.

Hinweis der gematik

Die ePA ist versichertengeführt und deshalb muss der Leistungserbringer beim Versicherten nachfragen, in welchem Umfang er auf die ePA zugreifen darf. Falls eine zeitliche und/oder gegenständliche Begrenzung des Zugriffs durch den Versicherten gewünscht ist, muss der Leistungserbringer den Versicherten darauf hinweisen, dass dies Auswirkungen auf die aktuelle und/oder zukünftige medizinische Versorgung haben kann. Beispielhaft kann auf etwaige nachteilige Konsequenzen wie Doppeluntersuchungen, eine erschwerte Anamneseerhebung und mögliche Fehler bei Therapieentscheidung sowie weiterer Befunderhebung hingewiesen werden. Diese Aufklärung sollte auch dokumentiert werden.

Hinweis der gematik

Ob der Leistungserbringer in die ePA Einsicht nehmen muss, ergibt sich aus dem aktuellen Behandlungskontext unter Berücksichtigung des Facharztstandards. Erfordert die aktuelle Behandlung aus der ex-ante-Sicht des Leistungserbringers eine Befunderhebung, muss er die ePA als mögliche weitere Erkenntnisquelle in Betracht ziehen. Berichtet der Versicherte zum Beispiel von weiteren stattgehabten Untersuchungen und Befundungen, ist eine Einsichtnahme erforderlich. Hingegen wird die Notwendigkeit einer Einsichtnahme bei offensichtlichen Bagatellerkrankungen (zum Beispiel Schnupfen) nach dem Facharztstandard zu verneinen sein.

Hinweis der gematik

Eine Einsicht in die ePA findet in Gestalt einer Suche über die Metadaten statt. Eine Volltextsuche erfolgt nicht.

Im Rahmen der Suche über die Metadaten muss der Leistungserbringer wie bei jeder Befunderhebungsmaßnahme den aktuellen Behandlungskontext berücksichtigen. Dies gilt zum einen für die in einem ersten Schritt vorzunehmende Angabe von Parametern für die Metadatensuche, zum anderen aber auch für den Umgang mit den infolge einer Suche über die Metadaten erhaltenen Suchergebnissen. Diese sind unter Berücksichtigung des Facharztstandards zu würdigen.

Hinweis der gematik

Der Leistungserbringer sollte sich Kenntnis von Inhalten vorrangig über die Metadatensuche verschaffen. Dabei wird er die ePA mit Hilfe bestimmter Metadaten durchsuchen, insbesondere der Klassifikation des Dokumentes (z.B. Befundbericht; Attest; Operationsbericht; Entlassbrief, etc.), Da-tum des Einstellens, Facharztrichtung und Name des Einstellenden.

Soweit sich aus dem Patientengespräch konkrete Hinweise auf weitere Daten im Zusammenhang mit dem aktuellen Behandlungskontext ergeben, sollte der Leistungserbringer diesen Hinweisen durch gezielte Suche über die Metadaten nachgehen.
Die auf diese Weise erhaltenen Suchergebnisse sind dann vom Leistungserbringer unter Berücksichtigung des Facharztstandards ärztlich zu bewerten. So können einzelne Suchergebnisse ohne weiteres als irrelevant einzustufen sein. Es ist aber auch möglich, dass eine ärztliche Bewertung erst nach einer näheren Betrachtung des einzelnen Datensatzes abgegeben werden kann. Dann muss sich der Leistungserbringer den Datensatz anzeigen lassen, um ihn zu würdigen.

Hinweis der gematik

Die ePA dient dem Leistungserbringer neben Patientengespräch und etwa vom Versicherten physisch mitgebrachten Befunden als weitere Erkenntnisquelle. Der Leistungserbringer sollte daher die im Rahmen des aktuellen Behandlungskontextes erheblichen Daten wahrnehmen. Erheblich sind Daten, soweit diese für Anamneseerhebung, Therapieentscheidung und weitere Befunderhebung von Bedeutung sind. Diesbezüglich kann ein Durchsuchen mit Hilfe der Metadaten erforderlich sein. Die insoweit nach Facharztstandard geschuldete Intensität der Suche hängt wie generell bei Befunderhebungsmaßnahmen u.a. von der Komplexität des Krankheitsbildes, etwaigen Risiken für die Gesundheit des Versicherten und der Wahrscheinlichkeit ihres Eintritts ab.

Hinweis der gematik

Der Leistungserbringer muss sich Kenntnis von denjenigen Inhalten verschaffen, die im Rahmen des aktuellen Behandlungskontextes nach seiner eigenen ärztlichen Entscheidung (aus der ex-ante-Sicht) für die Anamneseerhebung, Therapieentscheidung und weitere Befunderhebung notwendig sind. Hierbei ist die Suchfunktion über die Metadaten zu nutzen, insbesondere der Klassifikation des Dokumentes (z.B. Befundbericht; Attest; Operationsbericht; Entlassbrief, etc.), Datum des Einstellens, Facharztrichtung und Name des Einstellenden. Eine Volltextsuche ist nicht geboten. Auch im Rahmen des Anamnesegespräches kann eine Erheblichkeit von Daten für den aktuellen Behand-lungskontext abgeklärt werden.

Hinweis der gematik

Solche Inhalte dürfen nicht von vornherein bei der Suche über die Metadaten außer Acht gelassen werden. Der Leistungserbringer darf aber bei der in einem zweiten Schritt vorzunehmenden Bewertung der erhaltenen Suchergebnisse diejenigen von Krankenkassen eingestellten Informationen unberücksichtigt lassen, die wie reine Abrechnungsdiagnosen/Kodierungen aus der (fach-)ärztlichen Sicht ex ante keine Bedeutung für den aktuellen Behandlungskontext haben.

Hinweis der gematik

Solche Inhalte dürfen nicht von vornherein bei der Suche über die Metadaten außer Acht gelassen werden. Der Leistungserbringer darf aber bei der in einem zweiten Schritt vorzunehmenden Bewertung der erhaltenen Suchergebnisse diejenigen von Versicherten eingestellten Informationen unberücksichtigt lassen, die aus der (fach-)ärztlichen Sicht ex ante keine Bedeutung für den aktuellen Behandlungskontext haben.

Hinweis der gematik

Die infolge der Suche über die Metadaten erhaltenen Ergebnisse sind vom Leistungserbringer unter Berücksichtigung des Facharztstandards ärztlich zu bewerten. So können einzelne Suchergebnisse ohne weiteres als irrelevant einzustufen sein. Es ist aber auch möglich, dass eine ärztliche Bewertung erst nach einer näheren Betrachtung des einzelnen Datensatzes abgegeben werden kann. Dann muss sich der Leistungserbringer den Datensatz anzeigen lassen, um ihn zu würdigen. Die angezeigten Daten/Datensätze sind im Rahmen des aktuellen Behandlungskontextes bei Anamneseerhebung, Therapieentscheidung und weiterer Befunderhebung unter Beachtung des Facharztstandards zu berücksichtigen.

Der Leistungserbringer sollte die Ergebnisse der Einsichtnahme dokumentieren, z. B. im Rahmen eines Arztbriefes oder Befundberichtes. Es ist ferner ratsam, dass der Leistungserbringer die von ihm für relevant erachteten Informationen herunterlädt und in seine Dokumentation im Praxisverwaltungssystem aufnimmt.

Hinweis der gematik

Der Leistungserbringer darf nicht von einer Aktualität der bei der Einsichtnahme erhaltenen Ergebnisse ausgehen, da die ePA versichertengeführt ist. So darf der Versicherte Inhalte der ePA löschen. Deshalb kann der Leistungserbringer auch nicht von der Vollständigkeit der ePA ausgehen. Auch kann der Versicherte Inhalte der ePA „verbergen“, indem er dem Leistungserbringer nur eine eingeschränkte Zugriffsberechtigung erteilt.

Hingegen darf der Leistungserbringer von der Integrität der in der ePA vorhandenen Daten ausgehen, weil es dem Versicherten technisch nicht möglich ist, Inhalte einzelner Daten oder Datensätze zu verändern. Die im Zuge einer Metadatensuche angezeigten Daten und Datensätze sind daher für sich betrachtet valide.

Der im Arzthaftungsrecht entwickelte sog. Vertrauensgrundsatz bezieht sich auf ein mögliches Vertrauen auf die inhaltliche Richtigkeit anderer ärztlicher Behandlungsmaßnahmen bei arbeitsteiligem Handeln. Damit ist Bezugspunkt von Vertrauen in diesem Sinn nicht der Vorgang der Befüllung, sondern der Inhalt eines in die ePA eingestellten Datensatzes. Es ist für die Anwendung des sog. Vertrauensgrundsatzes daher unerheblich, wer die Speicherung/Befüllung der ePA vorgenommen hat.

Entscheidend ist vielmehr, ob es um einen Datensatz geht, der von einem ärztlichen Leistungserbringer stammt, der eine andere Fachrichtung als der einsichtnehmende Leistungserbringer hat:

Soweit der Leistungserbringer Inhalte wahrnimmt, die von einem anderen ärztlichen Leistungserbringer einer anderen Fachrichtung stammen, darf er auf deren inhaltliche Richtigkeit vertrauen. Soweit es um Inhalte geht, die von einem fachgleichen ärztlichen Leistungserbringer stammt, gilt der Vertrauensgrundsatz nicht uneingeschränkt, sondern es bedarf einer fachlichen Prüfung und ggf. Wiederholung zuvor bereits erfolgter ärztlicher Behandlungsmaßnahmen.

Im Übrigen gilt:
Inhalte dürfen – unabhängig von der Person des Befüllenden/Speichernden – nicht von vornherein bei einer Suche über die Metadaten außer Acht gelassen werden. Der Leistungserbringer darf aber bei der, in einem zweiten Schritt vorzunehmenden Bewertung der erhaltenen Suchergebnisse diejenigen von Versicherten oder Krankenkassen eingestellten Informationen unberücksichtigt lassen, die aus der (fach-)ärztlichen Sicht ex ante keine Bedeutung für den aktuellen Behandlungskontext haben.

Hinweis der gematik

Der Leistungserbringer sollte die Ergebnisse der Einsichtnahme dokumentieren, z. B. im Rahmen eines Arztbriefes oder Befundberichtes. Es ist ferner ratsam, dass der Leistungserbringer den Versicherten um Zustimmung bittet, die von ihm für relevant erachteten Daten herunterladen und in seine Primärdokumentation aufnehmen zu dürfen. Wie auch sonst üblich, ist der wesentliche Behandlungsablauf aufzuzeichnen.

Für den Fall, dass der Versicherte dem Leistungserbringer eine Einsicht in die ePA gegenständlich und/oder zeitlich beschränkt oder überhaupt nicht gewährt, ist der Versicherte über die möglichen Folgen für die aktuelle und/oder zukünftige medizinische Versorgung aufzuklären. Der Leistungserbringer sollte sowohl eine etwaige Beschränkung als auch die stattgehabte Aufklärung dokumentieren.

Hinweis der gematik

Die ePA ist eine weitere Erkenntnisquelle für die Erhebung der Anamnese, die Entscheidung über die weitere Befunderhebung und die weitere Therapie. Deshalb hat eine Einsichtnahme in die ePA des Versicherten durch den Leistungserbringer selbst zu erfolgen.
Nach erfolgter Einsichtnahme kann z. B. das Kopieren von durch den ärztlichen Leistungserbringer für relevant erachteten Inhalten aus der ePA in die Primärdokumentation delegiert werden.

Die Einsichtnahme in die ePA kann durch das nicht-ärztliche Personal dergestalt vorbereitet werden, dass dieses die ePA nach dem Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte öffnet. Dann kann der ärztliche Leistungserbringer im Kontakt zum Patienten ohne Zeitverzug mit einer Metadatensuche beginnen. Sollte der Versicherte keine Zugriffsberechtigung erteilen, bleibt es allerdings dem Leistungserbringer vorbehalten, den Versicherte auf etwaige nachteilige Folgen für die aktuelle und/oder künftige medizinische Versorgung hinzuweisen. Die stattgehabte Aufklärung kann wiederum durch nicht-ärztliches Personal dokumentiert werden.

Hinweis der gematik

Es besteht eine Pflicht zur Dokumentation, welche konkrete Person in die ePA Einsicht genommen hat. Dies liegt daran, dass systemseitig etwaige Zugriffe nur bezogen auf die jeweilige Institution, z.B. Name der Arztpraxis, Abteilung des Krankenhauses, protokolliert werden.

Hinweis der gematik

Ein Weiterbildungsassistent wird für einen von vornherein befristeten Zeitraum unter der Leitung und Aufsicht eines zur Weiterbildung befugten Arztes des Krankenhauses tätig. Dementsprechend darf er im Rahmen von dessen Zugriffsberechtigung Daten im Zusammenhang mit der ePA verarbeiten. Insbesondere muss der Zugriff zum einen im Rahmen einer vom Weiterbildungsassistent zuläs-sigerweise zu erledigenden Tätigkeit erfolgen, zum anderen erforderlich sein und unter Aufsicht des weiterbildungsbefugten Arztes erfolgen. Daraus leiten sich im Wesentlichen drei Anforderungen ab, welche von Weiterbildungsassistenten zu beachten sind:

Einem Weiterbildungsassistenten dürfen nur diejenigen Aufgaben übertragen werden, denen er von seinen praktischen Fähigkeiten und den dafür notwendigen Kenntnissen gewachsen ist. Daher wird ein Weiterbildungsassistent im Falle einer „Beauftragung“ mit Datenverarbeitungsvorgängen der ePA zu prüfen haben, ob er nach seinen, insbesondere im Rahmen der Weiterbildung bislang erworbe-nen Kenntnisse in der Lage ist, diese Aufgaben selbständig zu erledigen. Ist der Weiterbildungsassis-tent nach seiner Einschätzung von vornherein nicht zur Ausführung einer ihm gestellten Aufgabe in der Lage, muss er die selbständige Ausführung ablehnen und zumindest auf einer Aufsicht seitens des weiterbildungsbefugten Arztes bestehen. Beispielsweise kann es sein, dass ein Weiterbildungsassistent im Rahmen von Befunderhebung und -bewertung Rücksprache mit einem Facharzt nehmen muss, bevor er die ePA in Gestalt einer Metadatensuche ausliest und/oder erhaltene Sucher-gebnisse medizinisch bewertet.

Eine Pflicht zur Rücksprache kann auch im Zusammenhang mit Fragen der Befüllung der ePA in Be-tracht kommen. Denn diese erfordert eine ärztliche Einschätzung der Versorgungsrelevanz der angefallenen Behandlungsdaten, um die für eine Befüllung der ePA überhaupt in Betracht kommenden Daten zu identifizieren. Diese Beurteilung kann ebenso wie die Auswertung der ePA im Rahmen von Befunderhebung nicht ganz trivial sein, sondern kann je nach aktuellem Behandlungskontext dazu führen, dass deren selbständige Ausführung auch von einem fortgeschrittenen Weiterbildungsassistenten nicht zu leisten ist. Dies hängt auch vom Stand der Weiterbildung und dem bis dahin erworbenen Kenntnisstand des Weiterbildungsassistenten. Ggf. muss der Weiterbildungsassistent im Zusammenhang mit einer Befüllung der ePA zumindest Rücksprache mit einem Facharzt nehmen.

Hingegen können die mit einer Löschung einhergehenden Aufgaben ohne Weiteres von einem Weiterbildungsassistenten erledigt werden, da der Leistungserbringer jedem Löschungsbegehren eines Versicherten ohne Prüfung der Versorgungsrelevanz nachkommen muss. Die Pflicht des Leistungserbringers zum Hinweis darauf, dass eine Löschung Folgen für die aktuelle und/oder zukünftige medizinische Versorgung des Versicherten haben kann, kann ohne Weiteres vom Weiterbildungsassistenten erfüllt werden.

Ein Zugriff auf die ePA durch einen Weiterbildungsassistenten muss unter Aufsicht des weiterbildungsbefugten Arztes oder eines Facharztes erfolgen. Dies bedeutet aber nicht, dass jeder Handgriff eines Weiterbildungsassistenten kontrolliert zu werden braucht. Vielmehr muss es dem Weiterbildungsassistenten ermöglicht werden, mit einem Facharzt im Zusammenhang mit Fragen der Befüllung und/oder Auswertung der ePA Rücksprache zu nehmen.

Hinweis der gematik

Unter Berücksichtigung der vorstehenden Antwort (Ziffer 1) darf der primär zugriffsberechtigte Arzt bzw. Facharzt einen Zugriff auf den Weiterbildungsassistenten delegieren. Im Rahmen einer dem weiterbildungsbefugten Arzt bzw. Facharzt erteilten Zugriffsberechtigung darf der Weiterbildungsassistent auf Daten in der ePA durch Nutzung seines Heilberufsausweises oder über die SMC-B des Krankenhauses Zugriff nehmen. Dies betrifft insbesondere die Befüllung der ePA, das Auslesen der ePA und das Löschen von Inhalten der ePA.

Hinweis der gematik

Ja, Vertragsarztpraxen müssen den eHBA/ ePTA und die erforderlichen technischen Komponeten für die ePA im Sinne von § 341 Abs. 6 SGB V bis zum 30. Juni 2021 bestellen.

Es ein Nachweis der Bestellung des eHBA wird von der KVNO nicht benötigt.

Wer noch nicht an die TI angeschlossen ist und dafür sanktioniert wird, muss keine zusätzliche Kürzung fürchten.

Ja. Vertragsärzte können die Erstbefüllung der ePA ab sofort und auch rückwirkend bis zum 1. Januar 2021 abrechnen. Laut Gesetz erhalten sie dafür zehn Euro, wenn sie als Erste Befunde, Arztbriefe etc. in der Akte ablegen.

Eine Übersicht der ePA Vergütung inkl. der GOP-Ziffern finden Sie unter folgendem Link:

Die Information zur ePA ist, nach SGB V, Aufgabe der Krankenkassen. Wir gehen davon aus, dass diese dem Gesetzesauftrag folgen und baldmöglichst aktiv ihre Mitglieder informieren

Ja, jede Krankenkasse muss Ihren Versicherten eine ePA zur Verfügung stellen können. Zunächst als App, ab 01. Januar 2022 sollen die Krankenkassen auch eine PC-gestützte Lösung anbieten.

Ja, theoretisch könnte der Patient in der Praxis die ePA einsehen und befüllen lassen. Zudem ist eine Desktoplösung seitens der gematik geplant. Die Krankenkassen sollen ab 01. Januar 2022 auch eine PC-gestützte Lösung anbieten.

Ab 01.01.2022 können die Daten in die neue APP der anderen Krankenkasse überführt werden, wie das genau funktioniert ist derzeit noch nicht bekannt.

Der Nachweis wird mit der Einreichung Ihrer Quartalsabrechnung erbacht. Anhand diese können wir nachvollziehen, dass das Konnektor-Update eingespielt worden ist und das ePA-Modul vorliegt. Für Rückfragen empfehlen wir jedoch die Bestellbestätigung der ePA Komponenten aufzubewahren.

Das Krankenhausentgeltgesetz (KHEntgG) besagt, dass das Krankenhaus für jeden vollstationären und teilstationären Fall eine Vergütung von fünf Euro für die Speicherung von Daten in der ePA erhält.

In 2021 erhält das Krankenhaus einen weiteren Zuschlag von zehn Euro für die Unterstützung des Versicherten bei erstmaliger Befüllung der ePA. DKG und GKV-SV vereinbaren jährlich Zuschlagsvolumen und Zuschlagsbetrag (§ 5, Absatz 3f).

Es ist das Update 4 (PTV 4), ein sogenanntes Firmware-Update. Ein neuer Konnektor ist nicht erforderlich.

Bei der Mehrfachbefüllung konnte man sich auf ein Verfahren einigen, falls es zu Mehrfachabrechnungen kommt. Dies kann passieren, wenn beispielsweise ein Patient bereits eingestellte Daten wieder gelöscht hat und dies für den Arzt oder Psychotherapeuten nicht ersichtlich war. In diesem Fall kann die Krankenkasse die Pauschale von zehn Euro von der Kassenärztlichen Vereinigung zurückfordern. Der Arzt oder Psychotherapeut erhält in diesem Fall stattdessen die „Zusatzpauschale für die ePA-Unterstützungsleistung“ (15 Punkte / 1,67 Euro), die für die ärztliche ePA-Tätigkeit außerhalb der Erstbefüllung im Behandlungsfall berechnungsfähig ist.

Es wird sich bei der gematik dafür eingesetzt, dass die Transparenz über vorgenommene Erstbefüllungen durch technische Lösungen in der ePA verbessert wird und bürokratischer Prüfungsaufwand entfällt.

Nein. Mit der Erstbefüllung sind keine vertragsärztlichen Beratungspflichten der Versicherten zur Funktionalität oder Nutzung der ePA verbunden.

Die Krankenkassen sind seit Januar verpflichtet, ihren Versicherten auf Wunsch eine elektronische Patientenakte in Form einer App zur Verfügung zu stellen und zu den Nutzungsmöglichkeiten zu informieren.

MIOs (Medizinische Informationsobjekte) dienen dazu, medizinische Daten – etwa in einer elektronischen Patientenakte – standardisiert, also nach einem festgelegten Format, zu dokumentieren. Sie können als kleine digitale Informationsbausteine verstanden werden, die universell verwendbar und kombinierbar sind.

Ziel ist es, dass MIO im Sinne der Interoperabilität für jedes System lesbar und bearbeitbar sind. Informationen sollen so deutlich leichter zwischen den einzelnen Akteuren im Gesundheitswesen ausgetauscht werden können.

Im Jahr 2020 hat die KBV planmäßig vier medizinische Informationsobjekte festgelegt: den Impfpass, das Zahnärztliche Bonusheft, den Mutterpass und das Kinder-Untersuchungsheft.

Das Konzept der MIO stammt von der KBV. Sie folgt damit dem Auftrag aus dem TSVG, die semantische und syntaktische Interoperabilität für Inhalte der elektronischen Patientenakte in Zusammenarbeit mit weiteren Institutionen und Organisationen zu erarbeiten und festzulegen.

  • Weiter Infomationen zu MIO´s (KBV)

Elektronisches Rezept (eRezept)

Ab 01. Januar 2022 müssen alle Ärzte eRezepte ausstellen und via TI übertragen.

Ausnahme: Die Ausstellung ist technisch nicht möglich oder Dienste und Komponenten der TI stehen technisch nicht zur Verfügung (§ 360). Für den Patienten ist die Nutzung des eRezepts freiwillig.

Hinweis zu BtM- und T-Rezept:
Die Umstellung vom Papierrezept auf das eRezept betrifft zunächst apothekenpflichtige Arznei- und Verbandmittel sowie Teststreifen. Auch Privatrezepte können elektronisch übermittelt werden, sobald deren Weiterverarbeitung geregelt ist. BtM- und T-Rezepte sowie Rezepte für Hilfsmittel sollen zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

Die Anbindung von Apotheken an die TI soll laut dem Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) bis September 2020 erfolgen. Ab 01. Januar 2022 müssen alle Ärzte und Apotheker eRezepte ausstellen und via TI übertragen. Ausnahme: Die Ausstellung ist technisch nicht möglich oder Dienste und Komponenten der TI stehen technisch nicht zur Verfügung (§ 360).

  • Versicherte haben die Wahl, ob sie die Zugangsdaten für das Rezept auf Papier (Ausdruck des Tokens) oder digital erhalten. Die gematik muss die Komponenten entwickeln und zur Verfügung stellen (Sicherstellung der Funktionsfähigkeit und Interoperabilität). Die Sicherheit ist durch ein externes Sicherheitsgutachten nachzuweisen (§ 360).
  • Ein Zugriff auf ein eRezept ist nur mit eHBA oder Berufsausweis und SMC-B möglich. Zugriffe sind nachvollziehbar zu protokollieren (§ 361).
PVS-Anpassung eRezepteinmalig 120 Euro
Zuschlag Betriebskosten für eRezept1 Euro je Quartal

Nach der Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) sind elektronische Rezepte mit einer qualifizierten elektronischen Unterschrift zu versehen (§ 2, Absatz 1, Nr. 10).

Der Patient kann das eRezept über sein Smartphone an die Apotheke übertragen, es ist aber weiterhin möglich, den Papierausdruck zu erhalten.

Stufe 1 (Juni 2020): Festlegung zur elektronischen Übermittlung von Verordnungen apothekenpflichtiger Arzneimittel durch die gematik (§ 291a)(GSAV)
Stufe 2 (Juni 2021): Festlegung zur elektronischen Übermittlung von Verordnungen für BtM- und T-Rezepte durch die gematik (§ 312)(PDSG), Festlegung der Rahmenbedingungen für Dispensierinformationen, Dosierung und Chargennummer
Stufe 3 (Juni 2023): Heil- und Hilfsmittel

Das eRezept wird im PVS erstellt, die Informationen werden aber aus der Verordnungssoftware gezogen.

Eine direkte Empfangsbestätigung gibt es nicht, aber der Patient erhält nach kurzer Zeit eine Rückmeldung von der Apotheke, ob das Medikament verfügbar ist.

Die Komfortsignatur ist Verfügbar, sobald die Koco-Box das PTV4 Updatet, der Secunet und Rise Konnektor das PTV4+ Updatet erhalten haben. Geplant ist dies für das Q3/Q4 2021.

Hier gelten die gleichen Regeln wie beim Papierrezept.

Das eRezept wird 100 Tage nach Einlösung aufbewahrt und dann aus dem Fachdienst gelöscht.

Ja, wenn der Patient den Wunsch äußert, kann das eRezept in der ePA übernommen werden.

Ja. Die Annahme des eRezeptes ist auch bei Versandapotheken möglich.

Es ist geplant, dass Sanitätshäuser das eRezept ab Stufe 3 (zirka Juni 2023) annehmen können.

Ab dem 01. Januar 2022 wird das eRezept verpflichtend. Ab diesem Zeitpunkt sollen, sofern technisch möglich, nur noch E-Rezepte ausgestellt werden. Bei zum Beispiel Haus- und Heimbesuchen oder bei einem Ausfall derTI, darf weiterhin das Muster 16 verwendet werden.

Die Entlassrezepte in Krankenhäusern müssen ebenfalls ab dem 01. Januar 2022 als eRezept ausgestellt werden.

Es können bis zu drei Medikamente (Rezeptcodes) in einem Sammelcode zusammengefasst werden. Ein eRezept enthält künftig die Verordnung, eine Fertigarzneimittel- bzw. Wirkstoffverordnung, eine Rezeptur oder eine per Freitextfeld beschriebene Verordnung, wenn das zu verschreibende Produkt nicht im Preis- und Produktverzeichnis hinterlegt ist.

Ja. Alle Schritte zur Vorbereitung des Rezepts sowie das Ausdrucken (wenn vom Patienten gewünscht) können von Praxisangestellten vorgenommen werden. Analog der heutigen Unterschrift muss ein eRezept qualifiziert elektronisch signiert werden. Dies kann nur der Arzt mit dem eHBA G2 vornehmen, nachdem ein eRezept vollständig erstellt wurde.

Das eRezept wird wie gewohnt im PVS erstellt und mit dem eHBA G2 signieren. Die Krankenversicherungsnummer des Patienten muss im eRezept eintragen werden. Nachdem der Arzt das E-Rezept in der TI gespeichert hat, kann der Patient sich das E-Rezept in seiner App anzeigen lassen. Verwendet der Patient die eRezept-App der gematik nicht, kann auch der QR-Code als Ausdruck (Token) zugesendet werden.

Ja. Sie können selbst erstellte E-Rezepte löschen, sofern diese noch nicht in einer Apotheke abgerufen worden sind. Es empfiehlt sich in diesem Fall jedoch, den Patienten zu kontaktieren und mit ihm das weitere Vorgehen, z.B. die Ausstellung eines neuen eRezepts, zu klären.

In speziellen Situationen, in denen es erlaubt ist, dass ein Arzt ein Rezept (bzw. den QR-Code) direkt an eine Apotheke übermittelt, kann er dies über einen Kommunikationsweg seiner Wahl tun.

Wir empfehlen die Verwendung des sicheren Kommunikationsweg z.B. KIM.

Nein, der Patient hat die Wahl, ob er einen Ausdruck zum eRezept erhalten möchte.

Nein, der Ausdruck ist kein rechtsgültiges Dokument, auch nicht mit Unterschrift. Der Ausdruck ermöglicht dem Apotheker mittels des aufgedruckten QR-Codes nur den Zugriff auf das eRezept auf dem Fachdienst.

Seit dem 01. Juli ist die gematik-App „E-Rezept“ im App-Store verfügbar.

Das Ausstellen von manuellen Rezepten ist für diese Fälle weiterhin möglich.

Die Daten werden verschlüsselt auf Servern der Telematikinfrastruktur gespeichert, die in vertrauenswürdigen Rechenzentren in Deutschland stehen.

Derzeit werden die Voraussetzungen geschaffen, dass auch Privatversicherte im kommenden Jahr teilnehmen können, sofern deren private Versicherung eine eGK ausgibt.

Im Prozess kommen Anforderungen an die Abrechnung hinzu, so dass Selbstzahler gegenüber den PKV-Unternehmen oder der Beihilfe diese Abrechnungen auch einreichen können.

Zunächt können E-Rezepte wie auch heute im Rahmen der Vereinbarungen zwischen DAV und GKV geändert werden. Sind Fehler enthalten, die in der Apotheke nicht „geändert“ werden können, ist eine Rücksprache mit dem Arzt erforderlich. Muss eine Änderung durch den Arzt vorgenommen werden, löscht er das E-Rezept und erstellt ein neues, denn mit der Signatur wird immer das tatsächliche E-Rezept signiert, was die Integrität sicherstellt.

Wichtig ein Rezept kann nur gelöscht werden, wenn dies nicht bereits in der Apotheke eingelöst wurde.

Ja, das ist möglich. Benötigt wird der QR-Code, z.B. auf dem Ausdruck oder via einscannen in der App.

Die gematik kommuniziert derzeit über Fachverbände und Fachmedien. Mit Einführung des E-Rezept und besonders zum Jahresende wird mehr und mehr über Soziale Medien Richtung der Versicherten kommuniziert.

Ja, das wird den Patienten künftig angezeigt. Ob es eine Warnung gibt ist derzeit noch nicht bekannt.

Ja, die Funktion wird im zweiten Halbjahr 2021 umgesetzt.

Das Einscannen des QR-Codes ist eine Möglichkeit. Sofern die Patienten sich mit ihrer eGK authentifizieren, können sie ihre E-Rezepte auch direkt aus dem Fachdienst in der Telematikinfrastruktur abrufen.

Die App ist intelligent, sie lernt also wo ich war und gerne hingehe. Favoriten können auch vom Nutzer selbst angelegt werden.

Für die Signatur von eRezepte und anderer Formulare soll die sogenannte Komfortsignatur den Ablauf in der Praxis unterstützen, so dass der zeitliche Aufwand vertretbar bleibt. Mit der Komfortsignatur können bis zu 250 Dokumente bei einmaliger PIN-Eingabe innerhalb von 24 Stunden signiert werden. Die Signatur wird dann bei Bedarf im Tagesbetrieb z.B. mittels persönlichem Passwort oder personalisierten NFC-Chip vom eHBA-Besitzer direkt über das PVS ausgelöst.

Dies soll in der zweiten Ausbaustufe des eRezepts umgesetzt werden.
Erst wenn die Spezifikation hierfür erstellt worden ist (geplant Juni 2021) wird die gematik einen konkreten Termin benennen können.

Nein. In einem Störfall oder auf Wunsch des Patienten kann das Rezept immer ausgedruckt werden. Der Patient erhält zukünftig einen sogenannten Token-Ausdruck mit QR-Code.

Für den Ausdruck des QR-Codes des eRezepts wird kein Sicherheitspapier benötigt. Sie verwenden normales weißes Papier.

In der App der gematik kann ein gesetzlicher Vertreter eingetragen werden mit Zugriffsrecht auf die Daten. Die genauen Details sind uns noch nicht bekannt.

Das ist uns derzeit nicht bekannt.

Eine Erstattung für neue Drucker gibt es leider nicht.

Die KBV empfiehlt insbesondere für das eRezept einen Drucker, der mindestens in einer Auflösung von 300 dpi drucken kann. Eine geringere Auflösung oder ein verschmiertes Druckbild kann zu Problemen führen (z.B. beim eRezept beim Scannen der Data-Matrix-Codes in der Apotheke). Die meisten gängigen Standard Drucker liegt bei 600 dpi.
Viele Praxen nutzen bereits die Blankoformularbedruckung, mit der die technischen Voraussetzungen bereits gegeben sind.

Nein. Derzeit gibt es keine Ausnahmeregelungen.

Die Nutzung des Papierrezepts (als Token-Ausdruck) ist weiterhin möglich.

Mehrfachverordnungen können noch nicht adäquat abgebildet werden. Aus diesem Grund sollten diese bis auf Weiteres nicht verordnet werden.

Nein, sie können die Arzneimitteldatenbank Ihrer Praxissoftware weiter nutzen.

Ja, ab 2023 sollen DiGA auch über das eRezept verordnet werden können. Wann genau steht derzeit noch nicht fest.

Die MFA kann vorbereiten und ausdrucken – die Signatur muss vom Arzt durchgeführt werden.

Rezepte bleiben, wie jetzt auch, für ein Quartal gültig, dies ist unabhängig von der genutzten Signatur.

Für Rezepte sollte die Komfortsignatur verwendet werden. Mit dieser geben Sie einmal die PIN ein und können bis zu 24 Stunden 250 (eRezepte) direkt signieren und den Patienten mitgeben. Die Stapelsignatur eignet sich mehr für die eAU und eArztbriefe.

Finanzierung

Nach SGB V muss der GKV-Spitzenverband die Ausstattungs- und Betriebskosten für die TI finanzieren. Die Details wurden in der „Vereinbarung zur Finanzierung und Erstattung der bei den Vertragsärzten entstehenden Kosten im Rahmen der Einführung und des Betriebes der TI – kurz „Finanzierungsvereinbarung TI“ – zwischen KBV und GKV-Spitzenverband geregelt.

Grundsätzlich hat jede Vertragsarztpraxis (jede genehmigte Betriebs- und Nebenbetriebsstätte) Anspruch auf Erstattung der Kosten für die erforderliche erstmalige Ausstattung und der für die TI-Nutzung relevanten Betriebskosten. Dies gilt, solange diese Praxis an die TI angeschlossen ist und das VSDM in jeder ausgestatteten Betriebs- und/oder Nebenbetriebsstätte im Sinne der Anlage 4a BMV-Ä (gültig ab 01. Juli 2017) durchführt wird.

Als Vertragsarztpraxis im Sinne der TI-Finanzierungsvereinbarung gelten die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzte und Einrichtungen nach § 95 Absatz 1 Satz 1 SGB V, soweit eine eigene Betriebsstättennummer entsprechend der Richtlinie der KBV vergeben wurde (Richtlinie nach § 75 Absatz 7 SGB V zur Vergabe der Arzt-, Betriebsstätten- sowie der Praxisnetznummern).

Bei Praxisübernahmen besteht nur ein Anspruch auf Erstattung der Betriebskosten. Die Erstausstattungspauschalen erhalten Sie nur, wenn:

  • die TI-Komponenten nicht von der Vorgängerpraxis übernommen werden können.
  • der Vorgänger die Praxis zwar ausgestattet hat aber die Komponenten z.B. in einer anderen vertragsärztlichen Tätigkeit (am anderen Ort oder mit reduziertem Versorgungsauftrag) weiter nutzt.
  • der Praxisnachfolger eine Praxissoftware nutzen möchte die nicht kompatibel zu der vorhandenen TI ist.

Wenn die TI-Komponenten nicht weiter genutzt werden können, muss das im Antrag begründet werden.

Ausgelagerte Praxisräume

Von der KV genehmigte, ausgelagerte Praxisräume, die über keine eigene Betriebsstättennummer verfügen, haben keinen Anspruch auf die Erstausstattungspauschale für den Konnektor und stationäre Kartenterminals. Alternativ haben diese Praxisräume Anspruch auf die Finanzierung eines mobilen Kartenterminals inklusive der Betriebskosten für eine zusätzliche SMC-B-Karte.

Vertragsärzte (inklusive angestellte Ärzte)

Vertragsärzte haben Anspruch auf die einmalige Erstattung der Kosten für ein mobiles Kartenterminal, je Vertragsarzt mit mindestens halber Zulassung, wenn zusätzlich ein dieser Bedingungen erfüllt sind:

  • Sie haben mindestens drei Hausbesuche nach den Gebührenordnungspositionen (GOP) 01410, 01411, 01412, 01413, 01415, 01418, 01721 und 05230 im Vorquartal und/oder im aktuellen Quartal durchgeführt und abgerechnet.
  • Sie weisen den Abschluss eines Kooperationsvertrages gemäß § 119b SGB V (Ambulante Behandlung in stationären Pflegeeinrichtungen) nach, der den Vorgaben der Anlage 27 zum BMV-Ä entspricht.

Für die Berechnung Betriebsstättenfälle wird der Durchschnitt der Q3 und Q4/2016 sowie Q1 und Q2/2017 herangezogen. Wenn eine Praxis nach dem 31. Mai 2015 zugelassen wurde, bekommt diese mind. den Fachgruppendurchschnitt. Bei Praxen die sich neu niederlassen wird ebenfalls der Fachgruppendurchschnitt herangezogen.

Nein.

Als Körperschaft des öffentlichen Rechts sind alle Kassenärztlichen Vereinigungen an die per
Gesetz erlassen Regelungen gebunden. Gleichwohl fordert die KBV wiederholt eine Abkehr von der im SGB V erlassenen Sanktionen.

Da derzeit Privatärzte noch nicht verpflichtet sind, sich an die TI-Anzubinden, gibt es derzeit auch noch keine Finanzierung. Nach Planungen auf Bundesebene sollen mittelfristig auch Privatpatienten die TI-Anwendungen nutzen können.

Dies geschieht über die DKG (Deutsche Krankenhausgesellschaft e.V.).

Es ist ein PTV3-Konnektor (E-Health-Konnektor) nötigt.

(1) Die Finanzierung der bei einem Krankenhaus durch die Einführung der Telematikinfrastruktur verursachten Investitions- und Betriebskosten bezieht sich auf Organisations- bzw. Leistungsbereiche des Krankenhauses, in denen stationäre und stationsäquivalente Krankenhausbehandlung im Sinne des § 39 SGB V einschließlich belegärztlicher Behandlung nach § 121 SGB V erbracht wird.

(2) Zusätzlich einbezogen sind folgende ambulante Organisations- und Leistungsbereiche, insoweit sich diese an einem Krankenhaus befinden oder diesem organisatorisch zugeordnet sind:

  1. ambulante spezialfachärztliche Versorgung nach § 116b Absatz 2 und Absatz 8 SGB V
  2. Hochschulambulanzen nach § 117 Absatz 1-3 SGB V
  3. psychiatrische und psychosomatische Institutsambulanzen nach § 118 SGB V
  4. geriatrische Institutsambulanzen nach § 118a SGB V
  5. sozialpädiatrische Zentren nach § 119 SGB V
  6. medizinische Behandlungszentren nach § 119c SGB V
  7. Kinderspezialambulanzen nach § 120 Absatz 1a SGB V
  8. Notfallambulanzen und die medizinische Erbringung von Notfallleistungen nach
    § 76 Absatz 1 Satz 2 SGB V, § 2 Absatz 2 Ziffer 4 BMV-Ä
  9. ambulantes Operieren im Krankenhaus nach § 115b SGB V
  10. Ermächtigungsambulanzen der persönlich ermächtigten Krankenhausärzte nach
    § 116 SGB V, § 4 Absatz 1 BMV-Ä, § 31a Absatz 1 Ärzte-ZV
  11. Erbringung von ambulanten Leistungen bei Unterversorgung nach § 116a SGB V

MVZ und Notfallambulanzen werden über die KVen finanziert. Die bereits dargestellte Einigung auf eine eindeutige Erstattungsregelung, die auf einer überprüfbaren Rechtsgrundlage basiert, wurde in der DKG-TI-Vereinbarung übernommen.

Demnach werden MVZs, Einrichtungen nach § 311 SGB V und Notfallambulanzen nach § 75 Absatz 1b SGB V dauerhaft über die KVen finanziert (vgl. § 3 Absatz 2a). Die Abgabe einer Verzichtserklärung, mit der den betreffenden Einrichtungen zuvor eine Art Wahlrecht eingeräumt wurde, ist aus diesem Grund in den Regelungen der DKG-TI-Vereinbarung entfallen.

Die Höhe der Erstattungspauschale für stationäre Kartenterminals ist abhängig von der Anzahl bzw. dem Tätigkeitsumfang der Ärzte/Psychotherapeuten, die an der jeweiligen Betriebsstätte ihren hauptsächlichen Tätigkeitsort haben. Daraus ergibt sich ein Anspruch auf die Auszahlung der Pauschale für ein bis m

Wenn Sie in beiden Betriebsstätten den Versichertenstammdatenabgleich durchführen, erhalten Sie für beide Betriebsstätten die Pauschale für den Konnektor. Bei den Anbietern muss bei der Anbindung einer weiteren Praxis ein kostenpflichtiges Erweiterungspaket gebucht werden.

Die Erstattung der Pauschalen bei KV-übergreifenden überörtlichen Berufsausübungsgemeinschaften erfolgt über die jeweilige zuständige KV. Liegt zum Beispiel eine Betriebsstätte in Westfalen-Lippe, so ist für die Betriebsstätte die KV Westfalen-Lippe zuständig. Für alle Betriebsstätten, die in Nordrhein liegen, erstattet die KV Nordrhein die Pauschalen.

Die Zahlung der Einmalpauschalen erfolgt jeweils einmal am Monatsende als Sonderzahlung auf die bei uns hinterlegte Bankverbindung der Praxis/des MVZs, ausschlaggebend ist der Zeitpunkt der Bescheiderstellung.

Die Zahlung der Betriebskosten erfolgt jeweils q uartalsweise und ist auf demQuartalsabrechnungsbescheid ersichtlich.

Das Einreichen von Nachweisen ist nicht notwendig. Wir überprüfen anhand Ihrer Abrechnungsdaten im nachhinein, ob Sie berechtigt waren die Pauschalen zu erhalten.
Sollte dies nicht der Fall sein behalten wir die Zahlung wieder ein.

Vertragszahnärzte rechnen die Kosten für die Anbindung an die TI nach den Regelungen der vertragszahnärztlichen Versorgung ab (vgl. § 1 Absatz 4 der TI-Finanzierungsvereinbarung).

Bei den Voraussetzungen für mobile Kartenterminals unterscheiden sich die Regelungen der vertragszahnärztlichen und vertragsärztlichen Versorgung jedoch und sind für Vertragsärzte vorteilhafter: Während Zahnärzte 30 Besuchsleistungen oder einen Kooperationsvertrag gemäß § 119b SGB V nachweisen müssen, um eine Kostenerstattung für ein mobiles Kartenterminal zu erhalten, müssen Ärzte lediglich drei Hausbesuche im aktuellen oder Vorquartal oder einen Kooperationsvertrag gemäß § 119b SGB V nachweisen.

Um Ärzten mit einer Doppelzulassung als Vertragsarzt und Vertragszahnarzt dennoch die Möglichkeit zu geben, von den vorteilhafteren Regelungen der vertragsärztlichen Versorgung zu profitieren, hat die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) mit dem GKV-Spitzenverband eine Sprachregelung verhandelt.

Demnach können diese Ärzte einen Erstattungsanspruch für ein mobiles Kartenterminal bei ihrer KZV erwirken, sofern sie eine Bescheinigung der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung darüber vorlegen, dass sie die Ansprüche der vertragsärztlichen Versorgung für ein mobiles Kartenterminal erfüllen (§ 6 Absatz 2 Anlage 32 BMV-Ä).

Reisende Anästhesisten erhalten nur dann die Pauschale für ein mobiles Kartenterminal, wenn sie sich an die TI anschließen und dann auch mindestens drei Haus- oder Heimbesuche durchführen.

Grundsätzlich müssen keine Pauschalen zurückgezahlt werden, da Ihnen bei der Anbindung an die TI und für den laufenden Betrieb Kosten entstanden sind. Somit hatten Sie Anspruch auf die Pauschalen für die Erstausstattung und den laufenden Betrieb. Die Zahlung der Betriebskostenpauschalen endet mit der Beendigung der vertragsärztlichen Tätigkeit in der Praxis.

Nein. Eine Vorauszahlung der Pauschalen ist nicht möglich. Um nicht in Vorleistung treten zu müssen, nutzen Sie das Antragsverfahren, um die Pauschalen frühzeitig zu erhalten, und vereinbaren Sie mit Ihrem Lieferanten eine entsprechende Zahlungsfrist.

Sie erhalten nach Abschluss der Bearbeitung einen Bescheid auf dem Postweg auf den alle
Pauschalen einzeln aufgeführt werden. Im KVNO Portal können Sie den Status Ihres Antrages
einsehen wenn Sie erneut das Antragsformular öffnen.

Hier ist prinzipiell keine zeitliche Begrenzung bekannt.
Stellen Sie den Antrag auf die entsprechenden TI-Pauschalen nach Installation aber bitte zeitnah (spätestens zum Quartalsende). Er ist die Voraussetzung für eine Abrechnung der entsprechenden GOPs.

Ansprechpartner Frau Schunicht 0211 5970 8918 und Herr Stawiarski 0211 5970 8429,
TI-Antrag.duesseldorf@kvno.de

Zur Auszahlung der Pauschalen für die Erstausstattung stehen Ihnen bei der KV Nordrhein zwei Optionen zur Verfügung:

1. Beantragung der Pauschalen über ein Antragsformular
Unmittelbar nach der Installation der TI und dem ersten VSDM laden Sie sich das Antragsformular herunter:

Tragen Sie die BSNR/NBSNR und das Datum des ersten Versichertenstammdatenabgleichs ein und senden Sie uns das Formular per E-Mail oder Fax zu.

Die Auszahlung der Pauschalen für die Erstausstattung erfolgt frühestens acht Wochen nach Eingang des Antrages.

Die Auszahlung der Pauschalen für die Betriebskosten erfolgt dann mit der Restzahlung für das jeweilige Quartal. Die ausgezahlten Pauschalen werden zudem im Honorarbescheid aufgeführt. Zudem werden die Betriebskostenpauschalen für das Quartal der erstmaligen VSDM-Nutzung anteilig berechnet, pro nicht genutztem Monat wird die Pauschale um ein Drittel reduziert.

Wichtig: Damit die Pauschalen für den laufenden Betrieb (Betriebspauschalen, SMC-B, eHBA) jedes Quartal ausgezahlt werden können, ist es wichtig, dass die Praxis den Versichertenstammdatenabgleich auch weiterhin jedes Quartal in jeder Betriebsstätte durchführt. Die KV Nordrhein prüft auch in den zukünftigen Abrechnungen, ob der Prüfnachweis für das VSDM ersichtlich ist, und zahlt dann die Pauschalen für den laufenden Betrieb aus.

2. Automatische Auszahlung der Pauschalen ohne Antrag

Wenn Sie keinen Antrag stellen, prüfen wir nach dem Einreichen Ihrer nächsten Abrechnung, ob ein Prüfnachweis für das VSDM vorhanden ist. Ist dies der Fall, zahlen wir die Pauschalen für die Erstausstattung zirka zwölf Wochen nach Ende des Abrechnungsquartals aus. Beispiel: Wenn die Übermittlung der Abrechnung für das erste Quartal 2020 Anfang April erfolgt, findet die Auszahlung Mitte Juni 2020 statt.

Die Auszahlung der Pauschalen für die Betriebskosten erfolgt dann mit der Restzahlung für das jeweilige Quartal. Die ausgezahlten Pauschalen werden zudem im Honorarbescheid aufgeführt. Außerdem werden die Betriebskostenpauschalen für das Quartal der erstmaligen VSDM-Nutzung berechnet. Pro nicht genutztem Monat wird die Pauschale um ein Drittel reduziert.

Haftung

Grundsätzlich ist jeder, der Daten verarbeitet, auch für diese verantwortlich, egal, um welche Daten es sich handelt – digital oder analog. In Bezug auf die TI ist hierbei entscheidend, wo sich ein möglicher Angriff auf die Daten ereignet.

Sollte es aufgrund fehlender Datenschutzmaßnahmen innerhalb des Praxisnetzwerks (zum Beispiel fehlende Absicherung der Hard- oder Software mittels Firewall, Zugriffsbeschränkung oder Ähnliches) zu einem Missbrauch kommen, ist die Praxis bzw. der verantwortliche Arzt/Träger zur Rechenschaft zu ziehen.

Handelt es sich um Sicherheitslücken in der zentralen TI, sind die Betreiber der zentralen Dienste (gematik) verantwortlich – auch wenn diese Lücken bis in die Praxis reichen.

Ein Verbindungsaufbau in die TI erfolgt immer aus dem PVS der Ärzte, Zahnärzte und Apotheker über den sogenannten Konnektor. Dieser schützt die Praxen bzw. Apotheken vor unberechtigten Zugriffen aus dem Internet und aus der TI, indem er die Kommunikation zwischen Praxissoftware, elektronischer Gesundheitskarte, Heilberufsausweis und TI koordiniert und verschlüsselt. Gleichzeitig schützt der Konnektor auch die TI vor beispielsweise Schadsoftware in der Arztpraxis.

Er erreicht diese grundlegenden Sicherheitseigenschaften auf der Netzebene durch Firewall-Funktionen, durch die Prüfung der Integrität und Authentizität der Kommunikationspartner und auf der Anwendungsebene durch eine Strukturprüfung der eingehenden Daten.

Durch die Zertifizierungsverfahren und die dafür notwendige Sicherheitsüberprüfung für die Herstellung und den Betrieb von Produkten der TI und Diensten gewährleistet die gematik, dass die sensiblen Informationen von Versicherten vor unbefugtem Zugriff sicher sind. Produkte wie die Gesundheitskarten und Kartenterminals müssen aufwendige Testverfahren bestehen, um eine Zulassung zur TI zu erhalten.

Daten verlassen eine Arztpraxis nur, wenn sie für die Übertragung durch die TI verschlüsselt wurden. Unberechtigte können die verschlüsselten Daten während der Übertragung nicht lesen. Es dürfen nur berechtigte Personen auf die Daten des Versicherten zugreifen. Technisch und gesetzlich ist dies durch entsprechende Heilberufs- und Berufsausweise bzw. Ausweise der medizinischen Einrichtungen gewährleistet.

Die Versicherten haben die Hoheit über ihre Daten und können den Zugriff gezielt freigeben. Er erfolgt durch Aushändigung und Freischaltung der eGK oder auch durch Vergabe einer Berechtigung für den Zugriff. Die Daten der Versicherten werden für die Gesundheitskarte versichertenindividuell verschlüsselt. Für Unberechtigte bleiben diese Daten unlesbar, da sie nur mit der eGK einer Person zugeordnet werden können.

Durchgeführte Gutachten und Analysen der Sicherheitsarchitektur bestätigen das hohe Schutzniveau für die medizinischen Daten. Der Zugang über die Gesundheitskarte und die Verschlüsselungs- und Anonymisierungstechniken sichern das Selbstbestimmungsrecht der Versicherten.

Die DSGVO enthält in Artikel 6 Absatz 2 und Artikel 9 Absatz 2 Öffnungsklauseln für den nationalen Gesetzgeber, unter anderem im Sozialleistungsbereich sowie im Bereich der Gesundheitsversorgung. Der nationale Gesetzgeber darf also insbesondere im SGB eigene bzw. spezifische Regelungen schaffen bzw. diese beibehalten.

Das VSDM ist in § 291 Absatz 2b SGB V geregelt. Satz 2 dieser Vorschrift erlegt den Leistungserbringern grundsätzlich die Pflicht auf, einen Abgleich der Versichertenstammdaten unter Nutzung des angebotenen Dienstes durchzuführen. Diese Verpflichtung stellt gleichzeitig die gesetzliche Übermittlungsbefugnis der hierfür erforderlichen Daten dar. Nachdem die Datenübermittlung gesetzlich vorgegeben ist, bedarf es hierfür keiner Patienteneinwilligung. Im Übrigen ist die Nichtdurchführung des VSDM über § 291 Absatz 2b Satz 14 SGB V zulasten des Arztes sanktioniert. Allein dieser Umstand würde bereits zu einer Übermittlungsbefugnis nach Artikel 6 Absatz 1 Buchstabe f DSGVO führen.

Es gibt keine Rechtsvorschrift in der DSGVO, die eine Einsichtsmöglichkeit in Daten-/ Übermittlungsprotokolle vorschreibt. Nach § 291 Absatz 2b Satz 11 SGB V ist die Durchführung der VSDM-Prüfung allerdings auf der eGK zu speichern. Ferner ist die Durchführung der Prüfung nach Satz 12 dieser Vorschrift der zuständigen KV mit den Abrechnungsdaten mitzuteilen. Der Auskunftsanspruch nach Artikel 15 DSGVO betrifft nur die in der Praxis gespeicherten Daten (hier zum Beispiel VSDM durchgeführt) sowie die Kategorien der Empfänger von Daten – nicht aber die vorgenannten Protokolle.

Empfänger der Daten im Rahmen der VSDM-Prüfung ist der VSDM-Fachdienst innerhalb der TI bzw. die Krankenkasse des Versicherten. Über die Datenverarbeitung beim Empfänger sind die Ärzte und Psychotherapeuten nicht auskunftspflichtig.

Es steht Bedenkenträgern frei, sich an eine (regionale oder nationale) Datenschutzaufsichtsbehörde zu wenden.

Um die Ärzte und Therapeuten zu entlasten, soll die Datenschutz-Folgenabschätzung für die Verarbeitung personenbezogener Daten mittels der Tele­ma­tik­infra­struk­tur bereits im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens durchgeführt werden. So sieht es der neue bekannt gewordene Referentenentwurf des Digitale Versorgung und Pflege – Modernisierungs-Gesetz – (DVPMG) vor. Die Folgeabschätzung liegt bereits dem Gesetzentwurf bei.

Die Praxen müssen den Datenschutz bis zum Konnektor sicherstellen. Ab dem Konnektor (beziehungsweise ab dem Konnektor-Ersatz, was immer das sein wird), wird die Gematik verantwortlich sein.

Die Ärzte sind bis zum Konnektor für den Datenschutz verantwortlich. Ab dem Konnektor ist
die Gematik verantwortlich. Im Weiteren muss sichergestellt sein, dass der Konnektor nach
Vorgaben der Gematik installiert wurde. Dies erfolgt durch Ihren Systembetreuer, der die Installation durchführt und Ihnen das Installationsprotokoll zu Verfügung stellt.

Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht. Die Gematik ist für die Sicherheit in der TI verantwortlich. Die gematik kümmert sich darum, dass die Sicherheit nach Vorgaben des BSI und der DSGVO gewährleistet ist.

Hier ist Ihr Systemhaus der richtige Ansprechpartner. Die TI wird nach Vorgaben der gematik in Ihrer Praxis installiert. Nach der Installation erhalten Sie ein Installationsprotokoll. Von außen sind keine Rückschlüsse auf die interne Netzwerkkommunikation der Praxis durch die TI möglich.

Ja. Die gematik hat ein Rechtsgutachten zur Verfügung gestellt.

Die Bereitstellung des FAQ-Katalogs kann im Einzelfall natürlich keine Rechtsberatung ersetzen. Dies sollte bei der Weiterverwendung des Katalogs beachtet und entsprechend kommuniziert werden. Bei den Antworten auf den FAQ-Katalog handelt es sich um einen Leitfaden für Leistungserbringer, der juristisch nachvollziehbar von dem Rechtsanwalt Herrn Dr. Ziegler hergeleitet wurde. Es kann jedoch im Einzelfall nicht ausgeschlossen werden, dass eine richterliche Überprüfung zu einem anderen Ergebnis kommt.https://onlinerollout.de/wp-content/uploads/2021/07/Einzelfragen-in-Bezug-auf-den-Einsatz-der-ePA_20210608.pdf

Diese Klarstellung erscheint uns wichtig, da es bisher zu diesen Themen keine weiterführende Literatur oder gar richterliche Entscheidungen gibt. Trotzdem gehen wir aufgrund der fundierten juristischen Herleitung der Antworten im FAQ-Katalog davon aus, dass dieser eine gute Grundlage für den praktischen Umgang mit der elektronischen Patientenakte bietet.

Kommunikation im Medizinwesen (KIM)

KIM steht für Kommunikation im Medizinwesen und ist der Dienst für die zukünfige sichere, vertrauliche und barrierefreie Kommunikation im Gesundheitswesen. Der Dienst ist Ende-zu-Ende verschlüsselt. KIM wird den heutigen Dienst KV-Connect sukzessive ablösen.

Je nach Anbieter ist KIM seit Juli 2020 verfügbar. Flächendeckend wird KIM voraussichtlich im ersten Quartal 2021 zur Verfügung stehen.

Die erste Anwendung, die über KIM nutzbar sind, ist der eArztbrief und die eNachricht.

Die meisten KV-Connect Anwendungen werden nach und nach in KIM migriert.
Wie lange dieser Prozess dauern wird, ist noch nicht bekannt. Die Migration erfolgt in folgenden Schritten. Als erstes werden die Anwendungen von Arzt zu Arzt umgesetzt, darunter fallen der eArztbrief und die eNachricht, die bereits in KIM verfügbar sind. Im zweiten Schritt folgen die Anwendungen von Arzt zur KV, wie die Online-Abrechnung und eDokumentationen (z.B. eHKS) und im dritten Schritt die Anwendungen von Arzt zu den Datenannahmestellen darunter fallen zum Beispiel die eDokumentationen (DMPs).

Ja. Den Anbieter ihres KIM-Dienstes können Praxen frei wählen. Der Dienst wird mit jedem PVS kompatibel sein, egal, von welchem Provider er kommt. Dies ist eine Vorgabe der gematik, die auch für die Zulassung der KIM-Dienste zuständig ist.

Es empfiehlt sich, wenn möglich, alles aus einer Hand anzuschaffen. Fragen Sie daher bei Ihrem Systemhaus nach, welcher Anbieter hier empfohlen wird.

KIM funktioniert wie ein E-Mail-Programm, nur mit dem entscheidenden Unterschied, dass jede Nachricht, jedes Dokument verschlüsselt und erst beim Empfänger wieder entschlüsselt wird. Der Transport erfolgt über die TI.

Erklärvideos zu KIM finden Sie auf der Homepage der KBV und der gematik unter folgenden Links:
https://www.kbv.de/html/kim.php (KBV)

https://youtu.be/q1zKMu2xCUk (gematik)

https://youtu.be/na0SaYv-bCg (KVNO)

Ja. Die KBV hat im Rahmen eines europaweiten Vergabeverfahrens die technische Umsetzung, den Betrieb und Support eines KIM-Dienstes ausgeschrieben. Die entsprechenden Leistungen wurden an die akquinet health service GmbH vergeben.

Der KBV-KIM-Dienst (KV.dox) ist seit Dezember 2020 verfügbar.

Weitere Informationen zu KV.dox finden Sie hier: https://kbv.de/html/kvdox.php

Bei technischen Fragen wenden Sie sich bitte an:
Support Hotline: 030 4005 1188
Support Postfach: support kv.dox@kbv.de

Da die jetzigen KV-Connect-Anwendungen allmählich nach KIM migriert werden, wird KV-Connect nach der vollständigen Migration überflüssig.

Wie lange die gesamte Migration dauert, ist noch unklar. KV-Connect kann jedoch weiter genutzt werden, solange die einzelnen Anwendungen noch nicht migriert sind.

Über KIM sollen eArztbriefe, eNachrichten, eAUs später die Online-Abrechnung, eDokumentationen sowie Heil- und Kostenpläne übertragen werden. Die Anwendungen von KV-Connect werden sukzessive auf KIM migriert.

Ja. Sobald Sie KIM-Anwender sind, erfolgt eine automatische Eintragung in ein Adressbuch, dem sogenannten Verzeichnisdienst.

Im ersten Schritt wird diese Eintragung durch den Provider durchgeführt, später wird dieser Verzeichnisdienst durch die KVen gepflegt. Der Verzeichnisdienst vereinfacht die Adressierung des Kommunikationspartners.

In Zukunft ist es angedacht, dass die Kommunikation über KIM auch mit dem Patienten möglich sein soll.

Bisher nicht, laut gematik soll es aber zeitnah eine Lösung geben.

Ja. Wie viele Adressen bei Ihrem KIM-Anbieter möglich sind, erfragen Sie bitte direkt bei diesem.

Die Nachrichten werden beim Versand für den Empfänger verschlüsselt und automatisch mit der Praxis- oder Institutionskarte (SMC-B-Karte) signiert. Sensible Daten können so nicht unbemerkt gefälscht, eingesehen oder manipuliert werden. Sie sind ausschließlich für den Adressaten lesbar. Vergleichbar ist die Transportsignatur mit einem Siegel auf einem Briefumschlag, durch das sichergestellt wird, dass der Brief unterwegs nicht geöffnet oder verändert wurde.

Nein. Die Nachrichten sind Ende-zu-Ende verschlüsselt und daher nur für den eigentlichen Empfänger lesbar. Zusätzlich wird die Nachricht beim Versand verschlüsselt, vergleichbar ist diese Verschlüsselung mit dem Siegel auf einem Briefumschlag. Dadurch ist zusätzlich sichergestellt, dass Nachrichten auf dem Weg nicht verändert wurde.

Die Migration der Anwendungen erfolgt in drei Schritten:

  • Arzt zu Arzt Anwendungen (eArztbrief und die eNachricht)
  • Arzt zu KVen (Online-Abrechnung und eDokumentationen)
  • Arzt zu Datenannahmestellen (eDokumentationen)

Neben der eAU können mit KIM auch eNachrichten, eArtbriefe und zukünftig ebenso die Online-Abrechnung versendet werden.

Die Voraussetzungen sind grundsätzlich die gleichen. Der einzige Unterschied ist das anstatt der eHBA der elektronische Psychotherapeutenausweis (ePtA) für die Signatur des eArztbrief verwendet wird.

KIM ist ein Übertragungsweg, welcher innerhalb der TI aufgebaut wurde. Dieser ist ausschließlich für Teilnehmer des Gesundheitswesens zugänglich. KIM bietet im Gegensatz zu Open-Source-Verfahren folgende Vorteile:

  • Vertraulichkeit der Nachrichten
  • fälschungssicher durch Signatur und Verschlüsselung
  • geprüfte Identität des Versenders
  • schnelle Auffindbarkeit der KIM-Nutzer
  • Abrechenbarkeit durch das sichere Übermittlungsverfahren (eArztbrief/eAU) nach § 291b Absatz 1e SGB V

Open-Source-Verfahren nutzen für die Übertragung das Internet, zudem findet die Speicherung der Daten im Empfängerpostfach gegebenenfalls unverschlüsselt beim Provider statt.

Grundsätzlich ja, es muss aber vom PVS-Anbieter angeboten werden.

Viele Punkte wie die Ende zu Ende Verschlüsselung, die Vertraulichkeit der Nachricht sind identisch. Vorteile sind:

Wer KIM Nutzer wird, wird direkt in das KIM-Adressbuch eingetragen, sodass hier das Auffinden des gewünschten Empfänger viel leichter ist als bei KV-Connect. Im Weiteren sind KIM Nachrichten fälschungssicher durch die Transportsignatur. KIM entspricht dem sicheren Übermittlungsverfahren für den eArztbrief und der eAU nach §291b Abs. 1e SGB V. KV-Connect war nur für die Kommunikation zwischen Ärzten, Laboren und Datenannahmestellen gedacht. KIM hingegen kann von allen TI Akteuren wie Apotheken, KVen, Krankenkassen, Krankenhäusern genutzt werden. Der Einzige Nachteil von KIM ist aktuell, dass es noch dauern wird bis alle 17 Anwendungen von KV-Connect in KIM migriert sind und das KIM noch nicht flächendeckend verfügbar ist.

Aktuell ist es bei KV-Connect so, dass der Empfänger nur über die Anwendersuche (Webformular), bei der kv.digital gefunden werden kann. Ein Versand eines Arztbriefes von KV-Connect nach KIM ist nicht möglich, da es sich hier um zwei unterschiedliche Systeme handelt und KIM in der TI ist. Die Unterschiedlichen KIM-Anbieter können aber problemlos miteinander kommunizieren. Zu beachten ist das der Versand von eArztbriefen über KV-Connect in der Übergangsfrist nur noch bis 31. März 2021 abrechenbar ist.

Praxen die den Versand der eAU ab dem Stichtag 01. Oktober 2021 über KIM verpflichtend durchführen müssen, sollten KIM Zeitnah anschaffen um eine fristgerechte Einrichtung zu ermöglichen.

Bitte beachten Sie, das Muster 1 in Papierform und für die Blankoformularbedruckung nicht mehr genutzt werden darf.

Für Hausärzte ist es empfehlenswert später den eArztbrief Empfang über KIM zu nutzen weil:

  • Aufwände für das einscannen entfallen.
  • Papier in der Praxis reduziert wird.
  • die Rechtsicherheit bei der Archivierung von eArztbriefen durch die Fälschungssicherheit von KIM gegeben ist.

Für die Nutzung von KIM muss das Modul KIM in der Praxissoftware freigeschaltet werden und Sie benötigen einen KIM-Anbieter sowie eine KIM-Emailadresse.

Nicht abgerufene KIM-Nachrichten werden nach 90 Tagen automatisch gelöscht.

Mit KIM können Sie gezielt eArztbriefe oder eNachrichten an einen Kollegen versenden. Auf diese eArztbriefe oder eNachrichten hat auch nur der Empfänger der Nachricht Zugriff.

Folgende Schritte sind neben dem Konnektor-Updatet erforderlich:

  • Wählen Sie einen KIM-Anbieter aus
  • Bestellen das KIM-Modul und die gewünschte KIM-Anwendung bei Ihrem Praxisverwaltungssystem-Anbieter
  • Bestellen Sie die Zugangsdaten und E-Mail-Adresse für KIM bei Ihrem KIM-Dienst (Verzeichnisdienstanbieter)
  • Bestellen Sie ggf. den eHBA G2 z.B. für die Signatur bei einer KIM-Anwendung
  • Reichen Sie den Pauschalenantrag ein, um die Förderung für KIM zu erhalten

Wenn der Empfänger KIM noch nicht nutzt ist ein Versand an diesen Empfänger nicht möglich.

Ja. Mit KIM können auch Bilder versendet werden. In der ersten KIM Version 1.0 können Dateianhänge bis zu 25 MB versendet werden und in der folge Version KIM 1.5, können Dateianhänge bis zu 500 MB versendet werden.

Ja.

Wenn Ihr PVS-Anbieter den KIM-Dienst bereits anbietet, können Sie über diesen die KIM-Adresse bestellen und das Modul KIM freischalten lassen.

Ja, über KIM können zukünftig auch diese Daten übermittelt werden.

Zwei KIM Anbieter sind derzeit auf dem Markt die KIM für Mac und/oder Linux anbieten.

  • KV.dox kann sowohl für Windows, Appel und Linux genutzt werden.
  • Tomedo (Arvarto) befindet sich derzeit im Zertifizierungsverfahren als KIM-Anbieter für seine MAC Kunden.
  • Die KIM-Adresse kann für die Praxis erstellt werden, diese wird dann bei der Einrichtung der SMC-B Karte zugeodnet. Bitte beachten Sie, wenn Sie eine neue SMC-B Karte erhalten muss die vorhande KIM-Adresse de- und neuregistriert werden!
  • Für einzelnen Ärzte kann eine persönliche KIM-Adresse erstellt werden, diese wird bei der Einrichtung dem eHBA/ ePtA zugeordnet. Bitte beachten Sie, um den Zugriff auf die KIM-Nachrichten zu erhalten muss der eHBA/ ePtA gesteckt sein.

In der Regel werden KIM-Adressen für die Praxis beantragt, da so sichergestellt ist, dass auch die MFA´s Zugriff auf die KIM-Nachrichten haben.

Derzeit können sich Krankenhäuser, Apotheken, Ärzte/ Zahnärzte, Psychotherapeuten, Körperschaften (KVen, KBV, KZVen, KZBV, Kassen, GKV-SV, ABDA und DKG) an die TI anbinden.

Zukünftig sollen noch Physiotherapeuten, Hebammen und Pflegedienste hinzukommen.

Der weitere Ausbau der TI sorgt dafür, dass noch weitere Gruppen (Logopäden, Ergotherapeuten, etc.) in die TI aufgenommen werden können. Ein Zeitplan der gematik liegt aktuell noch nicht vor.

Nein. Wenn Sie auf Wunsch des Patienten einen eArztbrief an den Hausarzt oder z.B. an ein Krankenhaus versenden, verbleibt die Einwilligungserklärung in Ihrer Praxis. Erfolgt die Übermittlung eines eArztbriefes auf Grundlage einer Überweisung, dann ist keine Einwilligung für den Versand des eArztbriefes erforderlich.

Wenn die KIM-Adresse für die Praxis über die SMC-B Karte bestellt wurde (d.h. die KIM-E-Mail-Adresse bezieht sich auf die Praxis), ist das möglich. Handelt es sich jedoch um eine persönliche KIM-Email-Adresse des Arztes, ist für Einsicht/Versand einer KIM-Nachricht der eHBA erforderlich.

Der Versand der PTV-Formulare und Konsiliarberichte ist erst über KIM möglich, sobald diese im Bundesmantelvertrag bzw. in der Vordruckvereinbarung definiert und in den Praxisverwaltungssystemen umgesetzt sind. Dies wird voraussichtlich in zwei bis drei Jahren der Fall sein.

Die Anbindung der Krankenhäuser an die TI ist seit letztem Jahr verpflichtend, daher ist eine Kommunikation über KIM möglich, wenn eine KIM-Adresse vorliegt.

KIM ist ein Kommunikationssystem, mit dem Daten an KIM-Empfänger übermittelt werden können. KIM ist kein System zum Speichern von Daten für die eigene Behandlungsdokumentation.

KIM-Nachrichten an die KIM-E-Mail-Adresse Ihrer Praxis können alle lesen, denen Sie Zugriff auf die Praxispost gewähren. Das sind i.d.R. alle Mitarbeiter.

KIM-Nachrichten, die nur Sie (als einzige Person) lesen können, müssen zwingend über eine separate personenbezogene KIM-E-Mail-Adresse organisiert sein, die über den eHBA eingerichtet wird.

Nein, der Mailverkehr ist nur zwischen zwei Kommunikationsteilnehmern sichtbar.

KIM nutzt das Standartprotokoll S/MIME.

Es war der Wunsch der Ärzteschaft, ein eigenes KIM anbieten zu dürfen, um mehr Unabhängigkeit gegenüber der Industrie zu erlangen. Durch eine gesetzliche Vorgabe wurde dies möglich.

Ja, es gibt den Verzeichnisdienst (VZD), in dem die KIM-Adressen aller KIM-Nutzer angezeigt und eingesehen werden können. Die Einsicht in den VZD ist für Sie, über Ihr PVS, möglich – sobald Sie an KIM angebunden sind.

Sie können mit dem eToken weiterhin Ihre Abrechnung über unser Portal übermitteln. Die Einführung von KIM beendet nicht dieses Übermittlungsverfahren.

Über KV-Connect wird der Versand der Online-Abrechnung solange möglich sein, bis die 1-Click Abrechnung mit KIM bei uns realisiert ist. Auch dann wird es voraussichtlich eine Übergangsphase geben, bei der beide Verfahren eine Zeit parallel laufen.

An Verbessrungen der Suche im VZD wird gearbeitet.
Es gibt mehrere Möglichkeiten in diesem zu suchen:

  • Suchname
  • Arzt/ Praxisname
  • Adresse
  • Fachgebiet
  • E-Mail-Adresse
  • BSNR

Ja, dies ist – je nach PVS – mit wenigen Klicks möglich.

Zuerst wird der eArztbrief im PVS erstellt und signiert. Danach können Sie im KIM-Adressbuch den Empfänger auswählen. Beim Versand der eAU ist keine manuelle Auswahl erforderlich – die Krankenkasse wird automatisch eingetragen.

Die DMP-Dokumentationen können über mehrere Wege an die Datenannahmestelle versendet werden: per CD, per E-Mail, jetzt noch über KV-Connect und später(!) über KIM. Sie haben also die Wahl. KV-Connect wird nach Einführung von KIM zur Übermittlung der DMP-Dokumentation noch eine Zeitlang als Übergangsphase parallel weiterlaufen.

Ja, KH mussten sich ebenfalls bis Ende letzten Jahres an die TI anbinden. Sobald diese eine KIM Adresse haben, können sie auch (Entlass-)eArztbriefe versenden/empfangen. Eine Verpflichtung hierzu besteht aktuell nicht.

Notfalldatenmanagement (NFDM) und elektronischer Medikationsplan (eMP)

Je nach Praxisverwaltungssystem-Anbieter können die neuen Anwendungen ab Q3/2020 bzw. Q4/2020 genutzt werden.

Das Notfalldatenmanagement (NFDM) besteht aus dem Notfalldatensatz (NFD) und dem Datensatz persönliche Erklärung (DPE).

Der Notfalldatensatz beinhaltet insbesondere Allergien/Unverträglichkeiten, Medikationen, Diagnosen, Kontaktdaten von behandelnden Ärzten, Benachrichtigungskontakte im Notfall und zusätzliche medizinische Informationen auf Wunsch des Patienten sowie den DPE. Dieser enthält Hinweise auf den Aufbewahrungsort folgender Dokumente: Organspendeausweis, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht.

https://youtu.be/SzHk3FFDdWw (KVNO)

https://youtu.be/4wpiATvjwe0 (KVNO)

https://youtu.be/aNDXhB4gDSY (KVNO)

https://youtu.be/62i03Z2eVYE (KVNO)

Ein Notfalldatensatz (NFD) ist insbesondere dann sinnvoll, wenn Erkrankungen,
Allergien oder Unverträglichkeiten vorliegen, deren Kenntnis in Notfallsituationen
eine wesentliche Information für Ärzte, Zahnärzte, Mitarbeiter medizinischer Institutionen
und Rettungsdienste darstellt. Primäre Zielgruppe für die Anlage eines NFD sind damit:

  • Patienten mit komplexer Krankengeschichte (zum Beispiel langjährig bestehende chronische Erkrankung) mit einer Vielzahl von Diagnosen, Medikamenten und weiteren medizinischen Informationen oder Besonderheiten
  • Patienten mit wenigen/einzelnen Erkrankungen, die jedoch aufgrund krankheitsspezifischer Merkmale eine hohe Notfallrelevanz haben (zum Beispiel bekannte schwere anaphylaktische Reaktion)
  • Patienten mit seltenen Erkrankungen
  • Schwangere

Zusätzlich kann ein NFD auch bei Patienten sinnvoll sein, die für den Notfall
wichtige Hinweise und Kontaktdaten zur Benachrichtigung von Angehörigen
und behandelnden Ärzten/Zahnärzten bei sich haben möchten.

Der eMP enthält Angaben zu medikationsrelevanten Daten sowie Hinweise und Informationen zum interprofessionellen Informationsaustausch.

Gesetzlich Versicherte haben gegenüber Ärzten Anspruch auf den
bundeseinheitlichen Medikationsplan (BMP) bzw. den eMP, wenn sie mindestens drei zulasten der gesetzlichen Krankenkasse verordnete, systemisch wirkende Medikamente gleichzeitig einnehmen bzw. anwenden.

Die Anwendung muss dauerhaft vorgesehen sein, das heißt über einen Zeitraum von mindestens 28 Tagen. Gegenüber Zahnärzten besteht dieser Anspruch nicht. Darüber hinaus kann die Nutzung des eMP bei folgenden Versicherten sinnvoll sein :

  • Schwangere
  • Patienten mit seltenen Erkrankungen
  • Patienten, bei denen eine fachübergreifende bzw. intersektorale Zusammenarbeit (Arzt-Facharzt-Apotheke-Krankenhaus-Zahnarzt-Psychotherapeut) angezeigt ist.

Die Finanzierungsvereinbarung zwischen GKV-SV und KBV sieht folgende Pauschalen bei Einführung des eMP/NFDM in der Praxis vor:

  • Update des Konnektors: einmalig 530 Euro
  • jedes weitere Kartenterminal: einmalig 595 Euro (Anspruch: je angefangenen 625 Betriebsstättenfälle [0-625] – ein Kartenterminal)
  • Erhöhung der Betriebskosten: 4,50 Euro je Quartal

Die Daten werden auf der eGK des Patienten hinterlegt.
Für die Speicherung werden die PIN des Patienten und ein eHBA G2 benötigt.

Der NFD wird mithilfe des PVS angelegt/aktualisiert und muss vom Arzt mit dessen
eHBA G2 signiert, das heißt rechtsgültig elektronisch unterschrieben werden. Der NFD wird auf der eGK gespeichert.

Es wird auch eine Kopie des NFD in der elektronischen Dokumentation des Arztes im PVS gespeichert.

Nein. Im Gegensatz zum NFD signiert der Arzt den DPE nicht.

Beim eMP ist die PIN standardmäßig aktiviert, kann aber vom Patienten deaktiviert werden. Ist die PIN aktiviert, muss sie eingegeben werden. Beim NFDM ist die PIN standardmäßig deaktiviert, kann aber vom Patienten aktiviert werden.

Sie können die PIN-Abfrage auf Wunsch des Versicherten deaktivieren.

Für die Nutzung von NFD und DPE (Lesen, Schreiben) ist im Normalfall keine PIN-Eingabe
erforderlich. Ein Patient kann sich allerdings entscheiden, den jeweiligen Datensatz
zusätzlich durch die mindestens sechsstellige Karten-PIN der eGK zu schützen.

Ausnahmen gibt es bei den Psychotherapeuten: Diese dürfen immer nur mit der PIN-Eingabe des Versicherten die Notfalldaten auslesen.

Die PIN erhalten die Patienten von ihrer Krankenkasse zusammen mit Erläuterungen zum Umgang. In bestimmten Situationen ist dann die Eingabe dieser PIN durch den Patienten erforderlich.

Im Notfall ist auch bei aktivierter PIN ein Auslesen ohne PIN-Eingabe immer möglich.

Für die Einwilligungserklärung bestehen keine Formvorgaben, sie kann sowohl mündlich als auch schriftlich erfolgen und sollte dokumentiert werden.

Darüber hinaus muss vor jedem erneuten Zugriff die Zustimmung des Patienten eingeholt werden. Dieser kann seine Einwilligung jederzeit gegenüber einem Arzt oder Apotheker widerrufen.

Der komplette Datensatz des eMP/NFD ist dann von der Gesundheitskarte zu löschen.

Nein. Es wird geklärt, ob die KV Nordrhein ein Muster für die Einwilligung zur Verfügung stellen kann.

Ja. Der DPE wird getrennt vom NFD angelegt und die Anlage ist für den Patienten freiwillig – wie beim NFD.

Ein DPE kann auch dann angelegt werden, wenn kein NFD existiert. Patienten können den DPE mittels technischer Lösungen ihrer Krankenkasse auch selbst anlegen und ändern.

Wenn die Anlage oder Aktualisierung eines DPE als Serviceleistung durch Ärzte oder
deren Mitarbeiter vorgenommen werden soll, ist zu beachten, dass die erstmalige Anlage nur mit ausdrücklicher Einwilligung des Patienten erfolgen darf.

Ja. Der Patient hat einen Anspruch auf den eMP und den NFD, muss diese aber nicht verpflichtend nutzen.

Im Moment noch nicht, das soll aber künftig möglich sein.

Ja. Der Zugriff auf die Daten wird dokumentiert und mit der SMC-B-Karte geloggt.

Für die Berechnung der zusätzlichen Lesegeräte werden Q3/2016 und Q4/2016 sowie Q1/2017 und Q2/2017 herangezogen.

Wenn eine Praxis nach dem 31. Mai 2015 zugelassen wurde, bekommt diese mindestens den Fachgruppendurchschnitt.

Bei Praxen, die sich neu niederlassen, wird ebenfalls der Fachgruppendurchschnitt herangezogen.

In der Finanzierungsvereinbarung wurden alle zu berücksichtigenden Gebührenordnungspunkte, welche für die Berechnung der weiteren stationären Kartenterminals herangezogen werden dürfen, einzeln aufgeführt (§ 6 Absatz 1a). An dieser Stelle werden keine HZV-Ziffern genannt, eine Berücksichtigung dieser Fälle ist daher nicht möglich.

Ja. Der eHBA G2 kann in ein beliebiges Kartenterminal im eigenen Praxisnetz gesteckt werden, um die Signatur beim NFD auszuführen.

Ja. Um den eMP in den geschützten Bereich der eGK zu schreiben muss der eHBA G2 im Kartenterminal gesteckt sein.

Ja. Für das Auslesen des NFD ist der eHBA G2/ePtA erforderlich.

Ja. Um den eMP oder den NFD lesen zu können, muss der eHBA G2 immer gesteckt sein.

Ja. Seit Inkrafttreten des PDSG am 19. Oktober 2020 sind Vertragsarztpraxen dazu verpflichtet, die technischen Voraussetzungen für die Nutzung des NFDM in ihren Praxen zu schaffen, denn Versicherte haben mit dem PDSG Anspruch auf die Erstellung, Speicherung und Aktualisierung eines Notfalldatensatzes durch den Vertragsarzt.

Im Notfall gilt: Es besteht eine – unter angemessener Berücksichtigung der Dynamik einer Notfallsituation – ärztliche Befunderhebungspflicht. Es besteht aber keine kategorische Auslesepflicht für den NFD.

Bei dem eMP handelt es sich um eine TI-Anwendung, die für Versicherte freiwillig ist. Als
Vertragsarzt müssen Sie nach aktueller Gesetzeslage den eMP (§ 31a Abs. 3 S. 1 SGB V i.V.m.
§ 29a BMV-Ä) in Ihrer Praxis anbieten, denn Haus- und Fachärzte müssen für
anspruchsberechtigte Versicherte den eMP erstellen und aktualisieren, wenn diese dies
wünschen.

Neu ist somit, dass mit dem eMP auch jeder weiterbehandelnde Arzt verpflichtet ist, den
Medikationsplan zu aktualisieren und mittels der eGK zu speichern, sobald die Medikation
durch den jeweiligen Arzt geändert wird oder er ausreichend Kenntnis über eine Änderung
hat und der Versicherte eine Aktualisierung wünscht.

Psychotherapeuten können auf Wunsch und mit Einwilligung/Autorisierung des jeweiligen
Patienten lesend auf den eMP zugreifen. Sie müssen dies jedoch aktuell nicht anbieten.

Nein. Die Anwendung NFDM und eMP können Sie nicht automatisch nutzen.
Sie benötigen den E-Health-Konnektor (PTV 3) mit der Funktionalität NFDM/eMP, sowie ein Update Ihres PVS mit dem NFDM-und eMP-Modul oder PVS unabhängiger Module, z.B. integriert in Ihren Konnektor.

Um den eMP auszulesen und den NFD qualifiziert elektronisch zu signieren, wird der eHBA G2 benötigt, den Sie bei Ihrer Kammer bestellen können.

Nein. Eine Vergütung der Anlage und Aktualisierung des DPE ist nicht vorgesehen.

Aktuell noch nicht möglich.

Das Vorhandensein eines Kartenterminals in jedem Behandlungszimmer ist nicht zwingend, aber zu empfehlen.

Bislang wurde bei der Verwaltungs­anwendung „VSDM“ ein Kartenterminal lediglich beim Empfang benötigt. Bei den medizinischen Anwendungen (NFDM, eMP) tritt der Arzt in den Dialog mit dem Patienten in seinen Behandlungsräumen, wo er NFD, eMP auf der eGK anlegt, aktualisiert oder liest. Je angefangene 625 Betriebsstättenfälle besteht ein Anspruch auf eine Pauschale in Höhe von 595 Euro für ein Kartenterminal.

Ja. Sobald der NFD ausgelesen wird muss einer der folgenden Auslesegründe angegeben werden:

  • Notfall
  • Daten aktualisieren
  • Abruf ohne Notfallhintergrund

Psychotherapeuten müssen auf den NFDM zugreifen können, einen Anspruch auf Anlage haben die Patienten jedoch nur gegenüber den Ärzten.(§ 358 Absatz 3).

Nach § 359 erhalten Psychotherapeuten auch Zugriff auf den eMP und NFD.

Psychotherapeuten, die in die Behandlung der Versicherten eingebunden sind, mit einem Zugriff, der die Verarbeitung von Daten nach § 334 Absatz 1 Satz 2 Nummer 5 (NFDM) sowie das Auslesen, die Speicherung und die Verwendung von Daten nach § 334 Absatz 1 Satz 2 Nummer 4 (eMP) ermöglicht, soweit dies für die Versorgung der Versicherten erforderlich ist.

Nein. Für die Anlage und Änderung des NFD/DPE ist der eHBA und die SMC-B erforderlich.

Nur der Arzt.

Das können Sie nicht erkennen.

Nein. Eine Kopie wird immer in Ihrem Praxisverwaltungssystem hinterlegt. Später wird es auch möglich sein die Daten zusätzlich in der ePA abzulegen.

Die MFA kann auch den Patienten aufklären.

Der NFD und der eMP können zur Zeit nicht mit den aktuellen mobilen Kartenterminals ausgelesen werden.

Die Anlage erfolgt im Behandlungskontext zusammen mit dem Patienten. Der Zeitaufwand hängt insbesondere von den entwickelten Prozessen des jeweiligen Praxisverwaltungssystems ab.

Nein. Wenn Sie als Arzt die fehlende Information aus medizinischer Sicht nicht verantworten können, können Sie die Anlage eines eMP/NFDM-Datensatzes auf der elektronischen Gesundheitskarte verweigern. Sie müssen den Patienten dann auf diesen Sachverhalt aufmerksam machen.

Ja, die GOPen 01640 und 01641 werden aktuell als Einzelleistungen und daher extrabudgetär vergütet.

Alle Details zur Abrechnung von eMP und NFDM finden Sie auf der Homepage der KBV: KBV – Anwendungen.

Die Daten werden automatisch durch das Praxissystem das korrekte Format (XML) überführt/hinterlegt.

Ja, Änderungen sind möglich und werden dokumentiert.

Doppelte Verschreibung von Medikamenten kann aktuell nur passieren, wenn der Patient dem Zugriff auf den elektronischen Medikationsplan nicht zustimmt. Wenn der Zugriff erteilt wird, können alle aktuellen Medikamente eingesehen werden.

Ja. die Daten aus dem BMP können in den eMP übernommen werden.

Der NFDM und eMP können unabhängig voneinander angelegt werden. Die Vergütung läuft ebenfalls über unterschiedliche GOP.

  • Hinweis: Mit Inkrafttreten des Patientendaten-Schutzgesetzes wird die Vergütung für das Angelegen des Notfalldatensatzes verdoppelt, dies gilt für den Zeitraum vom 20.10.2020-20.10.2021. Die GOP 01640 wurde von 80 Punkten (8,79 Euro) auf 160 Punkte (17,58 Euro) erhöht.

Nein. Die Einwilligungserklärung des Patienten ist solange gültig bis diese vom Patienten widerrufen wird.

General-Einwilligungen können aus rechtlicher Sicht problematisch sein, da ein Patient wissen muss, worin er genau einwilligt. Im Zweifel müssten die Einwilligungserklärungen von einem Juristen geprüft werden.

Der Patient erhält einen initialen PIN von seiner Krankenkasse.

Nein. Eine SMC-B Karte ist ausreichend, da die Kartenlesegeräte per Netzwerk verbunden sind.

Aktuell ist dies über die jetzigen mobilen Kartenterminals nicht möglich.

Eine formale Zuständigkeit ist gesetzlich nicht verankert.

Bei einem Notfall ist der Zugriff auch ohne die Freigabe des Patienten möglich.

Nein, die Daten werden einheitlich und interoperabel auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert und können vom Praxisverwaltungssystem ausgelesen werden.

Der eMP und NFDM sind nur lokal auf der eGK gespeichert. Eine Kopie dieser Daten wird in Ihrem Praxisverwaltungssystem hinterlegt. Gemäß späterer gesetzlicher Planungen ist die Integration dieser Daten in die elektronische Patientenakte vorgesehen.

Sie müssen dem Patienten Sinn und Zweck von eMP und NFDM erläutern sowie ihn über seine Rechte diesbezüglich aufklären (Anspruch, Löschung von Daten).

Konkrete Anleitungen zum Anlegen des eMP erhalten Sie vom Anbieter Ihres Praxisverwaltungssystems. Viele haben Erklärvideos auf ihrer Homepage hinterlegt.

Das ist derzeit noch nicht redlich zu beziffern. Vieles hängt auch ab von der Benutzerführung des Praxisverwaltungssystems.

Der Gesetzgeber definiert in §358 Absatz 3 den Anspruch des Versicherten auf Erstellung und Aktualisierung von elektronischen Notfalldatensätzen und Medikationsplänen. Nur sofern ausgeschlossen werden kann, dass jemals ein Patientenkontakt in der Betriebsstätte (dem Labor) stattfindet, greift der Anspruch nicht. Dann besteht keine Möglichkeit zum NFDM oder eMP (aufgrund der fehlenden eGK) und entsprechend müssen die Module nicht vorgehalten werden.

Nein. Sie können Ihr jetziges TI Kartenterminal weiternutzen. Es wird jedoch wegen der besseren Prozessgestaltung empfohlen, ein zusätzliches Kartenterminal je Arbeitsplatz einzurichten.

Weitere Terminals werden im Rahmen der TI-Finanzierungsvereinbarung finanziert.
https://www.kbv.de/html/30719.php

Um Zugriff auf NFDM und eMP zu erhalten, muss der eHBA im Praxisnetzwerk verfügbar sein. Das bedeutet, der Ausweis muss in einem beliebigen eHealth-Kartenterminal gesteckt sein. So kann der eHBA von allen Kartenlesegeräten aus genutzt werden.

Ja, so ist die aktuelle Regelung. Sie müssen auch trotz PIN-Eingabe eine Einwilligung des Patienten einholen. Diese kann mündlich oder schriftlich erfolgen.

Das Konnektor-Update muss in jedem Fall eingespielt werden, da dies sicherheitsrelevant und für den funktionalen Betrieb der TI erforderlich. Auch für das Lesen des eMP und NFDM ist die Anschaffung der Module nötig.

Der eMP oder NFDM könnten dem Radiologen in der Anamnese einen Hinweis geben z.B. auf Interaktion von iodhaltigen Röntgenkontrastmittel bei Patienten mit Schilddrüsenproblemen. Insofern sollten auch Radiologen die Funktionalität NFDM/eMP vorhalten können.

Sobald Ihr Systemhaus Ihnen das Konnektor-Update (eHealth-Konnektor) zur Verfügung gestellt und die Module für die neuen TI-Anwendungen verfügbar sind, können Sie ab Betriebsbereitschaft der neuen TI-Anwendungen, den Antrag zur Erstattung der Pauschalen bei der KV Nordrhein stellen.

Den Pauschalenantrag für das Konnektor-Update (NFDM/eMP und KIM), können Sie über Ihren KVNO-Portal Zugang einreichen. Hierzu melden Sie sich mit Ihren Zugangsdaten im KVNO-Portal unter www.kvnoportal.de an und gehen unter den Punkt „Service“ -> „Förderantrag Telematik“.

Ja. Voraussetzung für die Erstattung der zusätzlichen Pauschalen für die Fachanwendungen ist die Betriebsbereitschaft. Betriebsbereit bedeutet,dass der Konnektor über das Upgrade sowie die Praxissoftware über die Anwendung(en)/Modul(e) NFDM und/oder eMP verfügen.

Die Finanzierungsvereinbarung regelt, dass ein Anspruch auf ein zusätzliches stationäres Kartenterminal je 625 Betriebsstättenfällemit persönlichem Arzt-Patientenkontakt besteht. Zur Berechnung muss der Durchschnitt dieser Fälle aus den Quartalen 3/2016-2/2017 ermittelt werden, für Betriebsstätten die es in diesen Quartalen noch nicht gab, wird der Fachgruppendurchschnitt angewandt. Nach Ihrem Antrag führen wir die Berechnung durch, wie viele Pauschalen Sie erhalten ist im Bescheid ersichtlich.

Eine Übersicht der Vergütung des NFDM finden Sie auf der Seite der KBV:
https://www.kbv.de/html/nfdm.php

Praxisausweis (SMC-B)

Damit sichergestellt ist, dass nur berechtigte Nutzer Zugang zur TI erhalten, benötigen alle Praxen und sonstigen medizinischen Einrichtungen einen elektronischen Praxis- beziehungsweise Institutionsausweis, in der IT-Sprache auch „Security Module Card Typ B“ (SMC-B-Karte) genannt.

Mittels dieser SMC-B-Karte registrieren sich die Praxen als Institution im Gesundheitswesen an der TI. Neben dem Konnektor und dem stationären Kartenlesegerät ist die SMC-B-Karte somit eine zwingend erforderliche Komponente für den TI-Zugang.

Nach dem Patientendaten-Schutz-Gesetzes (PDSG) dürfen Ärzte und Psychotherapeuten die SMC-B-Karten künftig nur noch bestellen, wenn sie einen eHBA besitzen.

Die KBV konnte eine übergangslösung durchsetzen so das Praxen den Praxisausweis auch ohne eHBA erhalten. Für die Bestellung reicht der Nachweis darüber aus, dass ein eHBA beantragt wurde. Die Regelung gilt bis zum Ende des ersten Quartals 2021. Die SMC-B-Karte wird für den Anschluss der Praxen an die Telematikinfrastruktur benötigt.

Die SMC-B-Karte können Sie nur über die Online-Portale zugelassener Kartenhersteller beantragen. Eine Bestellung direkt bei der KV Nordrhein ist nicht möglich. Zugelassene Kartenhersteller sind die Bundesdruckerei und die Firmen medisign und T-Systems. Sie bieten die Bestellung online an:

Nachdem der Antrag von Ihnen online ausgefüllt und eingereicht wurde, holt der Kartenhersteller bei der zuständigen KV die Bestätigung darüber ein, dass der Antragsteller tatsächlich Vertragsarzt bzw. -psychotherapeut oder ärztlicher Leiter eines MVZ ist und damit Anspruch auf eine SMC-B-Karte hat. So soll sichergestellt werden, dass nur berechtigte Nutzer Zugang zur TI erhalten.

Vor Freigabe der Bestellung muss die KV Nordrhein die Praxen anrufen und sich vom Praxisinhaber oder Praxispersonal die Bestellung bestätigen lassen. Dazu fragen die anrufenden KV-Mitarbeiter die Antragsnummer der Bestellung ab. Erst dann wird die Bestellung freigegeben. Darüber hinaus dürfen SMC-B Karten-nur noch an eine Adresse geliefert werden, die bei der KV hinterlegt ist. Das ist in der Regel die Praxisadresse.

Anschließend erfolgen durch den Kartenhersteller Produktion und Versand. In der Regel wird Ihnen die SMC-B-Karte innerhalb von vier Wochen vom Kartenanbieter mit der Post per Einschreiben zugestellt. Die dazugehörige/n PIN/s erhalten Sie zeitlich versetzt in einem separaten Umschlag mit normaler Briefpost.

Wichtig: Sobald Sie Ihren Praxisausweis und den PIN-Brief erhalten haben, müssen Sie die Karte innerhalb von vier Wochen über einen Link im Online-Portal des Kartenherstellers freischalten.

Es ist nur eine SMC-B-Karte für ein stationäres Kartenlesegerät erforderlich. Gibt es mehrere stationäre Kartenlesegeräte in einer Praxis, ist trotzdem nur eine SMC-B-Karte notwendig. Bitte beachten Sie, dass unabhängig von der Anzahl der stationären Kartenlesegeräte pro Betriebsstätte die Pauschale nur für eine SMC-B-Karte ausgezahlt wird.

Pro Betriebsstättennummer muss ein Antrag gestellt werden.

Es ist leider nicht möglich, mehrere Betriebsstättennummern in einem Kartenantrag anzugeben. Nutzen Sie ein neues mobiles Kartenterminal, wird für dies ebenfalls eine
SMC-B-Karte oder ein eHBA ab der Version G2 benötigt.

Bei Fragen zu SMC-B-Karte oder PIN-Brief wenden Sie sich bitte an den Kartenhersteller, bei dem Sie die SMC-B-Karte bestellt haben.

Informieren Sie unverzüglich die KV Nordrhein. In diesem Fall werden wir Ihren Antrag ablehnen. Eine Änderung unsererseits ist leider nicht möglich. Sie müssen den Antrag dann erneut stellen. Sollte der Antrag bereits von der KV Nordrhein freigegeben worden sein, ist eine Stornierung leider nicht mehr möglich.

Der Status der Bestellung kann im Antragsportal des Kartenherstellers eingesehen werden. Hierfür müssen Sie sich mit Vorgangsnummer und Passwort im Antragsportal einloggen.

Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an den Kartenhersteller, bei dem Sie bestellt haben.

Sollte die Zustellung zum Beispiel aufgrund des Praxisurlaubes oder Abwesenheit nicht angenommen werden können, geht der Brief an die zuständige Postfiliale. Eine Nachricht über die Nichtzustellung sollte vom Briefträger hinterlassen werden.

Innerhalb einer Woche kann das Einschreiben in der Postfiliale abgeholt werden. Wird der Brief nicht innerhalb dieser Frist abgeholt, geht er zurück an den Kartenhersteller. Dieser versendet das Einschreiben umgehend erneut.

Ein bereits von der KV freigegebener Antrag ist nicht mehr änderbar! Der Kartenhersteller beginnt nach der Freigabe durch die KV unmittelbar mit der Produktion der beantragten SMC-B-Karten.

Da die SMC-B-Karte einer Betriebsstättennummer zugeordnet ist, verbleibt sie in der Praxis.

Eine Sperrung der SMC-B-Karte kann aus folgenden Gründen notwendig werden:

  • Der Praxisinhaber stellt seine Tätigkeit ein (BSNR wird beendet).
  • Die SMC-B Karte wurde verloren oder gestohlen.
  • Die BSNR ändert sich.

Die Praxis ist für die Sperrung der SMC-B Karte-verantwortlich. Diese kann durch die oben genannten Gründe notwendig werden. Jedoch sind auch der Kartenhersteller und die KV berechtigt, SMC-B-Karten zu sperren.

Die Kartenherausgeber gehen mit dem Thema Kulanz unterschiedlich um. Bitte wenden Sie sich zur weiteren Abklärung direkt an den Hersteller, bei dem Sie die SMC-B-Karte bestellt haben.

Als Arzt, da sie dann mehr Möglichkeiten bei der Einsicht der abgelegten Daten haben.

Bitte wenden Sie sich zur weiteren Abklärung direkt an den Hersteller, bei dem Sie die Karte bestellt haben.

Bitte wenden Sie sich zur weiteren Abklärung direkt an den Hersteller, bei dem Sie die Karte bestellt haben.

Für ermächtigte Einrichtungen, die nicht an ein Krankenhaus angebunden sind und mit den Krankenkassen direkt abrechnen, wurden Regelungen zur Erstattung der Kosten zum Anschluss an die TI in die Deutsche Krankehaus Gesellschaft (DKG)-TI-Vereinbarung aufgenommen. Demnach treffen die Vertragsparteien auf Landesebene dafür eine entsprechende Vereinbarung (vgl. § 3a Absatz 3).

Für den Anschluss an die TI benötigen diese Einrichtungen eine SMC-B. Hierfür ist eine Beantragung bei einem Anbieter für SMC-B-Karten sowie eine Freigabe des Antrages durch die KV auf dem üblichen Weg notwendig (vgl. § 3a Absatz 2).

Die Finanzierung der SMC-B-Karte läuft über die DKG.

Für Fragen zur TI-Finanzierungsvereinbarung steht Ihnen Gesine Schierenberg
(Tel.: 030 4005 1348, E-Mail: GSchierenberg@kbv.de) gern zur Verfügung.

Die Bestellung von SMC-B-Karten erfolgt über die KV.

Der eHBA ersetzt nicht die SMC-B. SMC-B ist ein einrichtungsbezogener Ausweis und dient zur Identifikation bei der Anbindung Ihrer Praxis an die TI. Der eHBA ist eine personenbezogene Identifikations- und Signaturkarte des Arztes.

(Nur für die Nutzung eines mobilen eHealth-Kartenterminals können entweder die SMC-B Karte oder der eHBA verwendet werden.)

Bitte wenden Sie sich hier an die bestätigende Stelle Deutsche Krankenhaus TrustCenter und Informationsverarbeitung GmbH (DKTIG).

Ein Krankenhaus kann bis zu 20 SMC-B-Karten mit einem Antrag bestellen, mindestens zwei SMC-B-Karten müssen bestellt werden, eine SMC-B-Karte dient hier als Ersatz.

Ja. Auch wenn ermächtigte Ärzte bereits eine SMC-B-Karte besitzen, benötigt das Krankenhaus trotzdem eine eigene SMC-B-Karte plus eine Ersatz-SMC-B-Karte.

Technische Ausstattung (Konnektor, Kartenterminals, Internetanschluss)

Neben einem regulären Internetanschluss (einfacher DSL-Anschluss ist ausreichend) benötigen Sie einen für die TI zugelassenen sogenannten Konnektor, ein für die TI zugelassenes stationäres Kartenlesegerät (sogenannter E-Health-Kartenterminal), eine SMC-B-Karte und einen eHBA G2 / ePTA.

Sofern Sie ein mobiles Kartenlesegerät im Einsatz haben, ist auch dieses durch ein für die TI zugelassenes mobiles Kartenlesegerät auszutauschen. Zudem benötigen Sie für das neue mobile Kartenlesegerät eine weitere SMC-B-Karte oder einen eHBA G2.

Zudem gibt es weitere technische Komponenten, die von Ihrem Techniker bzw. Ihrem PVS-Anbieter zur Verfügung gestellt werden. Hierzu zählen beispielsweise Gerätekarten, welche mit dem Konnektor und den E-Health-Kartenterminals ausgeliefert werden, sowie der VPN-Zugangsdienst. Auch das PVS muss durch Ihren Anbieter angepasst werden, damit das Auslesen und gegebenenfalls Aktualisieren der Versichertenstammdaten möglich sind.

Nein. Weder der Konnektor noch der VPN-Zugangsdienst benötigen ein definiertes Betriebssystem in der Praxis. Sofern das PVS (auch heute schon) ein bestimmtes Betriebssystem voraussetzt, kann dieses weiterverwendet werden.

Die Komponenten müssen den Spezifikationen der gematik sowie den Sicherheitsvorgaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) entsprechen.  

Ihr Softwarehaus ist Ihr erster Ansprechpartner für die Bestellung aller Komponenten bis auf die SMC-B-Karte und den eHBA G2.

Die Bestellung des eHBA G2 erfolgt über das Webportal der jeweiligen Kammer. Die Bestellung der SMC-B erfolgt über das Webportal des jeweiligen Kartenherstellers. Danach gibt die zuständige KV (als bestätigende Stelle) die vom Arzt gemachten Angaben bezüglich seiner Zulassung für die Bestellung der SMC-B frei. Bisher zugelassene Kartenhersteller sind die Bundesdruckerei, T-Systems, medisign und SHC Stolle und Heinz. Das Prozedere der Bestellung und der Versendung sowie die Preisgestaltung der Karte obliegen dem jeweiligen Kartenhersteller.

a) Wenden Sie sich für die Bestellung aller Komponenten (Ausnahme SMC-B-Karte und eHBA G2) an Ihr Softwarehaus und kaufen Sie bei diesem das Gesamtpaket (TI-Bundel).

Darüber hinaus kann der Konnektor nur mit einem PVS „zusammenarbeiten“, das bereits die notwendigen Anpassungen an die TI erhalten hat. Ob dieses auf das in der Praxis verwendete PVS zutrifft, sollten Sie vor dem Kauf sicherstellen. Ärzte und Psychotherapeuten sollten sich dazu an ihr Softwarehaus wenden.

b) Bestellen Sie alle Komponenten in zeitlichem Zusammenhang.

Die Höhe der Finanzierungspauschale richtet sich nicht nach dem Zeitpunkt der Bestellung, sondern nach der Inbetriebnahme. Sämtliche Pauschalen und Zuschläge, welche die Krankenkassen Ihnen für den Anschluss und den Betrieb der TI zahlen, erhalten Sie erst ab dem ersten VSDM – also erst dann, wenn Sie die erste eGK mit Ihrem neuen Kartenterminal eingelesen haben, dabei die Versichertendaten des Patienten auf der Chipkarte automatisch online geprüft wurden und Sie einen Behandlungsfall angelegt haben.

Seit Verfügbarkeit der TI sind alle Anwendungen im sicheren Netz der KVen (SNK) direkt über die TI erreichbar. Dadurch kann bzw. soll der KV-SafeNet-Anschluss mit Installation der TI in jeder Arzt- und Psychotherapeutenpraxis entfallen.

Bitte testen Sie bei der TI-Installation mit dem Techniker vor Ort, ob dieser SNK-Zugang funktioniert. Erst wenn sichergestellt wurde, dass die KV-Anwendungen auch wirklich direkt über die TI erreichbar sind, kann der KV-SafeNet-Vertrag gekündigt werden.

Laut KV-SafeNet-Richtlinie V 3.2 kann der Vertrag zum Ende der Laufzeit des derzeit gültigen Zertifikates gekündigt werden. Sprechen Sie bezüglich der Kündigung Ihren zuständigen KV-SafeNet-Anbieter an.

Die Kosten für die Einrichtung und den Betrieb eines Internetanschlusses zählen zu den allgemeinen Praxiskosten einer Vertragsarzt- bzw. Vertragspsychotherapeutenpraxis.

Eine gesonderte Vergütung des Internetanschlusses sieht die Finanzierungsvereinbarung der TI nicht vor. Diese Vergütung ist auch kein Bestandteil der vereinbarten Pauschalen für die Erstausstattung und die Betriebskosten.

Ein einfacher DSL-Anschluss (mindestens 1 Mbit) reicht aus.

Wichtig: Achten Sie darauf, dass der DSL-Router IPsec-fähig ist! Fragen Sie hierzu gegebenenfalls Ihren Internet-Provider.

Theoretisch ja, dies wurde bei der Erprobung erfolgreich getestet. Jedoch kann es bei LTE- und UMTS-Verbindungen zu Verbindungsfehlern kommen. Aus diesem Grund wird ein einfacher DSL-Anschluss empfohlen.

Der Secure Internet Service (SIS) baut einen sicheren Tunnel (Virtual Private Network, VPN) zum Internet auf. Dieser arbeitet dabei als Firewall, die zusätzlich Viren entfernen und den Zugriff auf unsichere Webseiten blockieren kann. Das erhöht den Schutz der Praxissysteme.

Der Zugang zur Telematikinfrastruktur ist gänzlich unabhängig vom SIS. Praxen können dieses Angebot nutzen, müssen es aber nicht.

Bitte beachten Sie: Auch die Nutzung von SIS schützt nicht vor den Gefahren des Internets.

Der SIS ist mit einer geringen Bandbreite je nach Anbieter zwischen ein und fünf GB kostenlos vorhanden. Mit dieser Bandbreite kommen Sie bei Updates, Fernwartungen oder Nutzung des Internets aber schnell an Ihre Grenze.

Wenn Sie das Internet ohne Einschränkungen nutzen möchten, müssen Sie ein kostenpflichtiges Erweiterungspaket hinzubuchen. Sprechen Sie Ihr Softwarehaus an. 

Hier sind durch die Arztpraxis auch alternative Anschlusswege zu DSL zu prüfen, etwa UMTS, LTE, Modem. Wenn diese Wege auch nicht funktionieren, sollte dies der KVNO nachgewiesen werden (Bestätigung eines Internetanbieters).

Sie benötigen für jede Hauptbetriebsstätte und jede Nebenbetriebsstätte ein eigenes stationäres Kartenlesegerät sowie für jede Betriebsstättennummer eine eigene SMC-B-Karte. Das heißt, dass sowohl für die Hauptbetriebsstätte als auch die Nebenbetriebsstätte jeweils ein stationäres Kartenlesegerät mit jeweils einer eigenen SMC-B-Karte je Betriebsstättennummer erforderlich ist.

Ja. E-Health-Kartenterminal bedeutet lediglich, dass es sich um ein Kartenterminal handelt, welches für das Auslesen der eGK zertifiziert ist. Die eGK wird seit dem Jahr 2011 von den Krankenkassen an ihre Mitglieder ausgegeben. Ein Austausch derartiger Kartenterminals beim Übergang auf die TI gemäß SGB V ist notwendig, da die Geräte nicht migrationsfähig sind.

Nach uns vorliegenden Informationen können an einen Konnektor bis zu 20 stationäre Kartenlesegeräte angeschlossen werden. Besprechen Sie diese Frage bitte auch mit Ihrem Softwarehaus.

Mittlerweile gibt es auch zugelassene mobile Kartenlesegeräte. Für den Betrieb der neuen mobilen Kartenlesegeräte benötigten Sie entweder eine SMC-B-Karte oder einen eHBA G2.

Dies ist notwendig, um später Daten von der eGK lesen zu können, die dort verschlüsselt abgelegt sind. Eine Verschlüsselung schützenswerter Versichertenstammdaten (zum Beispiel DMP-Kennzeichen) ist durch den Bundesdatenschutzbeauftragten gefordert und soll erfolgen, sobald eine flächendeckende Ausstattung mit (neuen) mobilen Kartenlesegeräten sowie Praxisanbindungen an die TI vorhanden sind.

Bis dahin können Sie Ihre Bestandsgeräte vorerst weiterverwenden. Mit einem mobilen Kartenlesegerät ist grundsätzlich kein Versichertenstammdatenabgleich möglich, diese Geräte arbeiten im Offline-Betrieb. Wie bisher wird die eGK in das mobile Kartenlesegerät eingelesen und die gespeicherten Daten werden später in das PVS übertragen. Auch mit den neuen mobilen Kartenlesegeräten wird kein Versichertenstammdatenabgleich möglich sein.

Nein die aktuellen Kartenlesegeräte haben keine NFC Schnittstelle. Die NFC-Fähigkeit der eGK kann aktuell nur über Smartphones genutzt werden. Eine spätere Anwendung wäre die Nutzung der ePA.

Die neuen eHealth-Kartenterminal können ab der Anbindung an die TI genutzt werden. Die alten Kartenterminals können für die TI-Anwendungen (VSDM/eMP/NFDM und KIM) nicht verwendet werden. Die alten Kartenterminals können aber als Notfallösung bei einer technischen Störung für das Einlesen der eGK genutzt werden.

Es ist empfehlenswert je Arbeitsplatz ein stationäres Kartenterminal einrichten zu lassen. Die genaue Anzahl ist abhängig von Ihren Praxisräumlichkeiten und Ihrer Praxisorganisation. Halten Sie ggf. Rücksprache mit Ihrem PVS-Anbieter.

Eine Empfehlung kann von unserer Seite nicht ausgesprochen werden. Sie können alle zertifizierten eHealth-Kartenterminals verwenden. Welches für Sie das richtige ist hängt von Ihrer Praxisorganisation ab. Lassen Sie sich von Ihrem Systembetreuer beraten.

Der Konnektor ist eine Art Router, ähnlich einem DSL-Router, allerdings auf einem deutlich höheren Sicherheitsniveau. Er ist mit den Kartenterminals und dem PVS verbunden und schafft den Zugang zur TI-Plattform. Der Konnektor stellt ein sogenanntes virtuelles privates Netzwerk (VPN) her, das es ermöglicht, elektronische Anwendungen unter Einsatz moderner Verschlüsselungstechnologien völlig abgeschirmt vom sonstigen Internet zu nutzen. Daneben erfüllt der Konnektor noch andere Sicherheitsaufgaben, beispielsweise die Verschlüsselung und die qualifizierte elektronische Signatur Der Konnektor ist eine Art Router, ähnlich einem DSL-Router, allerdings auf einem deutlich höheren Sicherheitsniveau. Er ist mit den Kartenterminals und dem PVS verbunden und schafft den Zugang zur TI-Plattform. Der Konnektor stellt ein sogenanntes virtuelles privates Netzwerk (VPN) her, das es ermöglicht, elektronische Anwendungen unter Einsatz moderner Verschlüsselungstechnologien völlig abgeschirmt vom sonstigen Internet zu nutzen. Daneben erfüllt der Konnektor noch andere Sicherheitsaufgaben, beispielsweise die Verschlüsselung und die qualifizierte elektronische Signatur von Dokumenten.

Ja. Um mehrere Betriebsstätten an den Konnektor anbinden zu können, müssen Sie die TI-Zusatzpakete für Betriebsstätten bestellen. Ihr Systembetreuer kann Ihnen sagen, ob für Ihre Praxiskonstellation ein Konnektor ausreicht (beispielsweise eine Haupt- und mehrere Nebenbetriebsstätten oder auch eine Praxisgemeinschaft), oder ob pro Betriebsstätte jeweils ein Konnektor erforderlich ist.

Die Anforderungen an die Einsatzumgebung des Konnektors ergeben sich aus dessen Sicherheitszertifizierung. Das Handbuch des jeweiligen Konnektors enthält entsprechende Sicherheitshinweise.

Ja. Eine Fernwartung des PVS ist grundsätzlich weiterhin möglich, wenn Sie parallel angebunden sind oder die Reihenschaltung mit SIS verwenden.

Die Übernahme des Konnektors bei einem Inhaberwechsel der Praxis ist grundsätzlich möglich. Hierzu sind vier Schritte erforderlich:

  • Es muss ein Übergabe-Vertrag für den Konnektor geschlossen werden, in dem bestätigt wird, dass der Konnektor im laufenden Praxisbetrieb weiter genutzt und an den Nachfolger übergeben wird.
  • Der Pflege- und Wartungsvertrag muss auf den Nachfolger überschrieben werden.
  • Es muss eine neue SMC-B-Karte bestellt werden, wenn sich die BSNR geändert hat. Die alte SMC-B-Karte kann nicht an den Nachfolger übergeben werden.
  • Der Konnektor muss zurückgesetzt und neu installiert werden.

Sprechen Sie bitte vor der Übernahme frühzeitig mit Ihrem PVS-Anbieter. Für den Konnektor ist durch den Verkäufer (oder seinen IT-Dienstleister) eine De-Registrierung des Konnektors notwendig, wie durch die gematik gefordert. Der Käufer muss vor einer erneuten Inbetriebnahme die Unversehrtheit des Konnektors prüfen (Gehäuse-Siegel).

Nach ca. 30 bis 60 Tagen offline muss der Konnektor über die Administrationsoberfläche neu eingerichtet werden. Hierfür kann eine Technikerunterstützung hilfreich sein.

Damit die oben genannten Aussagen zutreffen, müssen die aktuellen Versionen der Konnektor-Firmware ins

Ja. Jede Praxis kann auf freiwilliger Basis entscheiden, ob sie eine Garantieverlängerung für die kompletten TI-Komponenten oder nur für den Konnektor abschließen möchte. Das ist kein Muss! Garantieverlängerungen werden von vielen Herstellern angeboten. Bei Interesse müssen Praxen auf den PVS-Anbieter zugehen.

Die Gewährleistungsdauer erfragen Sie bitte bei Ihrem Komponentenanbieter/Softwarehaus.

Die PTV-Stufen beschreiben die Funktionsfähigkeit des Konnektors.

PTV 1 ist der VSDM-Konnektor.
PTV 2 enthält die QES-Funktion.
PTV 3 ist der E-Health-Konnektor, mit dem die Anwendungen NFDM/eMP und KIM möglich sind.
PTV 4 wird für die Nutzung der ePA und des eRezept benötigt.

Eine parallele Anbindung des Konnektors ist weiterhin möglich. Eine serielle Anbindung ist für
Praxen geeignet, die bisher nicht am Internet angebunden waren und keine bestehende Eine parallele Anbindung des Konnektors ist weiterhin möglich. Eine serielle Anbindung ist für
Praxen geeignet, die bisher nicht am Internet angebunden waren und keine bestehende Sicherheitsinfrastruktur (Firewall, Virenscanner, Sicherheitsupdates) vorliegen haben.

Die Nutzung eines Konnektors der im Rechenzentrum eines Anbieters gehostet wird, ist mit
einer Auftragsdatenverarbeitung möglich.

Derzeit arbeitet die gematik an Lösungen.

Die Nutzung von KIM und den TI-Diensten ist nicht abhängig von den beiden TI-Anbindungsvarianten (parallel oder seriell).

Die serielle Anbindung des Konnektors wird in der Regel wegen des sicheren Internetzugangs (SIS) genutzt, damit der Konnektor als adäquate Hardware-Firewall die Anbindung an das Internet richtlinienkonform absichert.

Der Standard-SIS-Zugang ist bei den TI-Anbietern kostenlos, bei größerer Datennutzung
(z.B. > 2 GB) fallen jedoch Zusatzkosten an, die durch die Finanzierungsvereinbarung nicht gedeckt sind.

Rechenzentrumskonnektor (RZK) empfohlen, welcher ab einer Größenordnung von 51 Kartenterminals genutzt werden sollte.

Nein, nur die Rechenzentrumskonnektoren (RZK) inklusive Verwaltungssoftware.

Ja. Die stationären Kartenterminals im Krankenhaus und in der Arztpraxis sind identisch.

Ja. Pro Standort muss jedes Krankenhaus für den Fall eines technischen Defekts einen Ersatzkonnektor vorhalten, dieser wird jedoch nicht finanziert.

TI-Messenger (TIM)

Wir alle nutzen wahrscheinlich täglich Kurznachrichtendienste. Für Beschäftigte im Gesundheitswesen ist es wichtig, schnell und unkompliziert mit Kolleginnen und Kollegen zu kommunizieren. Da es dabei um sensible persönliche Daten geht, ist das Sicherheitsniveau des TI-Messengers deutlich höher als bei anderen Diensten. Medizinisch relevante Informationen können daher zukünftig ohne Bedenken mit dem TI-Messenger verschickt werden.

Die gematik erstellt das Konzept (Technik etc.) bis Anfang Juli bereit, zum 01. Oktober 2021 muss die Spezifikation der gematik stehen. Ab 01. Oktober 2021 auch eine Testumgebung bereitstehen.

Nein. Der TI-Messenger ist keine Pflicht für Ärzte und Patienten.

Ab Sommer 2022 rechnet die gematik damit, erste TI-Messenger-Dienste zulassen können. Dafür schafft die gematik gerade die Voraussetzung: Es werden Standards entwickelt für interoperable Messenger-Anwendungen, die am 1. Oktober 2021 veröffentlicht werden. Auf dieser Grundlage können Industriepartner dann eigene Messenger-Lösungen entwickeln und, nachdem sie von der gematik zugelassen wurden, ihren Kunden anbieten.

Nein. Jeder Serverprovider muss eine Zulassung erlangen, aber der TIM-Fachdienst-Anbieter muss keine Zulassung mit einem Serverprovider durchführen.

Anders als bei KIM ist der TI-Messenger so konzipiert, dass die physische Infrastruktur nur bei der allerersten Authentifizierung der Matrix-Identität gebraucht wird. Die Standardausstattung einer Praxis für die Telematikinfrastruktur wird also nur ganz zu Beginn einmal benötigt. Im täglichen Gebrauch werden dann jedoch nur noch das Smartphone, das Tablet oder ein Computer genutzt.

Die zentrale TIM-Matrix (Backend) ist abwärtskompatibel (Updates). Die gematik wird einen Prozess aufbauen, wie Neuerungen kommuniziert werden sollen.

Die gematik gibt einen einheitlicher Standard für Messenger vor (Matrix), dies stellt eine Neuerung da, damit soll eine Interoperabilität erreicht werden. Die schon am Markt befindlichen Messanger-Dienste (z.B. Siilo) sind nicht verpflichtet, auf die Matrix zu wechseln, aber nur so ist eine Interoperabilität gewährleistet. Möchte ein Hersteller nicht auf die Matrix wechseln, kann er auch nicht in den Verzeichnisdienst aufgenommen werden und ist somit im Sinne von TIM nicht interoperabel.

Den Patienten wird TIM über die zuständige Krankenkasse im ePA-Frontend bzw. eRezept-App zur Verfügung gestellt.

Der Kommunikationsweg wird immer vom Arzt eröffnet.

Sobald Mitarbeiter einer Praxis (z.B. MFAs) TIM nutzen sollen, muss die Praxis einen dedizierten Homeserver einrichten. Dieser kann allerdings als Virtuele Maschine (VM) in einem Rechenzentrum stehen. Das gilt auch für psychotherapeutische Praxen, wenn die Psychotherapeutin/der Psychotherapeut nicht einen privaten TIM-Account nutzen möchte. Dafür gibt es die sog. Institutionsaccounts, für die dann ein Homeserver eingerichtet werden muss.

TIM kann auch zum innerklinischen Austausch bzw. Austausch zwischen Kliniken genutzt werden. Dafür ist die Nutzung eines zugelassenen TIM-Dienstes erforderlich.

Für Institutionen, bei denen auch das Personal TIM nutzen soll, muss ein sog. Homeserver eingerichtet werden. Die Institution authentifiziert sich mittels ihrer SMC-B, dann können alle Nutzer auch ohne eHBA G2 TIM nutzen.

Bei einem Kassenwechsel erhält der Versicherte eine neue TI-Messeger-ID, eine Übertragung des Chatverlaufes soll möglich sein.

TIM soll auch zur Kommunikation zwischen Kassen und ihren Versicherten genutzt werden können. Einzelheiten müssen jedoch noch geklärt werden bzw. liegen in der Hoheit der Kassen.

Versichertenstammdatenmanagement (VSDM)

Die Einführung der TI beginnt mit der Umsetzung der ersten Anwendung, dem VSDM. Die Anwendung ist für Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten, die an der Versorgung gesetzlich Versicherter teilnehmen, verpflichtend.

Beim VSDM überprüfen Ärzte und Psychotherapeuten in Echtzeit („online“), ob die auf der eGK gespeicherten Versichertenstammdaten aktuell sind bzw. ob überhaupt ein gültiges Versicherungsverhältnis besteht. Zu den Stammdaten gehören Daten des Versicherten wie Name, Geburtsdatum, Anschrift und Versichertenstatus sowie ergänzende Informationen, zum Beispiel zum Zuzahlungsstatus. Sie dienen als Nachweis, dass der Patient versichert ist, und als Grundlage für die Abrechnung der Leistungen. Diese Online-Überprüfung ist bei jedem ersten Patientenkontakt im Quartal verpflichtend.

Grundsätzlich besteht für alle an der ambulanten Versorgung teilnehmenden Ärzte, Psychotherapeuten und Einrichtungen mit direktem Arzt-Patienten-Kontakt eine VSDM-Pflicht. Dies beinhaltet zugelassene bzw. ermächtigte Ärzte, Psychotherapeuten und Einrichtungen wie zum Beispiel MVZ.

Gibt es keinen Arzt-Patienten-Kontakt, beispielsweise bei Laboren und Pathologen, oder erfolgt der Arzt-Patienten-Kontakt nicht in den eigenen Praxisräumen, zum Beispiel bei ausschließlich reisenden Anästhesisten, ist das VSDM nicht möglich.

Im Falle einer Behandlung, in der ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt (etwa bei Laborüberweisung) nicht erfolgt, ergeben sich Ausnahmen aus Anlage 4a zum BMV-Ä, die die KBV und die Krankenkassen bezüglich der Regelungen zum VSDM angepasst haben. In diesem Falle muss der Arzt kein VSDM durchführen. Sofern eine solche Ausnahme gegeben ist, werden die Versichertenstammdaten auf der Grundlage der Patientendatei übernommen.

Anästhesisten suchen häufig Patienten in der Praxis eines anderen Arztes auf. In diesem Versorgungskontext verwendet ein Anästhesist ein mobiles Kartenterminal, mit dem kein Versichertenstammdatenabgleich vorgenommen werden kann.

Laborärzte und Anästhesisten werden dennoch für den Anschluss an die TI ausgestattet und erhalten die entsprechende Förderung, damit sie weitere geplante Anwendungen in der TI nutzen können.

Hinweis: Trotzdem müssen sich alle erwähnten Fachgruppen ab 01. Juli 2020 an die TI angeschlossen haben.

Ja. Der Bundestag hat am 07. November 2019 das Gesetz für mehr Digitalisierung im Gesundheitswesen beschlossen, das sogenannte Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG). Das DVG sieht eine Reihe von Maßnahmen vor, welche unter anderem Auswirkungen auf die verpflichtende Anbindung an die TI für Fachgruppen mitbringen. Diese waren bisher von der gesetzlichen Anbindung befreit.

Betroffen sind Fachgruppen ohne persönliche Arzt-Patienten-Kontakte, etwa Pathologen, Laborärzte sowie Transfusionsmediziner. Auch Anästhesisten, die ihre Patienten ausschließlich in der Praxis eines anderen Mediziners aufsuchen, waren bisher nicht verpflichtet, sich an die TI anzubinden.

Das DVG verpflichtet nun auch diese Fachgruppen. Sie müssen sich ab dem 01. Juli 2020 anschließen und sich mit der benötigten Technik ausstatten. Hintergrund sind vor allem die medizinischen Anwendungen.

Bei dieser Vorgabe gibt es keine Unterscheidung, ob der Arzt-Patienten-Kontakt in der Hauptbetriebsstätte oder in einer Nebenbetriebsstätte stattfindet.

Auch in den Nebenbetriebsstätten oder Zweigpraxen sind die technischen Voraussetzungen zu schaffen, um bei jedem ersten Arzt-Patienten-Kontakt den Versichertenstammdatenabgleich durchführen zu können.

Durch eine geschützte direkte Online-Verbindung der Praxis mit dem jeweiligen Versichertenstammdatendienst der Krankenkasse wird in Echtzeit geprüft, ob die auf der eGK eines Patienten gespeicherten Versichertenstammdaten aktuell sind bzw. ob überhaupt ein gültiges Versicherungsverhältnis besteht. Mit dieser Anwendung kann eine eGK gegebenenfalls auch aktualisiert oder gesperrt werden. Ein Austausch der eGK – zum Beispiel bei Adress- oder Statusänderungen – ist dann nicht mehr notwendig.

Beispiel: Der Patient legt seine eGK am Empfangstresen vor. Die eGK wird in das E-Health-Kartenterminal gesteckt. Sobald die eGK eingesteckt ist, beginnt automatisiert der Datenabgleich: Der Konnektor fragt über die TI beim Versichertenstammdatendienst der Krankenkasse an, ob die eGK gültig ist und ob die auf der eGK gespeicherten Daten aktuell sind. Ist die eGK gültig und sind neue Daten vorhanden, werden die Daten auf der eGK aktualisiert. Der Prüfnachweis wird auf der eGK gespeichert, auch dann, wenn die Versichertenstammdaten noch aktuell waren. Nach dem Datenabgleich übernimmt das PVS den Prüfnachweis der eGK und zeigt eine der folgenden Meldungen an: „Die eGK und die Daten sind aktuell.“ oder „Aktualisierte Daten liegen vor.“

Per Knopfdruck können die auf der eGK aktualisierten Daten auch in die Patientendatei der Praxis übernommen werden. Ist die eGK ungültig, zeigt das PVS eine entsprechende Meldung an. Es werden dann weder Daten noch Prüfungsnachweis auf die eGK geschrieben oder an das PVS übermittelt. Die eGK wird wie gewohnt aus dem Kartenterminal genommen.

Bei Tests in Praxen hat sich gezeigt, dass die Online-Prüfung ohne Aktualisierung in der Regel nicht länger dauert als das Einlesen der eGK. Etwas mehr Zeit benötigt das System, wenn Angaben aktualisiert werden. Dafür müssen Praxismitarbeiter die neuen Versichertendaten nicht mehr händisch einpflegen, denn sie können automatisch in das PVS übernommen werden.

Vorgaben an die Hersteller der Technik sehen vor, dass die Online-Prüfung nicht länger als fünf Sekunden dauern soll, mit Aktualisierung maximal 13 Sekunden.

Bitte beachten Sie, dass der VSDM-Nachweis in der Abrechnung nur berücksichtigt werden kann, wenn der Patient zu der eingelesenen eGK auch behandelt und die Behandlung entsprechend abgerechnet wird.

Das Ersatzverfahren kann angewendet werden, wenn

  • eine für das Einlesen der eGK erforderliche Komponente defekt ist,
  • die eGK defekt ist,
  • die eGK nicht benutzt werden kann, da für Haus- und Heimbesuche kein entsprechendes Gerät zur Verfügung steht und keine bereits in der Arztpraxis mit den Daten der eGK vorgefertigten Formulare verwendet werden können,
  • der Arzt noch nicht am VSDM teilnimmt und der Versicherte darauf hinweist, dass sich die zuständige Krankenkasse, die Versichertenart oder die Besondere Personengruppe geändert hat, die eGK dies aber noch nicht berücksichtigt.  

Bei technischen Störungen mit dem VSDM wenden Sie sich als Erstes an Ihren Systembetreuer.

Ja. Nach dem Gesetz muss bei jedem persönlichen Patientenkontakt die eGK eingelesen werden. Auch Flüchtlinge oder Asylbewerber besitzen in der Regel eine eGK, die eingelesen werden kann. Bitte beachten Sie, dass Sie für die Beantragung der Pauschalen den TI-Antrag einreichen müssen.

In der Zeit der Vertretung muss sich der Arzt nicht an die TI binden. Dies ist erst notwendig, wenn er für diesen Sitz die Zulassung erhält.

Laut BMV-Ä § 19 und Anlage 4a muss die eGK vorgelegt werden. Beim ersten Besuch wird die eGK eingelesen, auch wenn zusätzlich eine Überweisung vorliegt. Dann muss auch das VSDM durchgeführt werden.

Auch für die Zeit der Elternzeitvertretung muss die TI in der Praxis installiert werden. Die Praxis ist in Betrieb und eGKs werden eingelesen, auch wenn sie durch einen Vertreter weitergeführt wird. Das bedeutet, dass entweder die TI bestellt und eingerichtet wird oder die 2,5-prozentige Honorarkürzung erfolgt.

Ja. Nur ausgelagerte Praxisstätten, OP-Zentren und Gerätegemeinschaften müssen nicht angebunden werden.

Da die PT-Ausbildungsinstitute nicht vertragspsychotherapeutisch tätig sind und wir als KVNO für die Abrechnung lediglich als Dienstleister fungieren, unterliegen diese nicht der Pflicht zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur. Ein Anspruch auf Kosten-Erstattung besteht ebenfalls nicht. Deshalb erfolgt auch keine Honorarkürzung.

Wie bei den PT-Ausbildungsinstituten ist auch hier die KVNO lediglich als Dienstleister tätig. SAPV-Teams unterliegen daher nicht der Pflicht zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur und haben auch keinen Anspruch auf Erstattung etwaiger Kosten. Aus diesen Gründen wird auch keine Honorarkürzung erfolgen.

Die Beantragung der Pauschalen für Chirurgen mit zusätzlicher zahnärztlicher Zulassung erfolgt über die Kassenzahnärztliche Vereinigung (KZV).

Ausnahmen aufgrund von befristeten Ermächtigungen sind nicht möglich. Auch Ärzte, Psychotherapeuten und Einrichtungen mit befristeten Ermächtigungen sind zum VSDM verpflichtet.

Ab 01. Januar 2021 müssen ermächtigte Ärzte/Psychotherapeuten/Einrichtungen an die TI angeschlossen sein und als erste Anwendung das VSDM durchführen. Tun sie das nicht, ist ihnen die Vergütung vertragsärztlicher Leistungen pauschal um 2,5 Prozent so lange zu kürzen, bis sie die VSDM-Prüfung durchführen.

Alle Ermächtigten sind verpflichtet ab dem 01. Januar 2021 sich an die TI anzubinden. Diese Frist gilt auch für Ermächtigte ohne persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt.

Bei ermächtigten Laborärzten, Pathologen und Transfusionsmedizinern ohne persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt ist die Durchführung des VSDM nicht möglich. Daher besteht in diesen Fällen keine Pflicht zum VSDM aber dennoch die Pflicht zur Anbindung an die TI.

Für die Tätigkeit als Belegarzt im Krankenhaus kann weiterhin das mobile Kartenlesegerät verwendet werden. In diesem Versorgungskontext ist kein VSDM-Abgleich durchzuführen und es ist keine Ausstattung mit den Komponenten erforderlich.

Poolärzte sind Nicht-Vertragsärzte am organisierten Ärztlichen Bereitschaftsdienst und
müssen kein VSDM durchführen. Eine freiwillige Anbindung an die TI ist nicht zu empfehln, da die Finanzierungsvereinbarung derzeit keine Erstattung von TI-Pauschalen für Poolärzte vorsieht. Die mobilen Kartenlesegeräte können erst einmal weiter verwendet werden. Die Bereitschaftspraxen werden mit den erforderlichen Komponenten zur Durchführung des VSDM-Abgleich ausgestattet, d.h. in den Praxen kann das VSDM durchgeführt werden.

Notärzte müssen kein VSDM durchführen und müssen sich daher nicht an die TI anbinden.

Unabhängig vom Tätigkeitsumfeld sind alle Ärzte (auch ohne persönlichen Patientenkontakt) verpflichtet, sich an die TI anzubinden und die technischen Möglichkeiten für den Zugriff auf die ePA vorzuhalten. Hierzu zählt auch die Anschaffung des eHBA. Eine Anbindung an KIM ist aktuell nicht zwingend erforderlich.

Aktuell befindet sich der NFDM und eMP auf der eGK des Versicherten. Später werden diese Daten in die ePA einfließen. Die ePA wird in den Rechenzentren der Krankenkassen gespeichert.

Wenn Sie und das Krankenhaus an KIM angebunden sind, kann Ihnen das Krankenhaus mit Einwilligung des Patienten diesen über KIM zusenden. Später kann Ihnen der Patienten den Entlassbericht in der ePA zu Verfügung stellen, wenn er oder das Krankenhaus diesen dort hinterlegt hat.

Hinweis der gematik zum Rechtsgutachten und der FAQ

Die Bereitstellung des FAQ-Katalogs kann im Einzelfall natürlich keine Rechtsberatung ersetzen. Dies sollte bei der Weiterverwendung des Katalogs beachtet und entsprechend kommuniziert werden. Bei den Antworten auf den FAQ-Katalog handelt es sich um einen Leitfaden für Leistungserbringer, der juristisch nachvollziehbar von dem Rechtsanwalt Herrn Dr. Ziegler hergeleitet wurde. Es kann jedoch im Einzelfall nicht ausgeschlossen werden, dass eine richterliche Überprüfung zu einem anderen Ergebnis kommt.

Diese Klarstellung erscheint uns wichtig, da es bisher zu diesen Themen keine weiterführende Literatur oder gar richterliche Entscheidungen gibt. Trotzdem gehen wir aufgrund der fundierten juristischen Herleitung der Antworten im FAQ-Katalog davon aus, dass dieser eine gute Grundlage für den praktischen Umgang mit der elektronischen Patientenakte bietet.